Zuschuss für die Sanierung eines Fachwerkhauses in Hitzkirchen

Von links: Landrat Jan Weckler, Familie Löffler sowie Bürgermeisterin Kirsten Frömel und Erster Beigeordneter Heinz Eckert

Hitzkirchen hat eine Reihe gut erhaltener Einzelbauten, die als Kulturdenkmale ausgewiesen wurden. Eines davon ist das Fachwerkwohnhaus von Familie Löffler. Für den Erhalt und die Sanierung des Gebäudes aus dem 18. Jahrhundert erhält sie einen Kreiszuschuss in Höhe von 5.000 Euro. Landrat Jan Weckler betonte bei der Übergabe des Zuwendungsbescheides das besondere Engagement der Familie bei der Erhaltung ihres außergewöhnlichen Kulturdenkmals.

Es klingt wie Idylle pur: Die kleine L-förmige Hofreite, vermutlich aus dem frühen 18. Jahrhundert, liegt in malerischer Lage in Hitzkirchen, einem Ortsteil von Kefenrod. In geringer Entfernung führt eine zweibögige Bruchsteinbrücke aus dem 18. Jahrhundert über die Bracht. Von diesen einfachen Korbbogenbrücken gibt es nur noch wenige in Hessen. In dieser sehr idyllischen und ruhigen Lage steht auf einem Sockel aus gemauerten Basaltbruchsteinen das ursprüngliche Fachwerkwohnhaus, das mittlerweile der Familie Löffler gehört. Ein typisches kleines Vogelsberger Bauernhaus mit einer für die Gegend typischen, aber selten gewordenen Verschindelung. Es ist erstaunlich, dass sich nach Jahrzehnten des Leerstandes dieses Denkmal noch in einem bemerkenswert guten Zustand befindet.

Trotz jahrelangem Leerstand schützten die angebrachten Verkleidungen an den Fassaden die Fachwerkkonstruktion aus Eiche ausreichend. Die Schäden am Fachwerk sind überschaubar. Die Eigentümer haben sich dazu entschlossen, das Gebäude für die Familie umfassend zu sanieren. Hier kommt Familie Löffler zugute, dass sie als traditioneller Dachdeckerbetrieb handwerkliches Know How mitbringen und so viel Eigenleistung mit Liebe zum Detail einbringen können. Landrat Jan Weckler ist beeindruckt von so viel Einsatz und Engagement: „Das Ergebnis wird spannend und die Aufgabe ist auch handwerklich anspruchsvoll.“

Das Konzept sieht gegliederte Holzfenster und zukünftig noch eine passende Eingangstür aus Holz vor. Störende Fenster aus Kunststoff wurden entfernt. Das Dach wurde mit naturroten Biberschwanzziegeln neu eingedeckt. Im Inneren des Hauses werden die Außenwände mit Holzfaserplatten gedämmt und mit Lehm neu verputzt. Einige historische Dielen werden aufgearbeitet und in weiteren Räumen neue Holzdielen verlegt.

Spannend wird die Anbringung erforderlicher neuer Weedbretter. Eine handwerkliche Aufgabe, die nicht mehr häufig durchgeführt wird. „Ich freue mich, dass Sie dieses außergewöhnliche Fachwerkhaus mit so viel Einsatz wieder zu Schönheit und Leben erwecken“, sagte Landrat Jan Weckler bei der Übergabe des Zuwendungsbescheides.

veröffentlicht am: 08. September 2021