Bislang kein bestätigter Fall im Wetteraukreis

Fieberthermometer und Tabletten

Foto: Steve Buissinne auf Pixabay

In den letzten Tagen kam es vermehrt zu Verdachtsfällen einer Coronavirus-Infektion. Ein laborbestätigter Krankheitsfall ist bislang noch nicht gemeldet. „Wir gehen aber davon aus, dass sich über kurz oder lang auch im Wetteraukreis das Coronavirus verbreiten wird. Jetzt kommt es darauf an, die Ausbreitung möglichst einzudämmen“, sagt Landrat Jan Weckler.

Derzeit befinden sich rund 50 Wetterauerinnen und Wetterauer in häuslicher Absonderung, entweder weil sie sich in einem Gebiet aufgehalten haben, in dem bereits Erkrankungsfälle mit dem Coronavirus aufgetreten sind oder weil sie Kontakt mit einem Menschen hatten, bei dem das Virus bereits nachgewiesen wurde. Für diese Fälle ist eine häusliche Isolierung notwendig. Die Ärzte schreiben für diesen Zeitraum die betroffenen Personen krank, sodass die Lohnfortzahlung gesichert ist.

Die Versorgung mit Nahrungsmitteln und Gütern des täglichen Bedarfs muss dann durch Verwandte, Freunde oder Nachbarn sichergestellt werden. Wegen der begrenzten Laborkapazitäten werden Abstriche nur für den Fall vorgenommen, wenn zu den oben genannten Risikofaktoren auch ernsthafte Krankheitssymptome hinzukommen.

Schutzmaterial zielgerichtet einsetzen

Im privaten Bereich ist die Verwendung von Desinfektionsmitteln und einfachen Atemmasken kein geeignetes Mittel, um sich vor der Krankheit zu schützen. Vielmehr vermitteln sie insbesondere bei unsachgemäßer Verwendung durch Laien ein gefährliches Sicherheitsgefühl.

Die grundlegenden Vorsichtsmaßnahmen gelten nach wie vor: Husten oder Niesen mit größtmöglichem Abstand, am besten wegdrehen und in die Armbeuge oder in ein Papiertaschentuch niesen, das danach entsorgt wird. Berührungen mit anderen Menschen vermeiden. Auf das Händeschütteln verzichten und die Hände regelmäßig und gründlich mindestens 20 Sekunden mit Wasser und Seife waschen. Kaltes Wasser ist dazu genauso geeignet wie warmes Wasser.

Die Bestände an Schutzmaterial, wie Schutzmasken, aber auch Handdesinfektionsmittel, sind begrenzt. Deshalb appelliert Amtsarzt Dr. Merbs für den umsichtigen Umgang mit Schutzmaterial: „Atemmasken der höchsten Sicherheitsstufe brauchen wir für das medizinische Fachpersonal in der Versorgung von Kranken und nicht, um seinen Alltag auch während einer Epidemie einfach so weiterzuführen. Wir müssen das Material zielgerichtet einsetzen, um dauerhaft den Routinebetrieb in den Kliniken sicherzustellen.“

veröffentlicht am: 02. März 2020