Für andere da sein, wenn sie es selbst nicht mehr können
34 Menschen im Wetteraukreis für die ehrenamtliche rechtliche Betreuung geschult

Anna Möller (vhs wetterau), Silke Dinius (Betreuungsverein Friedberg) und Klaudia Mertinat (Betreuungsverein der Diakonie Wetterau) freuen sich mit den Teilnehmerinnen und Teilnehmern, die den Einführungskurs für ehrenamtliche rechtliche Betreuungspersonen erfolgreich abgeschlossen haben.
Was passiert, wenn ein Mensch aufgrund einer Erkrankung oder Behinderung wichtige Entscheidungen nicht mehr selbst treffen kann? Genau hier kommen die rechtliche Betreuung und die ehrenamtlich engagierten Menschen ins Spiel, die diese Aufgabe übernehmen. 34 von ihnen haben die Betreuungsvereine im Wetteraukreis gemeinsam mit der vhs wetterau und der Betreuungsbehörde auf ihre Tätigkeit vorbereitet und geschult.
Landrat Jan Weckler würdigt diesen Einsatz: „Ehrenamtliches Engagement im Betreuungsrecht ist ein Gewinn für die gesamte Gesellschaft: Wer sich bereiterklärt, für einen anderen Menschen rechtlich verbindlich Verantwortung zu übernehmen, leistet einen unverzichtbaren Beitrag“, so Weckler. „Der Bedarf an ehrenamtlichen Betreuerinnen und Betreuern bleibt hoch; deshalb freue ich mich, dass sich erneut 34 Menschen im Wetteraukreis für diese Aufgabe qualifiziert haben. Ihnen allen gilt mein herzlicher Dank.“
Der Einführungskurs in den Räumlichkeiten der vhs wetterau findet hessenweit nach einem einheitlichen Lehrplan statt, den das Hessische Ministerium für Soziales und Integration ausgearbeitet hat. Er vermittelt sowohl die rechtlichen Grundlagen der Betreuung als auch praxisnahe Themen aus dem Alltag ehrenamtlicher Betreuerinnen und Betreuer.
Der am Amtsgericht Friedberg tätige Richter Götz-Uwe Deventer vermittelte gemeinsam mit Kollegin und Rechtspflegerin Doris Kretsch die rechtlichen Grundlagen des Betreuungsrechts sowie die Rechte und Pflichten ehrenamtlicher Betreuerinnen und Betreuer. Silke Dinius vom Betreuungsverein Friedberg und Klaudia Mertinat vom Betreuungsverein der Diakonie Wetterau in Nidda gingen auf weitere praxisnahe Themen ein, etwa die unterstützte Entscheidungsfindung, soziale Leistungen, verschiedene Krankheitsbilder sowie die Absicherung ehrenamtlich Tätiger. Nicole Macat von der Betreuungsbehörde im Wetteraukreis stellte die Aufgaben der Behörde vor und informierte über Alternativen zur rechtlichen Betreuung.
Die Veranstaltung, die von den Betreuungsvereinen organisiert wurde, bot den Teilnehmerinnen und Teilnehmern gleichzeitig die Möglichkeit, ihre eigenen Erfahrungen auszutauschen und offene Fragen zu klären.
Das Kursformat diente damit als hilfreicher Einstieg für ehrenamtlich rechtliche Betreuungskräfte und wichtige Unterstützung für die Tätigkeit.
Bereits im Oktober und November setzen die Kooperationspartner ihr gemeinsames Angebot fort: Weitere Veranstaltungen zum Betreuungsrecht stehen an, Informationen zu den jeweiligen Kursleitungen gibt es auf der Internetseite der vhs wetterau.
Für das Jahr 2027 sind ebenfalls Veranstaltungen geplant. Die Termine und Anmeldemodalitäten werden rechtzeitig über die vhs wetterau sowie die Betreuungsvereine bekanntgegeben.
Für Fragen rund um das Thema Betreuungsrecht und Vorsorgevollmachten stehen die Betreuungsvereine im Wetteraukreis jederzeit zur Verfügung. Informationen gibt es bei Silke Dinius vom Betreuungsverein Friedberg unter (06031) 18633, sowie bei Klaudia Mertinat vom Betreuungsverein der Diakonie Wetterau in Nidda unter (06043) 5199474.