Unser Selbstverständnis
Wir verstehen uns als Sprachrohr und Akteurin für die Rechte von Frauen und setzen uns für die tatsächliche Gleichstellung ein. Unser Ziel ist eine diskriminierungsfreie Gesellschaft. Unsere Arbeit ist fachlich fundiert, kooperativ, lösungsorientiert und intersektional ausgerichtet – mit klarem Blick auf strukturelle Benachteiligungen und Machtverhältnisse. Unser gesetzlicher Auftrag bildet die Grundlage unseres Handelns. Politische Beschlüsse und Aufträge des Kreistags setzen wir in diesem Rahmen um und gestalten sie fachlich mit. Wir zielen auf strukturelle Veränderungen: Wir wirken auf Rahmenbedingungen und Entscheidungsprozesse ein, setzen Impulse und stärken Gleichstellung auf institutioneller Ebene. Individuelle Anliegen greifen wir auf, sie stehen jedoch nicht im Zentrum unserer Arbeit.
Leitziel
Der Fachdienst Frauen und Chancengleichheit wirkt darauf hin, dass tatsächliche Gleichstellung von Frauen und Männern im Wetteraukreis verwirklicht wird -strukturell, nachhaltig und intersektional.
Strategische Ziele und Handlungsansätze
1. Geschlechtergerechtigkeit fördern – nach innen und außen
Strategisches Ziel: Die Gleichstellung von Frauen und Männern ist als kommunales Querschnittsziel anerkannt und wird in politischen, gesellschaftlichen, planerischen und verwaltungstechnischen Entscheidungen systematisch berücksichtigt.
Handlungsansatz: Wir setzen uns für die tatsächliche Gleichstellung von Frauen und Männern in allen gesellschaftlichen, politischen, wirtschaftlichen und kommunalen Bereichen ein. Wir wirken darauf hin, dass die Auswirkungen verwaltungs- und politikbezogener Maßnahmen auf die Lebenssituationen von Frauen und Männern systematisch geprüft und berücksichtigt werden. Zudem fördern wir eine gleichstellungsorientierte Kultur in Verwaltung und Öffentlichkeit.
2. Gleichstellungsorientierte Verwaltung gestalten
Strategisches Ziel: Gleichstellung ist Teil der Verwaltungsstruktur: Leitlinien, Pläne und Prozesse werden geschlechtergerecht gestaltet und regelmäßig überprüft. Vereinbarkeit von Beruf und Familie ist strukturell verankert. Schutz vor sexueller Belästigung wird ernst genommen und systematisch umgesetzt.
Handlungsansatz: Wir begleiten aktiv die Umsetzung des HGlG, entwickeln Frauen- und Gleichstellungspläne mit und fördern eine Organisationskultur, in der Gleichstellung als Leitprinzip verankert ist (Gender Mainstreaming). Ein besonderer Fokus liegt auf der Vereinbarkeit von Beruf und Familie – für Frauen und Männer gleichermaßen. Zudem setzen wir uns für einen wirksamen Schutz vor sexueller Belästigung am Arbeitsplatz und eine diskriminierungsfreie Arbeitsumgebung ein.
3. Erwerbsarbeit und soziale Sicherung geschlechtergerecht gestalten
Strategische Ziele: Frauen im Wetteraukreis haben Zugang zu existenzsichernder Erwerbsarbeit, familienfreundlichen Arbeitsbedingungen und passgenauen Unterstützungsangeboten. Frauen sind ausreichend sozial abgesichert, geschlechtsspezifische Armutsrisiken werden dabei berücksichtigt und abgebaut.
Handlungsansatz: Wir fördern die faire Teilhabe von Frauen am Erwerbsleben, mit gleichen Chancen bei Entlohnung, Karriere und der Vereinbarkeit von Beruf und Sorgearbeit.
Wir setzen uns für die soziale Absicherung von Frauen ein, die nicht oder nur eingeschränkt erwerbstätig sind. Dabei berücksichtigen wir besondere Bedarfe, etwa von Alleinerziehenden, sowie Risiken wie Altersarmut. Wir unterstützen frauenspezifische Hilfsangebote zur Armutsbekämpfung, darunter Beratung zu finanziellen Leistungen, sozialer Teilhabe und Empowerment-Formate.
4. Politische und gesellschaftliche Teilhabe von Frauen stärken
Strategisches Ziel: Politische Gremien, Beiräte und öffentliche Führungspositionen sind paritätisch besetzt und deren Zusammensetzung ist transparent dokumentiert.
Handlungsansatz: Wir stärken die politische Mitgestaltung von Frauen, fördern ihre Sichtbarkeit in Entscheidungsprozessen und wirken aktiv Diskriminierung und Ausschluss entgegen.
