Aktiver Artenschutz im heimischen Garten

Die Heuschreckenart Warzenbeißer ist leider selten geworden.

Privatgärten bilden ein ungeheures Naturschutzpotential, das allerdings noch viel zu wenig genutzt wird. Kreisbeigeordneter und Umweltdezernent Matthias Walther wirbt für einen aktiven Artenschutz auch im heimischen Garten. „Es gibt bestimmte Arten, die mit vielen Biotopen zurechtkommen und leicht auch im Privatgarten überwintern, sofern der Mensch die Lebensgrundlagen der Insekten nicht zerstört.“

So bietet eine Wildblumenwiese nicht nur etwas für das Auge des naturliebenden Menschen, die scheinbare Unordnung der Natur ist ein wertvolles Biotop, das von unzähligen Arten vom Frühjahr bis zum Spätsommer genutzt wird.

Sind es im Frühjahr vor allem Solitärbienen und Hummeln, Käfer und Schmetterlinge, so kann man im Herbst die Heuschrecken beobachten, die ihre ganz eigentümlichen Gesänge durch den Garten klingen lassen. Ihr „Gesang“ entsteht durch das Aneinanderreiben von Flügeln oder Beinen und ist eine typische Geräuschkulisse aus Wiesen und Gebüschen, die immer mehr zur Seltenheit werden.

Zwei Unterordnungen der Heuschrecken lassen sich unterscheiden: Zum einen die Langfühlerschrecken, wie etwa das bekannte Große Heupferd, und Kurzfühlerschrecken, zu denen die Grashüpfer gehören. Die Farbe des Tieres allein eignet sich nicht als Bestimmungsmerkmal, es gibt auch rosafarbene Heuschreckent.

Heuschrecken bringen nur eine Generation pro Jahr hervor. Im Frühjahr schlüpfen sie aus den Eiern, durchlaufen mehrere Larvenstadien und sind dann im Sommer erwachsen. Die Eier der Heuschrecken werden in den Boden gelegt oder in Pflanzenstängel. Gerade Randbereiche und Saumstrukturen sollten deshalb nicht zu oft oder nicht in jedem Jahr gemulcht werden, damit der Nachwuchs für das kommende Jahr gesichert ist.

Altgrasstreifen stehen lassen

Auf größeren Grünflächen im Garten oder bei der landwirtschaftlichen Wiesennutzung kann man sehr einfach Heuschrecken und viele andere Arten fördern, indem man Altgrasstreifen stehen lässt und Teile der Fläche nicht mäht. Idealerweise lässt man über den Winter bis zur regulären Mahd einen Teil der Wiese stehen. Das ist gut für die Überwinterung der Eier und Larvenstadien von Insekten und bietet Deckung im Winter.

Geht das nicht, kann man zumindest einen räumlich wechselnden Flächenanteil von einer bis zur nächsten Mahd stehen lassen – alle Tiere, die das Mähen überleben, ziehen sich dann in diesen Schutzraum zurück. „Für Landwirte kann es hierfür eine finanzielle Förderung über das Programm HALM geben“, erinnert Kreisbeigeordneter und Landwirtschaftsdezernent Walther. HALM ist das Hessische Programm für Agrarumwelt- und Landschaftspflege-Maßnahmen.

Interessante Informationen zum Thema Heuschrecken gibt es beim Öffnet externen Link in neuem FensterNetzwerk Heuschrecken Hessen.

veröffentlicht am: 28. August 2019