Neue Fenster lassen Jugendstil wieder sichtbar werden
Erste Kreisbeigeordnete Birgit Weckler übergibt Denkmalschutzbescheid in der Friedberger Weedgasse

Das Haus in der Weedgasse besichtigen Friedbergs 1. Stadträtin Christine Diegel, Andrea-Ahrens Bauer, Frieder Bauer und die Erste Kreisbeigeordnete Birgit Weckler.
Die sind mehr als ein Bauteil: Fenster prägen ganz wesentlich das Gesicht eines historischen Gebäudes. Das gilt auch für das Haus in der Weedgasse 9 in Friedberg. Die neuen, denkmal- und gestaltungsgerechten Holzfenster tragen dazu bei, dem 1902 errichteten Jugendstilhaus einen Teil seines ursprünglichen Charakters zurückzugeben. Erste Kreisbeigeordnete des Wetteraukreises Birgit Weckler hat den Denkmalschutzbescheid in Höhe von 3.400 Euro nun an die Hauseigentümer Andrea Ahrens-Bauer und Frieder Bauer übergeben.
Besonders anspruchsvoll war die Suche nach einer passenden Lösung für die zahlreichen unterschiedlichen Fensteröffnungen des Hauses. Eine besondere Herausforderung stellten dabei die Rundbogenöffnungen dar, um dem historischen Erscheinungsbild gerecht werden.
Die Eigentümer entschieden sich bewusst für Holzfenster, die sich gestalterisch am historischen Bestand orientieren. Damit wird eine Veränderung der vergangenen Jahrzehnte korrigiert: Zuvor waren Kunststofffenster ohne die für den Jugendstilbau charakteristische Teilung und Profilierung eingebaut worden, die die das ursprüngliche Erscheinungsbild des Hauses beeinträchtigten.
„Die Eigentümer haben die Auswahl der neuen Fenster zu einer echten Herzensangelegenheit gemacht. Gerade bei den Rundbogenfenstern war es nicht einfach, eine Lösung zu finden, die den besonderen baulichen Gegebenheiten gerecht wird“, erläutert Weckler. „Das Ergebnis zeigt, dass Denkmalschutz und die zeitgemäße Nutzung eines Gebäudes gut miteinander verbunden werden können“.
Ein Haus mit Geschichte
Das großzügige Einfamilienwohnhaus in der Weedgasse wurde 1902 von Christian Karl Freundlieb für Wilhelm Trapp entworfen. Die westliche Weedgasse war aufgrund ihrer Orientierung zur Seewiese ein bevorzugter Standort für eine solche Bauaufgabe.
Auch wenn das Gebäude im Laufe der Jahre an verschiedenen Stellen verändert wurde, sind zahlreiche historische Details erhalten geblieben. Dadurch ist der ursprüngliche Charakter des Jugendstilbaus weiterhin nachvollziehbar. Das Gebäude wurde deshalb aus geschichtlichen, künstlerischen und städtebaulichen Gründen als Kulturdenkmal in das Denkmalverzeichnis des Landes Hessen eingetragen.
Mit der Erneuerung der Fenster wird ein wichtiger Teil der historischen Gestaltung wieder sichtbar.
„Denkmalschutz lebt davon, dass historische Gebäude erhalten und zugleich von ihren Eigentümerinnen und Eigentümern mit Leben gefüllt werden“, so die Erste Kreisbeigeordnete. „Mit Sorgfalt und Engagement kann ein historisches Gebäude Schritt für Schritt wieder stärker an sein ursprüngliches Erscheinungsbild herangeführt werden. Das unterstützen wir als Denkmalschutzbehörde sehr gerne.“