5. Schutz vor geschlechtsspezifischer Gewalt sicherstellen
Strategisches Ziel: Frauen im Wetteraukreis finden wirksame Schutz- und Hilfestrukturen vor. Prävention und Sensibilisierung sind Teil kommunaler Verantwortung.
Handlungsansatz: Wir setzen uns für stabile Hilfestrukturen, bedarfsgerechte Schutzräume und eine gut vernetzte Interventionskette ein. Prävention, Aufklärung und Fachkräftequalifizierung sind zentrale Bestandteile unserer Arbeit.
Handlungsansatz: Wir setzen uns für stabile Hilfestrukturen, bedarfsgerechte Schutzräume und eine gut vernetzte Interventionskette ein. Prävention, Aufklärung und Fachkräftequalifizierung sind zentrale Bestandteile unserer Arbeit.
Dazu gehört auch, Männer in die Gewaltprävention einzubeziehen – etwa durch Sensibilisierung, Bildungsarbeit und spezialisierte Täterprogramme –, um den Schutz von Frauen nachhaltig zu sichern und geschlechtsspezifische Gewalt zu verhindern.
6. Frauenspezifische Angebote sichern und ausbauen
Strategisches Ziel: Die Vielfalt und Erreichbarkeit frauenspezifischer Unterstützungsangebote wird im Landkreis gesichert und qualitativ weiterentwickelt.
Handlungsansatz: Wir fördern den Ausbau von Beratungs-, Bildungs- und Hilfsangeboten – insbesondere in den Bereichen Gewalt, berufliche Orientierung, soziale Absicherung, Care-Arbeit und Gesundheit – und setzen uns für wohnortnahe, niedrigschwellige Zugänge ein.
7. Geschlechtergerechte Gesundheitsförderung und -versorgung stärken
Strategisches Ziel: Die Gesundheitsversorgung im Wetteraukreis wird unter geschlechter- und gleichstellungsrelevanten Gesichtspunkten weiterentwickelt. Frauen und Mädchen – insbesondere in belasteten Lebenslagen – finden passgenaue, niedrigschwellige und kultursensible Gesundheitsangebote vor.
Handlungsansatz: Wir bringen Gleichstellungsperspektiven in Prävention, Versorgung und Gesundheitsförderung ein – insbesondere für Frauen in belasteten Lebenslagen. Dabei vernetzen wir relevante Akteurinnen und Akteure, initiieren fachliche Impulse und setzen uns für kultursensible, wohnortnahe und niedrigschwellige Angebote ein.
8. Kulturelle Teilhabe ermöglichen
Strategisches Ziel: Kulturelle Teilhabe und kreative Entfaltungsmöglichkeiten für Frauen werden gestärkt und vielfältig zugänglich gemacht.
Handlungsansatz: Wir unterstützen frauenspezifische Kulturprojekte, -veranstaltungen und -initiativen, um weibliche Perspektiven sichtbar zu machen und den Zugang zu kultureller Bildung zu erleichtern. Dabei legen wir Wert auf inklusive, niedrigschwellige Angebote.
9. Digitalisierung gendergerecht gestalten
Strategisches Ziel: Digitale Kompetenzen von Frauen werden gefördert, um ihre gesellschaftliche und berufliche Teilhabe im digitalen Zeitalter zu sichern.
Handlungsansatz: Wir fördern frauenspezifische Schulungs- und Beratungsangebote im Bereich Digitalisierung und arbeiten daran, Zugänge zu digitalen Technologien zu schaffen. Dabei liegt der Fokus auf dem sicheren Umgang mit digitalen Tools, dem Schutz der digitalen Privatsphäre und der Sensibilisierung für geschlechtsspezifische Unterschiede in der digitalen Welt.
10. Bildungsteilhabe für Frauen
Strategisches Ziel: Bildungsangebote für Frauen werden erweitert und zugänglich gestaltet, um individuelle Entwicklung und Chancengleichheit zu fördern.
Handlungsansatz: Wir stärken frauenspezifische Bildungs- und Qualifizierungsprogramme – von schulischer Förderung bis zur beruflichen Weiterbildung – und fördern lebenslanges Lernen. Dabei legen wir besonderen Wert auf die sichere Teilhabe aller Frauen, indem wir Barrieren abbauen, niedrigschwellige und flexible Formate anbieten und Inhalte bedarfsorientiert gestalten.
Leitbild komplett
Unser ausführliches Leitbild mit unserem gesetzlichem Auftrag, unserem Selbstverständnis, unseren Werten, unserer Rolle in der Verwaltung und unseren Arbeitsprinzipen können Sie sich hier anschauen.