Impfzentrum noch nicht ausgelastet, es fehlt weiter Impfstoff

Masken und Schutzkleidung gibt es genug. Woran es mangelt ist genügend Impfstoff. Andreas Haas von der Fachstelle Brandschutz und Landrat Jan Weckler

„Entsprechend des Einsatzbefehls aus dem Innenministerium führen wir im Impfzentrum derzeit rund 350 Impfungen täglich durch“, äußert sich Jan Weckler zur aktuellen Impfstrategie im Wetteraukreis. „Wir hätten deutlich mehr Kapazitäten, allerdings fehlt nach wie vor der Impfstoff. Perspektivisch wollen wir mehr mobil und vor Ort impfen.“

Im Impfzentrum in Büdingen werden derzeit täglich rund 350 Erst- und Zweitimpfungen durchgeführt. Die mobilen Impfteams werden teilweise im Impfzentrum eingesetzt, weil der Impfstoff fehlt, um ihn dezentral auszugeben.

Impfstoff bleibt knappes Gut

Für die nächsten 14 Tage ist die Anlieferung von 4.000 weiteren Impfdosen angekündigt. Hierfür gibt es schon ausreichend Termine von Impfberechtigten. Parallel werden Menschen hoher Priorisierung mit besonderem Bedarf und ärztlichem Attest geimpft.

An den kommenden beiden Wochenenden werden Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Arztpraxen geimpft. Bis Ende März sollen dann Beschäftigte in Grund- und Förderschulen sowie von Kindertageseinrichtungen die Möglichkeit erhalten, geimpft zu werden. Dabei werden alle Beschäftigten, nicht nur Lehrkräfte, Erzieherinnen und Erzieher, sondern zum Beispiel auch Hausmeister, Sekretärinnen oder Hilfskräfte berücksichtigt.

Während für diese Gruppen die Terminorganisation über die Staatlichen Schulämter bzw. die Kommunen abgewickelt wird, können sich Personen aus den zugelassenen Priorisierungsgruppen über die üblichen Kanäle zur Impfung anmelden. Zum Beispiel über die Telefonnummern 116117 und 0611/50592888, erreichbar täglich von 8 bis 20 Uhr, sowie online über Öffnet externen Link in neuem FensterImpfterminservice oder Öffnet externen Link in neuem FensterImpfterminservice.Hessen.

Weil aktuell sehr viele Menschen einen Termin buchen möchten, kann es hier zu Verzögerungen und Wartezeiten kommen.

Impfungen dezentralisieren

Die mobilen Impfteams haben jetzt nahezu alle Bewohnerinnen und Bewohner in Alten- und Pflegeheimen geimpft. Teilweise mussten diese Impfungen in der Vergangenheit wegen akuter Ausbruchsgeschehen verschoben werden. Spätestens Mitte März sollen alle Bewohnerinnen und Bewohner, die dies möchten, ihre Erst- und Zweitimpfung bekommen haben.

Nach Abschluss der Impfungen in den Alten- und Pflegeeinrichtungen ist für die mobilen Impfteams bereits der weitere Einsatz geplant, orientiert immer an der Verfügbarkeit von Impfstoff. So sollen künftig Einrichtungen für Menschen mit Behinderung, der Tagespflege oder Betreutes Wohnen aufgesucht werden, „weil hier sehr schnell viele Menschen der vulnerablen Gruppen auf einmal geimpft werden können. Dennoch müssen wir aktuell noch damit leben, dass der limitierende Faktor der fehlende Impfstoff ist“, bittet der Landrat um Verständnis. So wurde etwa für diese Woche eine Lieferung mit dem Impfstoff Moderna angekündigt. Die Lieferung wurde um eine Woche verschoben und die angekündigte Menge um die Hälfte gekürzt.

Unabhängig davon wurden die Planungen für die dezentrale Abgabe des Impfstoffs vom Gesundheitsamt längst aufgenommen, können aber nur umgesetzt werden, wenn auch ausreichend Impfstoff zur Verfügung steht.

„Es hat keinen Sinn, kurzfristig falsche Erwartungen zu wecken, die dann nicht eingehalten werden können. Langfristiges Ziel ist es, die Impfungen zu dezentralisieren, am besten auf die Hausarztpraxen, die dafür bestens geeignet sind. Mit der Impfung der Beschäftigten der Hausarztpraxen, die jetzt am Wochenende beginnt, wird dafür ein erster wichtiger Schritt getan“, betont Landrat Jan Weckler.

veröffentlicht am: 26. Februar 2021