Das ZJS ist eine wichtige Anlaufstelle für Jugendberatung und Suchthilfe

Kreisbeigeordnete und Sozialdezernentin Stephanie Becker-Bösch und den Leiter des Zentrums für Jugendberatung und Suchthilfe für den Wetteraukreis ZJS, Hans Peter Krämer.

Alkohol, Drogen, Glücksspiel haben Suchtpotential. Wer mit seiner Sucht kämpft, wer Beratung und Hilfe sucht, für den ist das ZJS, das Zentrum für Jugendberatung und Suchthilfe für den Wetteraukreis eine wichtige Anlaufstelle. Träger des Zentrums ist JJ, der Verein Jugendberatung und Jugendhilfe e.V. aus Frankfurt. Erste Kreisbeigeordnete und Sozialdezernentin Stephanie Becker-Bösch stellt den Jahresbericht 2018 des ZJS vor.

Das ZJS ist Anlaufstelle für Jugendliche und Erwachsene mit Suchtproblemen, für Angehörige und Bezugspersonen und für Fachkräfte, die eine fachliche Beratung wünschen. Das ZJS in Friedberg hat eine Außenstelle in Büdingen, bietet Suchthilfe und Suchtprävention für Bad Vilbel/Karben an und Außensprechzeiten in Nidda und Butzbach.

Beratungstermine und Substanzen – Das ZJS in Zahlen

In Klammern stehen jeweils die Zahlen für 2017: 916 Personen (870) nutzten das Beratungsangebot im vergangenen Jahr, 4.415 Beratungs- und Behandlungstermine (3.815) wurden durchgeführt.

Was die Substanzen angeht, so sind die Zahlen für 2018 unverändert zu 2017: Mit 37 Prozent hatte Cannabis den größten Anteil, dicht gefolgt von Alkohol mit 31 Prozent, Opiate und Methadon 15 Prozent, Amphetamine und Ecstasy acht Prozent, Kokain und Crack fünf Prozent, andere Substanzen ein Prozent und Medikamente 0,5 Prozent. Spielsucht und Medienkonsum stehen mit zwei Prozent in der Statistik des ZJS.

663 Männer (634) und 253 Frauen (236) nutzten das Angebot. 167 Personen (126) kamen aus dem sozialen Umfeld und mit 106-mal (105) war die Vermittlung in eine stationäre Einrichtung weiterhin hoch. 27 Personen (36) wurden von der Fachkraft der Fachstelle für Pathologisches Glücksspiel beraten.

Bei Beratungsende 2018 hatte sich für 91 Prozent der Konsumstatus verbessert (40 Prozent abstinent, 38 Prozent verbessert), bei drei Prozent (19 Prozent) blieb er unverändert und bei sechs Prozent (drei Prozent) hatte er sich verschlechtert.

Das ZJS im Ostkreis

Die Außenstelle in Büdingen mit Sprechzeiten in Nidda ist die einzige Suchtberatungsstelle im Ostkreis. Zwei Beraterinnen in Teilzeit leisten Nachsorgebetreuung, Ambulante Rehabilitation, psychosoziale Begleitung wenn ärztlich durchgeführt substituiert wird (Stichwort: Methadon), Vermittlung in Entgiftung, ambulante oder stationäre Entwöhnung und Nachsorge.

Fachstelle Prävention in Schulen

Das ZJS gliedert sich in verschiedene Fachstellen. Eine ist die Fachstelle Prävention in Schulen, mit einer Sozialarbeiterstelle, die der Wetteraukreis finanziert. Sie bietet Projekte zur Sucht- und Gewaltprävention in weiterführenden Schulen und Institutionen an, zum Beispiel in Jugendzentren, Konfirmandengruppen, Flüchtlingsunterkünften oder Bildungseinrichtungen.

