Glasfaserausbau in der ländlichen Wetterau schreitet voran
146 „Weiße Flecken“ im Wetteraukreis können mithilfe staatlicher Förderprogramme erschlossen werden

Gemeinsam mit Erster Kreisbeigeordneter Birgit Weckler und Staatssekretär Dr. Nicolas Sölter (3. und 4. v.l.) freuen sich Mitarbeiter der Telekom und des Wetteraukreises sowie Büdingens Bürgermeister Benjamin Harris (3.v.r.), dass der Erbacher Hof internettechnisch bald auf der Überholspur unterwegs sein wird.
Bis zum Jahr 2030 sollen alle Haushalte, Schulen und Gewerbebetriebe im Wetteraukreis mit gigabitfähigen Strukturen versorgt sein. Mithilfe von staatlichen Förderprogrammen kommen auch kleine abgelegene Ortschaften oder Adressen im Außenbereich ans schnelle Netz. Wie weit der Ausbau dieser sogenannten „Weißen Flecken“ bereits vorangeschritten ist, zeigten Erste Kreisbeigeordnete Birgit Weckler, Büdingens Bürgermeister Benjamin Harris sowie Dr. Nicolas Sölter, Staatssekretär im Hessischen Ministerium für Digitalisierung und Innovation, bei einem gemeinsamen Vor-Ort-Termin am Erbacher Hof in Büdingen. Die Domäne im Außenbereich wird derzeit an das Glasfasernetz angeschlossen.
Der Breitbandausbau im Wetteraukreis läuft auf Hochtouren: Die Anbindung der Schulen an das Glasfasernetz wird voraussichtlich bis zum kommenden Jahr komplett abgeschlossen sein. Auch die Wirtschaft profitiert. Rund drei Viertel aller Betriebe besitzen einen Zugang zum schnellen Netz. Bei den privaten Haushalten liegt die Quote der Glasfaser-Verfügbarkeit laut Breitbandatlas (Stand Dezember 2025) bei mehr als 75 Prozent. Während der Großteil dieser Ausbauten von Telekommunikationsunternehmen eigenwirtschaftlich vorangetrieben wurde, schließen öffentliche Förderprogramme die verbleibenden Lücken.
Der ländliche Raum wird zukunftsfähig
In einigen kleinen, abgelegenen Ortschaften lohnt sich ein Ausbau für den Markt nicht. Dort greift die staatliche Unterstützung. Im Wetteraukreis ist es auf diese Weise gelungen, 26 weitere Schulen, 84 Gewerbeadressen sowie 146 Adressen im Außenbereich anzubinden.
„Unser klares Ziel ist es, dass bis 2030 kein Haushalt, kein Betrieb und keine Schule im Wetteraukreis ohne schnelles Internet dasteht“, betonte Erste Kreisbeigeordnete Birgit Weckler. „Dass wir die Schulen bereits bis zum kommenden Jahr komplett am Glasfasernetz haben, ist ein riesiger Erfolg für die Bildungschancen unserer Kinder. Dank der staatlichen Förderung schaffen wir überall im Kreis gleichwertige Lebensverhältnisse – egal, ob in den Zentren oder in ländlichen Außenlagen.“
Auch für die Kommunen vor Ort ist das ein entscheidender Schritt nach vorne, wie Bürgermeister Benjamin Harris verdeutlichte: „Insbesondere für historisch gewachsene Außenlagen wie den Erbacher Hof ist dieser geförderte Ausbau ein echter Quantensprung. Schnelles Internet ist heute so wichtig wie Wasser und Strom. Es sichert die Lebensqualität der Menschen vor Ort und sorgt dafür, dass auch entlegenere Stadtteile ein attraktiver Wohn- und Wirtschaftsstandort bleiben.“
Starke Finanzierungspartnerschaft von Bund, Land, Kreis und Kommunen
Die staatlichen Förderprogramme von Bund, Ländern und Kommunen schließen die Lücken, die die Privatwirtschaft hinterlässt. In der Regel trägt der Bund 50 Prozent und das Land Hessen 40 Prozent der Kosten für den Glasfaserausbau. Die übrigen zehn Prozent übernehmen Kommune und Kreis. Im Wetteraukreis betragen die aktuellen gesamtförderfähigen Kosten für den Ausbau im Gewerbe, den Schulen und den „Weißen Flecken“ rund 13,8 Millionen Euro. Gemäß der genannten Quoten resultiert daraus die Aufteilung auf rund 6,9 Millionen Euro Bundesmittel und rund 5,5 Millionen Euro Landesmittel. Die Kommunen und der Kreis übernehmen etwa 1,4 Millionen Euro.
Staatssekretär Dr. Nicolas Sölter sagte: „Glasfaser schafft die Grundlage für ein modernes Leben und Arbeiten. Deshalb strebt die Hessische Landesregierung ein flächendeckendes Glasfasernetz bis 2030 an. Hierbei sind wir weiterhin auf einem guten Weg. Um gleichwertige Lebensverhältnisse zwischen Stadt und Land zu schaffen, fördert das Land dort, wo ein wirtschaftlicher Ausbau nicht möglich ist.“
