50 Jahre Technische Hochschule Mittelhessen

Erste Kreisbeigeordnete Stephanie Becker-Bösch und der Präsident der Technischen Hochschule Mittelhessen, Prof. Dr. Matthias Willems, sind über Videokonferenz miteinander verbunden

Erste Kreisbeigeordnete Stephanie Becker-Bösch und Präsident der Technischen Hochschule Mittelhessen Prof. Dr. Matthias Willems

Es war ein Verwaltungsakt, der 1971 die neue Hochschule für Mittelhessen schmiedete. Durch den Zusammenschluss der Staatlichen Ingenieurschulen Gießen und Friedberg und des Pädagogischen Fachinstitutes Fulda wurde vor 50 Jahren der Grundstein für die heutige Technische Hochschule Mittelhessen (THM) gelegt. Seit 2016 ist Prof. Dr. Matthias Willems Präsident der THM. Mit ihm unterhielt sich die Erste Kreisbeigeordnete Stephanie Becker-Bösch über die Auswirkungen der Pandemie und neue Themenfelder der THM.

Auch an der THM führe Corona zu gravierenden Auswirkungen. Statt des Austauschs auf dem Campus zwischen Lehrenden und Lernenden dominieren Social Distancing und die Umstellung auf digitale Lehre das Studienleben. „Wir haben sehr schnell ein Hygienekonzept auf die Beine gestellt, sodass wir unseren Studierenden auch die Möglichkeit geben, ihre Vorlesungen in Präsenz zu besuchen“, erklärt Prof. Dr. Willems. Die THM setzte dabei in der Vergangenheit auf Abstand und Maskenpflicht. „Durch das hybride Format der Vorlesungen können die Studierenden auch entscheiden, wie sie an der Vorlesung teilnehmen konnten. Damit sind wir recht gut gefahren.“

Auch die Veranstaltungen anlässlich des 50. Geburtstages der Hochschule mussten ins kommende Jahr verschoben werden. „Die THM ist in den letzten 50 Jahren enorm gewachsen. Angefangen haben wir mit 2000 Studierenden. Mittlerweile sind wir mit mehr als 18.000 Studenten eine der größten Hochschule für angewandte Wissenschaft in Deutschland“, resümiert Prof. Dr. Willems. Die starke Vernetzung mit regionalen Unternehmen, der Ausbau der Hochschulstandorte und die Einführung weiterer Studiengänge sind dabei das Erfolgsrezept der Hochschule.

Einzigartig in Deutschland

Deutschlandweit einzigartig ist auch die Einführung des neuen Hebammenstudiengangs. „Wir haben hier ein Vorzeigeprojekt auf die Beine gestellt“, erklärt Prof. Dr. Willems. In enger Zusammenarbeit zwischen der Justus-Liebig-Universität (JLU) und dem Uniklinikum Gießen legten die verantwortlichen Fachbereiche der JLU und der THM eine Skizze zur Einführung des Hebammenstudiengangs im Frühjahr 2021 vor. „Die Federführung des Studiengangs liegt dabei bei der THM.“

Der duale Studiengang ist auf sieben Semester ausgerichtet. „Durch den Studiengang sollen die Grundlagen der Konzepte, Methoden aber auch angewandte Techniken in Kombination mit wissenschaftlichen Grundlagen vermittelt werden“, führt Prof. Dr. Willems aus.

Für Erste Kreisbeigeordnete und Gesundheitsdezernentin Stephanie Becker-Bösch ist die Einführung des Studienganges enorm wichtig: „Die Nachfrage nach Hebammen steigt von Jahr zu Jahr. Gleichzeitig fehlen uns immer mehr Hebammen. Freiberufliche Hebammen müssen sich beispielsweise neben ihrer eigentlichen Tätigkeit auch um die administrative Arbeit kümmern. In der Wetterau stellen wir weiterhin eine Verschlechterung der Hebammenversorgung fest. Durch die Akademisierung des Berufs kann dieser angespannten Versorgungslage entgegen gewirkt werden. Aus diesen Gründen unterstützte ich sehr die Einführung des Hebammenstudiengangs an der THM. An diesem Beispiel sieht man allerdings auch, dass die Technische Hochschule dank ihrer praxisnahen akademischen Ausbildung stark mit der Region verbunden ist und in die Region hineinwirkt.“

veröffentlicht am: 25. November 2021