Isabel Hauke macht beim Wetteraukreis eine Teilzeitausbildung

Vom Tuch bis zum Mülleimer: Wenn Isabell Hauke im Haus unterwegs ist hat sie alles dabei.

Am Donnerstag, den 22. August lädt die Kreisverwaltung am Friedberger Europaplatz zu einem Tag der offenen Tür ein. „Der Wetteraukreis hat als Arbeitgeber viele verschiedene Ausbildungs- und Arbeitsmöglichkeiten zu bieten. Mit unserem Tag der offenen Tür 'Einblicke in die Vielfalt' geben wir eine Übersicht über die Fülle von Aufgaben, die der Wetteraukreis tagtäglich ausübt“, erläutert Landrat und Personaldezernent Jan Weckler. In einer kleinen Serie stellen wir einige Berufe vor, für die in der Kreisverwaltung ausgebildet wird.

Isabel Hauke kommt aus Königsee in Thüringen, lebt seit Beginn der 1990er Jahre in Hessen und machte in Frankfurt an einer Abendschule den Realschulabschluss. Sie ist 31 Jahre alt und beim Wetteraukreis im ersten Jahr ihrer Ausbildung zur Gebäudereinigerin. Die Ausbildung absolviert die alleinerziehende Mutter eines kleinen Sohnes in Teilzeit.

Frage: Was war Ihr Traumjob?

Antwort: Ich wäre gerne Tierpflegerin geworden und habe im Frankfurter Zoo ein Praktikum gemacht. Die Arbeit hat mir großen Spaß bereitet, aber die Arbeitszeit: von sechs Uhr morgens bis 16 oder 17 Uhr am späten Nachmittag, das geht einfach nicht. Ich habe einen kleinen Sohn, um den ich mich kümmern muss und will. Und in die Stadt ziehen? Nein, das ist nichts für mich. Ich bin ein Dorfkind.

Frage: Seit wann sind Sie beim Wetteraukreis?

Antwort: Ich habe im September 2018 angefangen, insgesamt dauert die Ausbildung drei Jahre. Mal sehen, vielleicht verkürze ich auch und lege die Abschlussprüfung früher ab. Da denke ich aber noch drüber nach, denn mein kleiner Sohn soll nicht drunter leiden. Ich will für ihn da sein.

Frage: Was gab den Ausschlag, die Ausbildung beim Wetteraukreis zu machen?

Antwort: Der Grund war die Ausbildung in Teilzeit. Ich hatte vorher einen 450-Euro-Job, mehr ging zeitlich nicht, weil ich alleinerziehend bin. Mein zuständiger Sachbearbeiter beim Jobcenter machte mich darauf aufmerksam, dass der Kreis Auszubildende für die Gebäudereinigung sucht und fragte, ob ich mich nicht bewerben wolle. Die Ausbildung könne ich auch in Teilzeit machen. Ich dachte mir: Ja, warum nicht? Über Interamt.de habe ich mich dann beworben, im Frühjahr 2018 den Einstellungstest gemacht und bestanden und im September angefangen.

Frage: Sie sind alleinerziehende Mutter eines kleinen Sohnes. Wie bekommen Sie Arbeit und Familie zusammen?

Antwort: Das funktioniert gut. Durch die Teilzeit arbeite ich sechs Stunden täglich und das ist perfekt. Mein Kleiner packt das gut. Von den Betreuungszeiten her könnte er von 7.30 bis 16.30 Uhr in der Kita sein, aber durch die Teilzeit kann ich ihn schon um 15 Uhr abholen. Ich will auch was von meinem Kind haben, denn dafür, dass er nur in der Betreuung ist habe ich ihn nicht in die Welt gesetzt.

Frage: Wie sieht Ihr beruflicher Alltag aus?

Antwort: Wir haben einen Wochenplan, das heißt jeder von uns ist eine Woche lang für eine bestimmte Aufgabe zuständig. Dann reinige ich zum Beispiel eine Woche lang die Teeküchen und fülle die Hygieneartikel auf, also die Handtücher und die Flüssigseife in den Toiletten. Ich liebe Teeküchen, die mache ich am liebsten sauber.

Frage: Was war das erste, das Sie in Ihrer Ausbildung gereinigt haben?

Antwort: Toiletten.

Frage: Geht es beim Reinigen einfach frisch ans Werk oder gibt es da einen Ablauf, den Sie befolgen müssen?

Antwort: Es gibt einen Ablauf: Wenn ich zum Beispiel die Teeküche sauber mache, mache ich zuerst das Spülbecken nass. Dann sprühe ich es mit einem Reinigungsmittel ein und lasse das erst mal wirken. Danach gehe ich mit einem gelben Schwamm drüber, das nennt man „einlegen“, dann wässere ich nach und wische mit einem gelben Tuch trocken. Toiletten werden von außen nach innen geputzt. Hier kommt zur Bürste nicht ein gelbes Tuch, sondern ein rotes Mikrofasertuch dazu.

Frage: In welche Berufsschule gehen Sie und welche Fächer haben Sie dort?

Antwort: Ich gehe in die Philipp-Holzmann-Schule in Frankfurt. Wir sind rund 25 Schülerinnen und Schüler in der Klasse, nur vier von uns arbeiten in einer öffentlichen Verwaltung. Wir haben die üblichen Fächer wie Deutsch, Mathematik, Politik und Wirtschaft, Deutsch. Und dann natürlich die fachlichen Lernfelder: Schädlingsbekämpfung, textile und nicht textile Böden, wie reinigt man richtig, welche Reiniger nehme ich wofür, denn nicht jede Chemikalie kann man für alles einsetzen.

Frage: Welche Möglichkeiten gibt es im Anschluss an die Ausbildung?

Antwort: Ich könnte mich weiterbilden zur Meisterin, mich auf Desinfektion spezialisieren oder zum Beispiel auf Tatortreinigung…

Frage: Das klingt spannend…

Antwort: Oh nein, das wäre nichts für mich. Ich hätte ständig die schrecklichen Bilder im Kopf.

Frage: Was raten Sie anderen, die eine Ausbildung beim Kreis machen wollen?

Antwort: Man sollte teamfähig sein, ohne Teamfähigkeit braucht man gar nicht anzufangen.

Tag der offenen Tür „Einblicke in die Vielfalt“

Am Donnerstag, 22. August werden die unterschiedlichen Fachbereiche des Wetteraukreises mit den vielfältigen Einsatzmöglichkeiten lebendig und greifbar sein. Im Plenarsaal geben Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der einzelnen Fachbereiche Einblicke in die Fülle von Aufgaben, die der Wetteraukreis tagtäglich ausübt.

Sieben verschiedene Workshops informieren rund um das Thema Bewerbung und Auswahlverfahren. Interessierte könen so direkt aus der Praxis heraus wertvolle Tipps erhalten und bereits in Teile des Auswahlverfahrens reinschnuppern. Tipps und Tricks gibt es für: Deinen Auftritt, deine Bewerbung, deine Online-Bewerbung sowie für das Auswahlverfahren im Bereich Gruppenarbeit und Schriftliche Tests. Auf Entdeckungstour der eigenen Stärken geht man im Talentschuppen. Und ein Bewerbungsmappencheck ist direkt in der Personalabteilung möglich. Plätze für einzelne Workshops können am Nachmittag selber angefragt oder vorab reserviert werden Öffnet ein Fenster zum Versenden der E-MailE-Mail.

Der Tag der offenen Tür findet von 14 bis 18 Uhr im Gebäude B der Kreisverwaltung in Friedberg statt.

veröffentlicht am: 01. August 2019