Büdinger Altstadt versinkt im Hochwasser

Landrat Jan Weckler und Bürgermeister Erich Spamer lassen sich von Kreisbrandinspektor Lars Henrich über die Lage im Kursana Altenheim informieren

Zwei Naturereignisse fielen am heutigen Tag zusammen. Am Hoherodskopf hat es 30 Liter auf den Quadratmeter geregnet. Der Regen fiel auf Schnee, der Boden darunter war gefroren und konnte kein Wasser aufnehmen, gleichzeitig sorgten die hohen Temperaturen für eine massive Schneeschmelze. Der Regen und das Schmelzwasser zusammen sorgten dann für überlaufende Flüsse und Bäche, für überschwemmte Straßen und vollgelaufene Keller.

Eine Katastrophe, die schlimmer sei als im Jahre 2003, nannte Büdingens Bürgermeister Erich Spamer das Hochwasser, das am heutigen Freitag die Altstadt von Büdingen heimgesucht hat. Hüfthoch stand in manchen Straßen das Wasser, viele Keller sind abgesoffen, allenthalben versuchten Einsatzkräfte der Feuerwehr die Schäden zu begrenzen. Ein Schwerpunkt des Einsatzes der Feuerwehr war am frühen Nachmittag  das Kursana Altenheim, das bis zum Erdgeschoss unter Wasser stand. Die Gebäudetechnik ist defekt, Heizung und Elektrik gestört, das Gebäude kann vorerst nicht genutzt werden.

110 Menschen mussten evakuiert werden

Die 110 Bewohnerinnen und Bewohner mussten durch die Rettungsdienste evakuiert werden. Die bettlägerigen Patienten und Patienten wurden im Mathildenhospital in Büdingen aufgenommen, die gehfähigen Bewohnerinnen und Bewohner kamen zunächst einmal im Evakuierungsstützpunkt Büdingen-Lorbach unter. Vor dort wurden sie im Laufe des Nachmittags auf andere Häuser des Kursana Unternehmens verteilt.

Landrat Jan Weckler hat sich vor Ort zusammen mit Bürgermeister Erich Spamer ein Bild von der Lage gemacht. „Die Situation ist wirklich besorgniserregend und eine Katastrophe für die Stadt und ihre Menschen. Unter der Einsatzleitung von Kreisbrandinspektor Lars Henrich haben wir die Feuerwehren der umliegenden Gemeinden, eine Vielzahl von ehrenamtlichen Kräften der Hilfsorganisation sowie unterschiedlichste Katastrophenschutzeinheiten einschließlich DLRG-Einheiten der Wasserrettung mobilisiert. Diese sind den ganzen Tag im Einsatz, um die Schäden zu begrenzen und die Bürgerinnen und Bürger und Betroffenen des Hochwassers zu versorgen. Unter den schwierigen Bedingungen verlaufen die Einsätze sehr reibungslos und professionell“, so Landrat Jan Weckler.  

Großes Lob sprach der Landrat den Einsatzkräften aus: „So wie das heute funktioniert hat, von der Sicherung der gefährdeten Häuser über die Rettung aus überschwemmten Gebäuden bis hin zur Evakuierung und Versorgung der Bewohnerinnen und Bewohner des Altenheims, das war schon wirklich großartig und zeugt von professioneller Arbeit zum Wohle der Gemeinschaft. Dafür gebührt allen Einsatzkräften von Feuerwehr, Rettungsdiensten und Polizei bis hin zu den Katastrophenschutzeinheiten großer Dank und große Anerkennung.“

veröffentlicht am: 29. Januar 2021