Ein Fenster in die römische Vergangenheit der Wetterau
Archäologische Denkmalpflege des Wetteraukreises und Stadt Friedberg laden mit Partnern zum „Tag der offenen Grabung“ am 26. August nach Ockstadt ein

Archäologen und Archäologinnen legen römisch Fundamente am Ortsrand von Ockstadt frei. Foto: WiBA GmbH
Wer schon immer einmal wissen wollte, wie Archäologinnen und Archäologen arbeiten, hat am Mittwoch, 26. August 2026, im Friedberger Stadtteil Ockstadt Gelegenheit dazu es zu erfahren. In der Zeit von 16 Uhr bis 18 Uhr können Interessierte die archäologischen Untersuchungen auf dem Gelände des geplanten neuen Feuerwehrhauses besuchen und erhalten dort Einblicke in die wissenschaftliche Arbeit.
Die gemeinsame Veranstaltung der Stadt Friedberg, der Archäologischen Denkmalpflege des Wetteraukreises, der vor Ort tätigen Grabungsfirma WiBA GmbH, der HessenArchäologie sowie des Geschichtsvereins Ockstadt und des Friedberger Geschichtsvereins startet an den Baucontainern auf dem Gelände Friedberger Straße 98 am östlichen Ausgang von Ockstadt. Parkplätze befinden sich im Alleeweg am Sportplatz, von wo aus sich die Grabung gut zu Fuß erreichen lässt.
Im Umfeld des geplanten Neubaus des Ockstädter Feuerwehrhauses sind bereits seit Langem die Reste einer ländlichen römischen Siedlung bekannt. Erste sogenannte Suchschnitte, also Grabungen an vielversprechenden Orten, bestätigten bereits, dass sich Funde aus römischer Zeit bis in das künftige Baugelände erstrecken. Aufgrund der zahlreichen archäologischen Nachweise weitete man die bislang auf drei Suchschnitte begrenzte Untersuchung schließlich auf die gesamte Baufläche aus. Dabei entdeckten die Fachleute neben steinernen römischen Fundamenten des 2. bis 3. Jahrhunderts nach Christus auch Spuren einer hölzernen Vorgängerphase. Darüber hinaus fanden sich auch eisenzeitliche Funde, was die Fachleute mit Blick auf die fruchtbare Wetterau allerdings nicht überraschte.
Landrat: Die Grabung fügt einen weiteren Mosaikstein zum geschichtlichen Gesamtbild der Region hinzu
„Die Wetterau ist reich an historischen Quellen. Egal, ob sie nun aus keltischer Zeit, dem Mittelalter oder - wie in diesem Fall – aus römischer Zeit stammen, erzählen sie uns eine ganze Menge über die Menschen, die früher hier lebten, und ihren Alltag. Wie man dieses ‚Fenster in die Vergangenheit‘ aufstößt und Erkenntnisse über das Leben früher gewinnt, kann man beim ‚Tag der offenen Grabung‘ nun anschaulich erleben“, erklärt Landrat Jan Weckler. Möglicherweise fügt die Ausgrabung ja einen weiteren Mosaikstein zum geschichtlichen Gesamtbild der Region hinzu, hofft Jan Weckler.
Wie vielfältig die Geschichte des Baugeländes ist, lässt sich unmittelbar vor Ort entdecken. Die freigelegten Fundstätten sowie einige besonders spannende Funde werden bei einer Führung über die Grabungsfläche vorgestellt. Für die Besucherinnen und Besucher besteht die Möglichkeit, den Archäologinnen und Archäologen bei ihren Ausgrabungsarbeiten „live“ über die Schulter zu blicken. Teilnahmeinteressierte werden gebeten, der Situation angepasstes Schuhwerk zu tragen.