Ehrenamt braucht Anerkennung und Unterstützung

Landrat Jan Weckler und die Koordinatorin für Bürgerengagement Beate Heid.

Landrat Jan Weckler und die Koordinatorin für Bürgerengagement Beate Heid.

Im Sommer 2021 unterzeichnete Landrat Jan Weckler in der Hessischen Staatskanzlei in Wiesbaden die Vereinbarung zum Aufbau eines Koordinierungszentrums für Bürgerengagement im Wetteraukreis. Mit dem vom Land geförderten Koordinierungszentrum entsteht eine regionale Anlauf- und Informationsstelle für Vereine, Gruppen und kommunale Betreuungsstrukturen.

Mit Beate Heid kümmert sich seit Inkrafttreten der Vereinbarung eine in Ehrenamts- und Verwaltungsstrukturen erfahrene Kraft beim Wetteraukreis um das Thema. Bereits in der Sportförderung, bei dem Wettbewerb „Unser Dorf hat Zukunft“, der Museumslandschaft Oberhessen und auch im privaten Bereich konnte sie viele wertvolle Erfahrungen in Zusammenarbeit mit dem Ehrenamt sammeln.

„Ziel des Wetterauer Koordinierungszentrums ist es, besonders in den ländlichen Bereichen der Wetterau das Ehrenamt durch den Aufbau dieser zentralen Anlaufstelle zu stärken. Im Vordergrund stehen werden für uns die Vernetzung, die Fort- und Weiterbildung der Akteure sowie die Digitalisierung. Dabei freuen wir uns auf die Zusammenarbeit mit den Ehrenamts- und Freiwilligenagenturen, den 25 Kommunen und allen Koordinatoren und Koordinatorinnen, die im Ehrenamt schon lange aktiv sind“, so Landrat Jan Weckler.

Eine Aufgabe des Koordinierungszentrums ist es auch, die Wertschätzung für diejenigen zu erhöhen, die sich ehrenamtlich engagieren. So soll die Ehrenamtscard des Landes besser beworben und als Instrument der Wertschätzung gestärkt werden. Jedes Jahr werden nun zwei Aktionen für die Inhaber der Karte umgesetzt und noch weitere Vergünstigungen akquiriert.

In der Kreisverwaltung ist das Koordinierungszentrum direkt beim Fachbereich für Regionalentwicklung und Umwelt angegliedert. Hier gibt es alle Informationen zum Koordinierungszentrum und auch Anträge für die Ehrenamtscard.

Ansprechpartnerin für das Koordinierungszentrum ist Beate Heid, Telefon: 06031-834112, E-Mail. Mehr Informationen auf unserer Seite zum Ehrenamt.

Ein weiterer Handlungsschwerpunkt des Koordinierungszentrums ist es, den Anteil der ehrenamtlich tätigen Frauen in Entscheidungspositionen zu erhöhen.

Der 5. Dezember ist der Internationale Tag des Ehrenamts. Aus Anlass dieses Aktionstages haben wir drei Vorstandsmitglieder der Ehrenamtsagentur „Aktiv in Büdingen e.V.“ zu ihren Erfahrungen rund um das Ehrenamt gefragt: Corinna Fuchs, Vorstandsvorsitzende, Lina Blumenthal, Schriftführerin und Laura Blumenthal, Beisitzerin.

Wie lange gibt es die Ehrenamtsagentur Büdingen schon, und wie lange sind Sie dabei?

Corinna Fuchs: Die Ehrenamtsagentur gibt es seit 2013 und ich selbst bin seit 2015 dabei.

Lina Blumenthal, Laura Blumenthal: Wir beide sind noch nicht lange in der Ehrenamtsagentur „Aktiv in Büdingen e.V.“ dabei. Wir haben uns aber dazu entschlossen aktiv für das Ehrenamt einzustehen und soziale Verantwortung zu übernehmen. Wir wollen Dinge bewegen und praktische Erfahrungen sammeln.

Wie kamen sie dazu, sich ehrenamtlich zu engagieren?

Corinna Fuchs: Diese Art von Engagement hat es bei mir immer schon gegeben. Früher war das in Elternbeiräten und in Sportvereinen meiner Kinder oder aber auch in evangelischen Kirchenvorständen. Mit den zahlreichen Geflüchteten wurde ein erneutes Engagement besonders nötig, um den Ankommenden und der Gesellschaft gleichermaßen zu helfen.

Lina Blumenthal: Ich bin bereits seit mehreren Jahren in verschiedenen Vereinen in Büdingen aktiv. Im Ehrenamt tätig zu sein macht glücklich und stärkt das Selbstbewusstsein. In den letzten Jahren konnte ich dank des Ehrenamts mit unterschiedlichen Menschen Kontakt knüpfen. Es entstehen Freundschaften und Beziehungen, die über das Ehrenamt hinausgehen.

Laura Blumenthal: Ich bin Erste Vorsitzende des Büdinger Kinder- und Jugendbeirates und in diesem Bereich bereits seit mehreren Jahren ehrenamtlich aktiv. Wir wollen, dass die Wünsche und Interessen von Kindern und Jugendlichen von der Politik gehört werden. Durch meine ehrenamtliche Arbeit bin ich auf die Ehrenamtsagentur gestoßen, ich hatte den Wunsch Kindern unabhängig von ihrer Herkunft und dem finanziellen Status ihrer Eltern Bildungsangebote zu ermöglichen.

Was gibt Ihnen die Arbeit?

Corinna Fuchs: Sie ist im wahrsten Sinn des Wortes horizonterweiternd in vielerlei Hinsicht. Die Zusammenarbeit mit Behörden zeigt andere Einblicke in deren Arbeit als man sie als „Normalbürger“ wahrnimmt. Die Vermittlung von ehrenamtlichem Deutschunterricht veranlasste mich dazu, mich bei der Vorbereitung intensiv mit der Theorie unserer Sprache sowie deren Grammatik auseinanderzusetzen. Außerdem vertiefe ich meine Menschenkenntnis.

Lina und Laura Blumenthal: Ehrenamt macht glücklich.

Was motiviert sie am meisten?

Corinna Fuchs: Wenn andere Menschen durch unsere Arbeit „besser laufen können“.

Lina Blumenthal: Das Ehrenamt gibt mir das Gefühl etwas wirklich Nützliches zu tun und das Gefühl der Gemeinschaft. Wir können mit unserer Arbeit nicht die ganze Welt retten, aber jeder kleine Beitrag ist unglaublich wertvoll.

Was empfehlen sie anderen, die sich ehrenamtlich engagieren wollen?

Corinna Fuchs: Teamfähig sein und aber auch mal eine Kröte schlucken und einen Igel bürsten können.

Lina Blumenthal: Nicht warten, sondern aktiv werden. Sich bei der ansässigen Ehrenamtsagentur oder in einem Verein anmelden, der die eigenen Interessen und Wünsche vertritt. Wer Kontakt aufnimmt wird schnell merken, wie herzlich man aufgenommen wird. Besonders im ländlichen Raum ist das Ehrenamt von besonderer Bedeutung, von Brandschutz bis zur Sozialarbeit. Die Arbeit wird mit Dankbarkeit und sozialen Beziehungen belohnt.

Mehr Informationen bei der Ehrenamtsagentur Büdingen, E-Mail.

veröffentlicht am: 03. Dezember 2021