Bei 235 Terminen (191) wurden direkt in Schulen 7.600 Personen erreicht (7.000). „Zahlen, die den großen Bedarf der Schulen zu den Themen Gewalt und Sucht zeigen. Wir leisten damit einen Beitrag, Probleme zu verhindern und zu vermeiden“, hebt Sozialdezernentin Stephanie Becker-Bösch hervor.

Die „FreD“-Kurse (Frühintervention bei erstauffälligen Drogenkonsumenten) sollen im kommenden Jahr nicht nur in Friedberg sondern auch in Büdingen angeboten werden, „um das Projekt auch für junge Leute aus dem Ostkreis attraktiver zu gestalten“, sagt Becker-Bösch.

Die Fachstelle Suchtprävention

Sie ist mit einer Sozialarbeiterstelle ausgestattet, die Wetteraukreis und Land Hessen je zur Hälfte finanzieren. Verfolgt wird ein ganzheitlicher Ansatz, denn es ist nachhaltiger und umfassender, „die gesunden Verhaltensweisen und Ressourcen von Menschen zu fördern, als ausschließlich gegen bestimmte Risiken oder Defizite anzukämpfen“, betont der Jahresbericht.

1.848 Personen (2.366) konnten im vergangenen Jahr mit den Projekten erreicht werden. Das Potential ist beachtlich, denn die Erzieher und Lehrkräfte, die an den Seminaren und Fortbildungen teilnehmen haben ihrerseits wieder mit jeweils 20 bis 25 Kindern oder Jugendlichen zu tun haben.

KLASSE KLASSE – Ein Programm für Grundschulen

KLASSE KLASSE kommt aus der Fachstelle Suchtprävention und wird ein neues Präventionsprogramm für ganz Hessen. Im Jahresbericht steht selbstbewusst, dass es mit dem Programm erstmals gelungen ist, „alle wichtigen Präventionsthemen in einem Spiel zu vereinen. Die Präventionsbereiche Bewegungsförderung und Ernährung sowie Sucht und Gewaltprävention sind Thema.“

KLASSE KLASSE wurde von der Universität Gießen evaluiert und auf Wirksamkeit untersucht, die Techniker Krankenkasse übernimmt als Kooperationspartnerin die Kosten für die Materialsets der Lehrkräfte. 30 Trainer/-innen wurden geschult und verbreiten KLASSE KLASSE ab jetzt in Hessen, Sachsen, Rheinland-Pfalz und im Saarland.

Die ersten Wetterauer Schulen, die das Programm einsetzen sind die Degerfeldschule in Butzbach und die drei Bad Nauheimer Schulen: Stadtschule an der Wilhelmskirche, Sophie-Scholl-Schule, Wettertalschule.

Auch Sportwetten sind Glücksspiele

Sportliche Großereignisse erhöhen die Attraktivität von Sportwetten, wobei in der Öffentlichkeit selten thematisiert wird, dass auch Sportwetten Glücksspiele sind. „Bereits Jugendliche zocken munter mit, sei es in Sportwettbüros, im Internet oder auf dem Handy, trotz der gesetzlichen Teilnahmebeschränkung ab 18 Jahren“, schreibt der Jahresbericht 2018.

Beratung zum Thema Glücksspiel bietet das ZJS seit 2011 an. Sie gehört zum Hessischen Landesmodellprojekt Glücksspielsuchtprävention und -beratung. Das Land finanziert seit 2008 an 15 Standorten Fachberatungen. Für den Wetteraukreis zuständiger Dienstsitz ist die Fachstelle Pathologisches Glücksspielen am ZJS in Bad Homburg. Glücksspiele werden in Spielhallen und Gaststätten mit Spielautomaten angeboten, aber nicht nur, denn auch 2018 wurden wieder vermehrt Online-Glücksspiele als Hauptspielort genannt.

Kontakt: Zentrum für Jugendberatung und Suchthilfe für den Wetteraukreis ZJS, Bismarckstraße 2, 61169 Friedberg, Telefon: 06031/7210-0, Öffnet ein Fenster zum Versenden der E-MailE-Mail.

veröffentlicht am: 07. August 2019