Linde an der Görbelheimer Mühle ist Naturdenkmal

Die Linde an der Görbelheimer Mühle ist trotz der sommerlichen Hitze in einem guten Zustand. Der Baum ist vital mit einer funktionierenden Wasserversorgung.

Rund 200 Naturdenkmale gibt es in der Wetterau. Die allermeisten von ihnen sind Bäume, vor allem uralte Linden und Eichen, mächtige Speierlinge, eindrucksvolle Kirschbäume und Platanen, Bäume der Superlative.

Mit Dr. Tim Mattern, zuständiger Sachbearbeiter für die Naturdenkmale der Wetterau, waren wir unterwegs zu den schönsten Exemplaren.

Linde an der Görbelheimer Mühle

Die Linde an der Görbelheimer Mühle hat eine wirklich bewegte Geschichte hinter sich. Das Prachtstück mit einem Stammumfang von mehr als zehn Metern steht an der Kreisstraße nach Bruchenbrücken und ist ein wahrer Überlebenskünstler.

Anfang des 20. Jahrhunderts stand in dem Bildband ‚Bemerkenswerte Bäume im Großherzogtum Hessen‘ zu lesen:

„Nicht spurlos sind die Jahrhunderte an ihr (der Görbelheimer Linde) vorübergezogen. Und der jedenfalls einst imposante Baum bietet heute ein Bild weit fortgeschrittenen Verfalls, allmählichen Verlöschens der Lebenskraft. Wie gebückt durch die Last der Jahre neigt er sich über die hohe Böschung der Straße. Den maserwüchsigen, schon vom Boden an mit zahlreichen Kurztrieben versehenen und völlig hohlen Stamm des sterbenden Riesen vermögen fünf Männer nicht ganz zu umspannen.“

Der Autor des Bildbandes hatte zum Glück Unrecht. Heute, fast 120 Jahre später, steht der Baum noch immer, nicht zuletzt unterstützt von der Hessischen Stiftung Naturschutz, die die stark eingewachsene Linde freigestellt und durch zwei stabile Stahlträger gestützt hat. Möglicherweise war die Linde einst die Dorflinde des in der Zeit der Bauernkriege 1524/25 aufgegebenen Dorfes Görbelheim, so dass ihr Alter auf deutlich mehr als 500 Jahre geschätzt werden kann.

veröffentlicht am: 06. August 2019