Das Verbindende finden im kreativen Schaffensprozess
Landrat Jan Weckler eröffnet im Friedberger Kreishaus Ausstellung mit Werken des Künstlers Dr. Wolfgang Helwig aus Bad Nauheim

Landrat Jan Weckler (rechts) eröffnet gemeinsam mit Künstler Dr. Wolfgang Helwig und dessen Kuratorin und stellvertretender Vorsitzender des Kunstvereins Bad Nauheim, Karin Merchel, eine Ausstellung mit Werken Helwigs im Friedberger Kreishaus.
Die Brücke als Sinnbild für das Verbindende – für Dr. Wolfgang Helwig ist sie ein bedeutsames Symbol. So finden sich entsprechende Bauwerke immer wieder als Elemente in seinen Bildern, und der Geist des Verbindenden zieht sich wie ein roter Faden durch sein Werk. Eine Ausstellung mit Bildern des in Bad Nauheim lebenden Künstlers eröffnete Landrat Jan Weckler jetzt im Friedberger Kreishaus.
Es sind Gemälde mit einer kraftvollen, intensiven Farbgebung, die aktuell die Wände des Foyers im Gebäude B und des dahinter liegenden Flurs im Friedberger Kreishaus füllen. Freunde des Elbstandsteingebirges werden schnell die charakteristischen Gesteinsformationen von Lilienstein, Bastei und Co. ausmachen. Doch auch andere Weltgegenden - Mexiko oder Russland und nicht zuletzt die in Bad Nauheim gefundene zweite Heimat – sie alle finden sich in den Werken Wolfgang Helwigs. Der in der früheren DDR aufgewachsene und vor der Wende in die Bundesrepublik geflüchtete Künstler verarbeitet in seinen Bildern Biografisches und sucht dabei immer auch das Verbindende.
Die starke biografische Note in Helwigs Werk betont dann auch Landrat Jan Weckler bei der Ausstellungseröffnung: „In Ihren Bildern finden sich viele Stationen Ihres Lebens. Sei es das Elbsandsteingebirge oder die Freude am Musizieren, die Ihre Jugend und Studienzeit in der früheren DDR symbolisieren, Eindrücke Ihrer Reisen, die einen Brückenschlag zu neuen Kulturen darstellen, oder Bilder aus der Wetterau, die das Ankommen in ihrer neuen Heimat nach Ihrer Flucht versinnbildlichen. Gerade Letztere stellen auch eine Verbindung dar – nämlich die zwischen alter und ‚neuer‘ Heimat. Wir freuen uns, Ihre Werke hier am Europaplatz zeigen zu können.“
Kunst auch für Personengruppen erfahrbar zu machen, die nicht primär eine Affinität zum Thema besitzen, dafür sei eine Ausstellung im Kreishaus eine gute Möglichkeit, wirbt der Landrat für das Kreishaus als „Galerie“. „Wer hierher kommt, rechnet ja nicht damit, dass er im Foyer und den Fluren mit Kunst konfrontiert wird. Es bleiben aber immer wieder Besucherinnen und Besucher stehen, freuen sich über die gezeigten Werke und setzten sich mit der Intension der Künstlerin oder des Künstlers hinter den Werken auseinander“, erläutert Jan Weckler das Konzept der Ausstellungen in der Kreisverwaltung. Und auch die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter freuten sich über das Angebot der stetig wechselnden Kunst am Arbeitsplatz.
Wolfgang Helwigs Kuratorin, die stellvertretende Vorsitzende des Bad Nauheimer Kunstvereins Karin Merchel, dankte dem Landrat für die Gelegenheit dieser Ausstellung, da der Verein Einzelausstellungen seiner Mitglieder in der Größe, wie es im Kreishaus umsetzbar sei, in seiner Galerie so nicht ermöglichen könne. Anschließend zeichnete Merchel die künstlerische Entwicklung und Schwerpunktsetzung Wolfgang Helwigs anhand seiner Vita nach: „Sowohl die Teilung als auch die Wiedervereinigung Deutschlands waren stets Teil seines Lebens; Aufwachsen und Berufsstart als Agrar-Wissenschaftler in der ehemaligen DDR, dann Flucht und Neuanfang im Wetteraukreis. Das Verbindende war dabei stets ein prägendes Element. Das zeigt sich auch in den hier ausgestellten Werken, auf die man sich mit den zugehörigen Erklärungen vertiefend einlassen kann.“
Wolfgang Helwig selbst sagt über seine Ausstellung, sie bilde eine Form des „angekommen Seins“ 40 Jahre nach seiner Flucht aus der früheren DDR ab. Darüber hinaus wolle er auch der Kreisverwaltung danken. Schon bei seiner Ankunft in der Wetterau habe er eine finanzielle Unterstützung für seinen Neustart erhalten.
Öffnungszeiten der Ausstellung
Die Ausstellung „Impressionen zwischen Raum und Zeit“ ist bis Mittwoch, 30. September 2026, im Friedberger Kreishaus, Europaplatz, Gebäude B, im Foyer und dem Flur hinter dem Foyer zu sehen, und zwar zu den folgenden Öffnungszeiten: montags bis mittwochs, 7.30 Uhr bis 16 Uhr, donnerstags, 7.30 Uhr bis 18 Uhr, und freitags, 7.30 Uhr bis 12.30 Uhr.