Prostatakrebs und jetzt? Neue Selbsthilfegruppe in Bad Nauheim
Die Prostata-Krebs Selbsthilfegruppe trifft sich erstmals am Montag, den 31.08.2026 in Bad Nauheim, weitere Treffen sind 14-täglich geplant.

Prostatakrebs (Prostatakarzinom) ist der häufigste bösartige Tumor bei Männern in Deutschland. Bildquelle: Andar Moon auf Pixabay
Der PSA-Wert ist nach der letzten Prostata-Untersuchung angestiegen. Wer regelmäßig zur Vorsorgeuntersuchung geht, kann damit etwas anfangen. Wer nicht, für den rückt jetzt der Prostatakrebs in Sichtweite. Für viele ist das dann sehr unverhofft und ein völlig neues Thema im Alltag.
Wissen schützt nicht unbedingt vor Krankheit, aber spätestens jetzt wird es Zeit, sich mit der Thematik auseinander zu setzen. Über kurz oder lang werden Entscheidungen zu treffen sein. Da ist es gut zu wissen, was einen alles erwarten kann.
Ein erhöhter PSA-Wert heißt nicht automatisch: Prostatakrebs. Weitere Untersuchungen sind fällig. Und nicht jeder Krebs ist gleich aggressiv. Eine fachliche Einschätzung durch einen Urologen ist dringend angesagt, aber noch kein Grund zur Panik.
Es gibt grundsätzlich drei anerkannte Arten der Prostata-Krebsbekämpfung:
1. Operativ durch vollständige Entfernung der Prostata;
2. Strahlentherapie und
3. Hormontherapie. Letztere ist eigentlich nur eine Verhinderung der Ausbreitung von Krebszellen auf Zeit, eine Heilung ist so nicht möglich.
Und jetzt fängt das Abwägen von Für und Wider an. Alle Arten der Behandlung haben Folgeerscheinungen, die man unbedingt kennen sollte, bevor man sich zu einem ersten Schritt entscheidet. Eine Beratung durch den behandelnden Urologen sollte auf jeden Fall erfolgen, aber eine Zweitmeinung einzuholen, erweitert den Entscheidungshorizont.
Spätestens jetzt stellt sich die Frage, wo erhalte ich weitere valide Informationen, die mir bei der Entscheidung: was ist der nächste Schritt und mit welchen Folgen muss ich rechnen, helfen.
Es gibt im Internet zahlreiche Gesprächsforen, in die sich Betroffene einklinken können. Aber es ist sehr wichtig, hier die richtigen Fragen zu stellen, um nicht in der Flut von Informationsmöglichkeiten zu ertrinken. Es liegt nahe, sich an solche Personen zu wenden, die bereits praktische Erfahrung mit der einen oder anderen Behandlungsart der Krebsbekämpfung hatten. Dabei ist zu berücksichtigen, jeder Mensch reagiert auch individuell auf die Anwendungen und Krebs ist nicht gleich Krebs, auch wenn man hier wieder Einstufungen machen kann (z.B. durch den Gleason-Faktor).
„Hätte ich das vorher gewusst, hätte ich mich anders entschieden.“ Wer zu dieser Einschätzung später kommt, hätte gut daran getan, sich vorher in einer Selbsthilfe-Gruppe mit Leidensgenossen auszutauschen. Auch wenn dies nur zur Festigung der eigenen Entschlussfassung hilfreich gewesen wäre. Im Gespräch tauchen Fragen auf, auf die man selber gar nicht kommen würde.
Ein Gespräch kann Ängste abbauen aber auch den Horizont erweitern. Die Gelegenheit, auf den Erfahrungen der Anderen aufzubauen und davon zu lernen, ist hier so gut wie sonst nirgendwo. Man lernt sich miteinander kennen und baut idealerweise auch Vertrauen auf das Gesagte auf.
Nicht jeder kann geheilt werden. Aber auch der Weg zu einem besseren Umgang mit der Krankheit ist den Aufwand des regelmäßigen Treffens wert. Selbst Fehlentscheidungen lassen sich so leichter eindämmen.
Prostatakrebs Selbsthilfegruppe
Treffpunkt: Bad Nauheim, montags, 18:00 Uhr
Kontakt: Tel: 0157 50743147