Startschuss für Kooperation im kommunalen Klimaschutz

Von links: Stefanie Voss, Klimaschutzmanagerin des Wetteraukreises, Dr. Alexa Zierl aus dem Landkreis Fürstenfeldbruck und Sven Küster, Twinning-Berater des IdE aus Kassel.

Kommunaler Klimaschutz ist eine sehr langfristige Aufgabe, die große Anstrengungen benötigt. Allerdings muss man dabei nicht immer das Rad neu erfinden. „Eine interkommunale Kooperation kann helfen, einfacher neue Projekte umzusetzen, da die Kooperationspartner gegenseitig von den Erfahrungen und dem Wissen des jeweiligen Partners profitieren“, so beschreibt Erster Kreisbeigeordneter Helmut Betschel die Zielsetzung des Projektes RegioTwin, dem sich der Wetteraukreis jetzt angeschlossen hat.

Der Wetteraukreis ist einer von vielen Landkreisen, die den kommunalen Klimaschutz verstärkt angehen wollen. Die wenigsten sind in diesem Bereich schon weit fortgeschritten. Beim Schneller-Vorankommen unterstützt das Projekt RegioTwin, in dem über das Twinning-Prinzip der Wissenstransfer zwischen Kommunen und Regionen gefördert wird. Es arbeiten jeweils zwei Kommunen über ein Jahr eng zusammen und werden durch einen „RegioTwin“-Berater unterstützt. Der Wetteraukreis wurde gemeinsam mit dem Landkreis Fürstenfeldbruck als Paar ausgewählt und kann jetzt vom gegenseitigen Erfahrungsaustausch profitieren.

„Der Wetteraukreis möchte, so wie es der Landkreis Fürstenfeldbruck bereits jetzt ist, gerne zum Vorreiter im kommunalen Klimaschutz werden. Besonders bei der Umsetzung von Energieeffizienzmaßnahmen und Klimaschutzprojekten besteht sehr großes Interesse, möglichst viel von dem erfahrenen Partner zu lernen“, so Erster Kreisbeigeordneter Helmut Betschel.

Die Twinning-Regionen, die aus zahlreichen Bewerbungen ausgewählt wurden, sind in fast allen Teilen Deutschland vertreten.

Dem Projektteam ist es gelungen, trotz zum Teil sehr unterschiedlicher Strukturmerkmale zueinander passende Partner zu finden. Die Bewerbungen reichten von Großstädten über Landkreise bis hin zu Kleinstädten und Gemeinden. Neben strukturellen Merkmalen, wie Größe oder Struktur wurden auch inhaltliche Wünsche der Umsetzungskommunen berücksichtigt.

Das Projekt wird über drei Jahre vom Bundesumweltministerium im Rahmen der nationalen Klimaschutzinitiative gefördert und vom IdE Institut dezentrale Energietechnologien aus Kassel durchgeführt.

Zum Twinning-Prinzip:

Das Twinning ist ein Instrument, das bisher von der Europäischen Union eingesetzt wurde, um Beitrittsländer auf die Aufnahme in die Europäische Union vorzubereiten. Dabei arbeitet ein Beitrittskandidat mit Experten aus einem Mitgliedsland zusammen, um ein konkretes Projekt umzusetzen.  RegioTwin überträgt diesen Ansatz auf den kommunalen Klimaschutz, um einen besseren Wissenstransfer zwischen Regionen zu ermöglichen.

veröffentlicht am: 27. Juli 2015