Behördenhandeln transparent gemacht
Wetteraukreis lädt Zahnärztinnen und Zahnärzte zum Dialog ein - Informationsveranstaltung des Wetteraukreises soll mehr Transparenz bei Hygiene und Infektionsschutz schaffen

Die Informationsveranstaltung der Wetteraukreises in Kooperation in der Landeszahnärztekammer ist die erste ihrer Art in Hessen. Sie stehen auch weiter für den Austausch (von links): Landrat Jan Weckler, Präsidentin Dr. Doris Seiz und Vizepräsident Dr. Maik F. Behschad von der Landeszahnärztekammer sowie Heiko Kieckhäfer, Fachstellenleiter und Dr. Reinhold Merbs, Leiter des Gesundheitsamts.
Wie arbeitet das Gesundheitsamt bei der Überwachung von Hygiene und Infektionsschutz in Zahnarztpraxen? Was passiert bei einer Hygienebegehung – und welche Anforderungen müssen Praxen dabei erfüllen? Um diese und weitere Fragen ging es bei einer Informationsveranstaltung des Wetteraukreises in Kooperation mit der Landeszahnärztekammer für Zahnärztinnen und Zahnärzte aus dem Kreisgebiet. Unter dem Titel „Behördenhandeln transparent gemacht“ gab das Gesundheitsamt Einblicke in seine Arbeit und bot den Praxen zugleich die Möglichkeit zum direkten Austausch.
Die Veranstaltung geht auf einen offenen Austausch zwischen der Zahnärzteschaft, der Landeszahnärztekammer und dem Wetteraukreis zurück. Bereits im vergangenen Jahr waren bei einem Netzwerktreffen von Zahnärztinnen und Zahnärzten im Kreisgebiet neue Regelungen und Anforderungen im Hygienebereich Thema. Bei einigen Praxen hatten diese zu Fragen und Verunsicherung geführt.
Für das zuständige Gesundheitsamt des Wetteraukreis war das Anlass, den direkten Austausch zu suchen. Im Frühjahr wurde der Dialog bei einem Treffen der Landeszahnärztekammer fortgesetzt, an dem auch Landrat Jan Weckler und die Präsidentin der Landeszahnärztekammer Hessen, Präsidentin Dr. Doris Seiz, teilnahmen. Dabei entstand die gemeinsame Idee, das Handeln des Gesundheitsamtes transparenter zu machen.
An der hybriden Veranstaltung im Plenarsaal des Wetteraukreises nahmen rund 70 Teilnehmerinnen und Teilnehmer von 45 Zahnarztpraxen aus dem gesamten Kreisgebiet teil.
„Sie als Zahnärztinnen und Zahnärzte haben sicher zuweilen das Gefühl, weniger direkt an den Zähnen und immer mehr mit Papier zu arbeiten. Bei uns auf der Landkreisebene werden die Gesetze aus Europa, von Bund und Land konkret. Daher ist es uns wichtig, mit Ihnen in den Dialog zu gehen, unser Vorgehen zu erläutern und so Unsicherheiten abzubauen“, so Landrat Jan Weckler bei der Begrüßung.
Auch die Landeszahnärztekammer begrüßte den gemeinsamen Ansatz: „Der Bürokratieabbau auch für die Zahnarztpraxen ist Hauptthema für die Landesärztekammer. Da wo die Vorgaben konkret werden, wollen wir gut zusammenarbeiten. Der Wetteraukreis und wir als Zahnärztekammer zeigen mit dieser Veranstaltung, dass wir Partner sind. Wir können mit dem Gesundheitsamt hier auf Augenhöhe agieren und Verlässlichkeit schaffen“, betont die Präsidentin Dr. Doris Seiz.
Vom Ablauf einer Begehung bis zum Qualitätsmanagement
Im Mittelpunkt der Veranstaltung standen zwei fachliche Vorträge, die unterschiedliche Perspektiven zusammenführten. Den Auftakt machte Heiko Kieckhäfer, Leiter der Fachstelle Infektionsschutz und Hygiene im Gesundheitsamt, mit dem Vortrag „Hygiene in Zahnarztpraxen“. Er erläuterte, wie eine Hygienebegehung aus Sicht des Gesundheitsamtes abläuft, welche Aspekte dabei eine Rolle spielen und welche Ziele mit den Begehungen verbunden sind.
Dabei ging es ausdrücklich auch um die Frage, was hinter dem behördlichen Handeln steht: Welche gesetzlichen Grundlagen sind maßgeblich? Was möchte das Gesundheitsamt mit einer Begehung erreichen? Und wie können Anforderungen in der Praxis nachvollziehbar umgesetzt werden?
Anschließend stellte die Landeszahnärztekammer das Thema „Qualitätsmanagement der Zahnärztekammer im Hinblick auf Hygienefragen“ vor. So wurde die Perspektive des Gesundheitsamtes um die Sicht der zahnärztlichen Selbstverwaltung ergänzt.
Gemeinsam für mehr Klarheit
Mit der Informationsveranstaltung und dem direkten Dialog mit den Zahnärztinnen und Zahnärzten nimmt der Wetteraukreis eine Vorreiterrolle in Hessen ein, die künftig bedarfsorientiert fortgesetzt werden soll.
Landrat Jan Weckler betont: „Gute Zusammenarbeit im Gesundheitswesen braucht neben klaren Regeln auch gegenseitiges Verständnis. Die Kooperation von Gesundheitsamt und Landeszahnärztekammer soll dazu beitragen, genau dieses Verständnis zu stärken. Wir wollen mehr Klarheit und weniger Unsicherheit für die Zahnarztpraxen im Umgang mit Hygieneanforderungen erreichen“.