5.000 Euro für einen Ort des Gedenkens und der Gemeinschaft

Landrat Jan Weckler übergibt Zuschussbescheid für denkmalschutzgerechte Sanierung der Pohl-Gönser Synagoge an Butzbachs Bürgermeister Sascha Huber

Drei Männer stehen vor der Fassade eines sanierungsbedürftigen Gebäudes. Einer der Männer hält eine Dokumentenmappe in Händen.

Den Zuschussbescheid zur Sanierung der denkmalgeschützten Synagoge in Pohl-Göns übergibt Landrat Jan Weckler (rechts) im Beisein von Ortsvorsteher Martin Jung (links) an Butzbachs Bürgermeister Sascha Huber.

Einiges hat die ehemalige Synagoge von Pohl-Göns seit ihrem Bau im Jahr 1926 erlebt – sie war Gotteshaus, überstand die Reichspogromnacht und war danach lange Zeit ein Lagerraum. Nun soll sie ein Ort der Erinnerung und der Gemeinschaft werden. Mit einem Betrag von 5.000 Euro unterstützt der Wetteraukreis daher die Sanierung des denkmalgeschützten Gebäudes. Einen entsprechenden Zuschussbescheid übergibt Landrat Jan Weckler an Butzbachs Bürgermeister Sascha Huber. 

„Die ehemalige Synagoge in Pohl-Göns besitzt mit ihrem authentischen Erhaltungszustand nicht nur eine besondere regionalgeschichtliche Bedeutung, sondern stellt damit auch eines der wenigen erhaltenen Beispiele kleiner Landsynagogen in Hessen dar. Umso mehr freut es mich, dass die Stadt Butzbach das Gebäude nun zu einem lebendigen Ort der Begegnung und der Erinnerung umgestalten möchte“, sagt Landrat Jan Weckler bei einem Besuch des denkmalgeschützten Gebäudes gemeinsam mit Sascha Huber und dem Pohl-Gönser Ortsvorsteher Martin Jung. „Der Wetteraukreis möchte die städtischen Bemühungen zum Erhalt eines Stücks Wetterauer Geschichte unterstützen“, so Jan Weckler bei der Übergabe des entsprechenden Zuschussbescheids an Sascha Huber.    

Die Synagoge entstand im Jahr 1926 nach Plänen des Butzbacher Architekten Jakob Lippert. Bei dem Gebäude handelt es sich laut Beschreibung der Liste hessischer Kulturdenkmäler um einen „kleinen und einfachen, aber stimmigen Synagogenbau“. Eindrucksvoll sind die noch großenteils aus der Bauzeit erhaltenen Ausmalungen im Innenraum, etwa das Deckengewölbe mit goldenen Sternen auf blauem Grund, umrahmt von einem gelb-blauen Zickzackfries und einer Wandbemalung in einem kräftigen Rotton. Aufgrund ihrer unmittelbaren Nähe zu einer Schreinerei setzten die Nazis das Gebäude während der Reichpogromnacht nicht in Brand. Durch spätere Anbauten und ihre eher unauffällige Lage entging sie auch im weiteren Verlauf einer Zerstörung und wurde lange Zeit als Lager genutzt. Im Jahr 2024 schließlich erwarb die Stadt Butzbach dieses seltene und eindrucksvolle Zeugnis jüdischer Geschichte in der Region.

„Wir möchten das Gebäude mit seiner ganzen Authentizität erhalten und dort, wo es erforderlich ist, originalgetreu ergänzen. In einem ersten Schritt erfolgen nun das Freistellen des Gebäudes, eine Sanierung des Dachs und der Schutz gegen Witterungseinflüsse“, beschreibt Sascha Huber die geplanten nächsten Schritte. 

Veröffentlicht am: 01. Oktober 2026