Von Apfelbaum zu Apfelbaum – Streuobst verbindet Oberhessen
Ein Projekt der Landschaftspflegeverband des Wetteraukreises Naturschutzfonds Wetterau e.V. im Zeichen der Landesgartenschau Oberhessen 2027

Landrat Jan Weckler, Vorsitzender des Naturschutzfonds Wetterau e.V., Franka Hensen, Geschäftsführerin des Naturschutzfonds Wetterau e.V., Mitarbeiter aus der Schreinerei der Teilhabe Wetterau sowie deren Geschäftsführer Markus Haselbauer bauen gemeinsam eine Nisthilfe. Foto: Naturschutzfonds Wetterau e.V.
Die Streuobstwiesen sind eine der prägendsten Kulturlandschaften der Region Oberhessen. Zur Landesgartenschau Oberhessen 2027 hat der Landschaftspflegeverband des Wetteraukreises Naturschutzfonds Wetterau e.V. mit dem Projekt „Streuobst verbindet Oberhessen“ ein interkommunales, inklusives Vorhaben ins Leben gerufen. Ziel ist es, die Lebensbedingungen von Steinkauz und Gartenrotschwanz als wichtige Bewohner der Streuobstwiesen zu verbessern und damit ihren Erhalt zu sichern. Das Projekt soll über die Landesgartenschau hinauswirken.
Für die Umsetzung hat der Landschaftspflegeverband in den Jahren 2025 und 2026 insgesamt 10.000 Euro bereitgestellt. Mit diesen Mitteln konnten Nisthilfen für die beiden Vogelarten gefertigt werden. Ab Herbst 2026 werden die Nisthilfen an interessierte Kommunen kostenfrei ausgeliefert. Jede Kommune erhält sechs Nisthilfen für den Steinkauz, sowie 12 Nisthilfen für den Gartenrotschwanz. Die Kommunen übernehmen anschließend die Verteilung und Installation.
Inklusion als Teil der Landschaftspflege
Ein besonderer Bestandteil des Projekts ist seine soziale Dimension: Die Nisthilfen wurden in einer regionalen Werkstatt für Menschen mit Behinderung gefertigt, in der Menschen mit Beeinträchtigung aktiv sind. Damit verbindet das Projekt ökologische Zielsetzungen mit gesellschaftlicher Teilhabe.
Landrat: Gemeinsam Verantwortung für unsere Heimat übernehmen
Landrat Jan Weckler, Vorsitzender des Naturschutzfonds Wetterau e.V., betont die Bedeutung des Projekts: „Mit dem Projekt, Streuobst verbindet Oberhessen‘ investieren wir nicht nur in den Schutz bedrohter Vogelarten, sondern auch in den Erhalt unserer einzigartigen Streuobstlandschaft.“ Gehe der Anteil an Streuobstwiesen und damit der Bestand der Vogelarten zurück, stehe nicht nur ein ökologisches Gleichgewicht auf dem Spiel, sondern auch ein Stück regionaler Identität, so Landrat Weckler weiter: „Gleichzeitig zeigt das Projekt, wie Naturschutz, Inklusion und die Zusammenarbeit vieler regionaler Akteure erfolgreich Hand in Hand gehen können. Jede aufgehängte Nisthilfe ist ein sichtbares Zeichen dafür, dass wir gemeinsam Verantwortung für unsere Heimat übernehmen.“
Streuobstwiesen benötigen Schutz
Die Streuobstwiesen des Wetteraukreises sind weitaus mehr als landwirtschaftliche Flächen. Streuobstwiesen sind Ausdruck einer historisch gewachsenen Kulturlandschaft, in der sich Nutzung, Tradition und Biodiversität über Generationen miteinander verbunden haben. Sie stehen seit Jahrhunderten für das harmonische Zusammenspiel von Menschen und Natur und zugleich für einen Lebensraum, der heute mehr denn je Schutz und Aufmerksamkeit benötigt.
Charakteristisch für diese Landschaft sind hochstämmige Obstbäume, die das regionale Landschaftsbild prägen und Lebensraum für eine Vielzahl von Tierarten bieten. Der Steinkauz und der Gartenrotschwanz stehen exemplarisch für den ökologischen Wert dieser Lebensräume. Mit dem Rückgang strukturreicher Streuobstwiesen geraten diese Arten zunehmend unter Druck.
Die Streuobstberatung ist Teil des Projekts „Vorbereitung, Begleitung und Evaluation von Maßnahmen des Naturschutzes und der Landschaftspflege durch den Naturschutzfonds Wetterau e.V.“ und wird durch das Land Hessen im Rahmen der Richtlinie zur Förderung von Landschaftspflegeverbänden gefördert. Bewilligungsstelle ist das Regierungspräsidium Darmstadt. Die Förderung trägt insbesondere zur Umsetzung der Ziele der Hessischen Biodiversitätsstrategie bei. Weitere Informationen finden Interessierte online beim Naturschutzfonds Wetterau e.V..