Projekt „Wetterauer Ernte(n): Jetzt beginnt die Herbsternte

Das Bild zeigt einen sonnenbeschienen Stamm eines Apfelbaums in Nahaufnahme. Der Baum trägt viele rote Äpfel.

Auch im Herbst kann in vielen Städten und Gemeinden wieder Obst geerntet werden. Bereits 13 Kommunen nehmen in diesem Jahr am Projekt teil – für 2027 haben bereits weitere Städte und Gemeinden ihr Interesse bekundet oder die Teilnahme verbindlich bestätigt.

Auf den Streuobstwiesen in der Wetterau beginnt die nächste Erntesaison: Nach den Kirschen im Sommer reifen nun vor allem Äpfel, Birnen und verschiedene Nüsse. Auch Pflaumen sind aktuell vielerorts noch reif und können geerntet werden. Im Rahmen des Projekts „Wetterauer Ernte(n)“ können Bürgerinnen und Bürger auf ausgewählten öffentlichen Flächen kostenlos Obst für den Eigenbedarf ernten.

Die Städte und Gemeinden stellen dafür ausgewählte Streuobstweisen und Obstbäume zur Verfügung. Die zur Ernte freigegebenen Bäume sind vor Ort mit einer gelben Markierung gekennzeichnet. Geerntet werden darf ausschließlich an diesen markierten Bäumen und in haushaltsüblichen Mengen.

Streuobstwiesen sind mehr als Obstbäume

Das Projekt „Wetterauer Ernte(n)“ möchte nicht nur die Nutzung und Wertschätzung des regionalen Streuobstes fördern. Gleichzeitig soll auch der Blick auf den besonderen Lebensraum Streuobstwiese gelenkt werden.

„Eine Streuobstwiese ist weit mehr als eine Ansammlung von Obstbäumen. Das Zusammenspiel von alten Bäumen, Wiesenflächen und einer vielfältigen Tier- und Pflanzenwelt macht diesen Lebensraum so wertvoll. Mit der Ernte bringen wir die Menschen direkt mit dieser besonderen Kulturlandschaft in Kontakt“, erklärt Landrat Jan Weckler, Vorsitzender des Naturschutzfonds Wetterau e.V.

Auch die Wiesen selbst haben dabei eine wichtige ökologische Funktion. Sie bieten Lebensraum für zahlreiche Pflanzen, Insekten und andere Tiere. Auf einigen Projektflächen wird deshalb eine extensive Beweidung eingesetzt, um die Wiesen langfristig offen und ökologisch wertvoll zu erhalten.

In diesem Herbst kann es vereinzelt zu Beweidung kommen

Üblicherweise findet die Beweidung außerhalb der Projektzeiträume für die kostenlose Ernte statt. Aufgrund des heißen und trockenen Sommers ist in diesem Jahr jedoch das verfügbare Futter knapp. Deshalb kann es in einzelnen Ausnahmefällen vorkommen, dass Projektflächen kurzfristig auch während der Erntezeit beweidet werden und damit nicht betreten oder beerntet werden können. Die Weidetiere sind ein wichtiger Bestandteil der Pflege und des Erhalts der Streuobstwiesen. 

Projekt wächst weiter

Das Projekt „Wetterauer Ernte(n)“ wächst weiter: Neben den bisherigen teilnehmenden Kommunen haben sich 2026 inzwischen auch Büdingen, Gedern, Hirzenhain, Nidda dem Projekt angeschlossen. Damit wird die kostenlose Ernte für den Eigenbedarf künftig an weiteren Standorten in der Wetterau möglich.

Landrat Jan Weckler betont: „Dass sich weitere Städte und Gemeinden anschließen, freut uns sehr. Es zeigt, dass das Interesse an regionalem Streuobst und an der Erhaltung unserer Streuobstwiesen groß ist. Gleichzeitig wächst mit jeder zusätzlichen Fläche die Möglichkeit, diesen besonderen Lebensraum selbst zu erleben und seine Früchte zu genießen.“

Das Projekt wird vom Landschaftspflegeverband Naturschutzfonds Wetterau e.V. getragen. Dank der Stiftung der Sparkasse Oberhessen können ausgewählte Projektflächen mit spannenden und informativen Infotafeln ausgestattet werden.

Vor dem Besuch informieren: Welche Bäume stehen auf welcher Fläche?

Wer sich auf den Weg zur Herbsternte macht, sollte vorab einen Blick auf die Projektwebseite werfen. Dort ist für jede teilnehmende Fläche hinterlegt, welche Obstbäume dort zu finden sind und welche Früchte entsprechend zu erwarten sind. 

Nicht auf allen Flächen, sind reife Früchte zu finden. 

Die Online-Übersicht hilft dabei, gezielt die Flächen auszuwählen, auf denen aktuell Äpfel, Birnen, Nüsse oder andere reife Früchte zu finden sind.

Detaillierte Informationen zu den Standorten, Wegbeschreibungen und den jeweils vorhandenen Baumarten finden sich online

Wichtig: Die Ernte erfolgt auf eigene Gefahr. Bitte ausschließlich markierte Bäume abernten, nur haushaltsübliche Mengen mitnehmen und die Natur sowie Tiere und Pflanzen respektvoll behandeln. Werden auf einer Fläche Weidetiere angetroffen, ist das Betreten und Ernten dort vorübergehend nicht gestattet.

Veröffentlicht am: 23. September 2026