Wetteraukreis trainiert Krisenmanagement

Katastrophenschutz- und Verwaltungsstab absolvieren zweitägige Übung

Mitglieder des Katastrophenschutzstabes im Stabsraum während der Übung.

Volle Konzentration im Katastrophenschutzstab: Im Rahmen der zweitägigen Übung trainierten auch hier alle Beteiligten, wie sie im Ernstfall zügig und effektiv zusammenarbeiten können.

Was passiert, wenn anhaltende Hitze, extreme Trockenheit und zunehmende Wasserknappheit den Wetteraukreis vor große Herausforderungen stellen? Dieses Szenario haben die Mitglieder von Verwaltungs- und Katastrophenschutzstab des Landkreises im Rahmen einer zweitägigen Übung durchgespielt. Ziel war es, den Umgang mit Krisen innerhalb der Kreisverwaltung zu testen und die Zusammenarbeit der beiden Stäbe zu optimieren. 

„Die vergangenen Jahre haben gezeigt, dass extreme Hitze und anhaltende Trockenheit längst keine rein theoretischen Szenarien mehr sind. Die Folgen des Klimawandels stellen auch die Landkreise vor wachsende Herausforderungen. Deshalb müssen wir uns frühzeitig auf solche Situationen vorbereiten, denn die Handlungsfähigkeit unserer Verwaltung soll auch unter außergewöhnlichen Bedingungen sichergestellt sein“, sagt Landrat Jan Weckler. Die Krisenübung sei eine wichtige Voraussetzung, um im Ernstfall schnell, abgestimmt und entschlossen handeln zu können. 

Veranstaltungen bei großer Hitze, Waldbrände, Stromausfälle und Trinkwasserknappheit – die Auswirkungen eine langanhaltenden Dürrephase müssen schnell erkannt und bewertet werden, um geeignete Maßnahmen zu koordinieren. Im Rahmen des Übungsszenarios wurden die vorgesehenen Krisenmanagementstrukturen des Wetteraukreises und verschiedene Entscheidungswege unter realitätsnahen Bedingungen erprobt. Dabei ging es insbesondere darum, Informationen zusammenzuführen, Prioritäten zu setzen und Maßnahmen zwischen den beteiligten Akteuren abzustimmen.

Risiken erkennen, Strukturen kontinuierlich verbessern

Grundlage war ein von der externen Firma LÜLF+ entwickeltes Szenario, das sowohl die Stabsmitglieder am Europaplatz als auch die Einheiten im Lagezentrum in der Friedberger Steinkaute mit einem fordernden und dynamischen Lagebild konfrontierte, das am Ende des ersten Übungstages in die Feststellung des Katastrophenfalls mündete. 

Auch am zweiten Tag arbeiteten Verwaltungs- und Katastrophenschutzstab eng zusammen, um die fiktive Krisenlage zu bewältigen. So wurden alle erforderlichen Maßnahmen wie die Evakuierung von bestimmten Gebieten, die Prüfung von Notunterkünften und die Planung aller verfügbaren Ressourcen koordiniert. 

„Unser Anspruch ist es, Risiken rechtzeitig zu erkennen und unsere Strukturen kontinuierlich zu verbessern“, betont Landrat Weckler. „Die Übung bot uns die Möglichkeit, wichtige Entscheidungsprozesse zu erproben, um im Ernstfall schnell und wirksam handeln zu können. Und sie hat gezeigt, dass wir in der Lage sind, die Sicherheit der Menschen in unserem Landkreis bestmöglich zu gewährleisten.“

Die vergangene Übung bildete den Abschluss mehrerer Aus- und Fortbildungen, die es in den vergangenen zwei Jahren im Wetteraukreis gegeben hatte, um die Funktionen der verschiedenen Stäbe und beteiligten Akteure zu beüben. LÜLF+ bewertete die Zusammenarbeit beider Stäbe sowie das strukturierte und entschlossene Handeln der Beteiligten als durchweg positiv. Eine weitere Übung im kommenden Jahr ist bereits in Planung.

Zum Hintergrund: 

Das Hessische Ministerium des Innern, für Sicherheit und Heimatschutz hat in Kooperation mit der Hessischen Landesfeuerwehrschule und der Agentur LÜLF+ eine landesweite Krisenmanagement-Ausbildung auf den Weg gebracht, die im Jahr 2023 gestartet ist. Für die Stäbe der unteren Katastrophenschutzbehörden wurde ein umfangreiches Schulungsangebot zur Verfügung gestellt, das nun auch im Wetteraukreis zur Umsetzung kam. 

Veröffentlicht am: 30. Oktober 2026