Historische Plätze vor der eigenen Haustür entdecken

Archäologisch geführte Radtour durch die Altenstädter Gemarkungen

Das Foto zeigt ein Mittelalterliches gemustertes Fensterglas aus dem Kloster Engelthal.

Bei der Archäologischen Radtour kann unter anderen das Mittelalterliche Fensterglas im Kloster Engelthal entdeckt werden. Quelle: Archäologische Ausgrabungen Frank Lorscheider.

Unter dem Motto „mens sana in corpore sano“ lädt der Wetteraukreis gemeinsam mit der Gemeinde Altenstadt und weiteren Partnern am Freitag, 4. September 2026, zu einer Neuauflage der Archäologischen Radtour ein. Die rund 19 Kilometer lange Strecke führt durch die Gemarkungen von Altenstadt und verbindet Bewegung mit spannenden Einblicken in die Geschichte der Region.

„Die Wetterau ist eine archäologische Fundgrube. Das wird auf dieser Radtour ganz unmittelbar erlebbar. Von der Jungsteinzeit über die römische Epoche bis ins Mittelalter lassen sich in Altenstadt zahlreiche Spuren unserer Vergangenheit entdecken“, sagt Erste Kreisbeigeordnete Birgit Weckler. 

Altenstadt und seine Ortsteile liegen entlang der Nidder in einem seit Jahrtausenden attraktiven Siedlungsraum. Auf den fruchtbaren Lössböden finden sich zahlreiche Siedlungsplätze aus der Jungsteinzeit sowie der Bronze- und Eisenzeit. Einen weiteren Schwerpunkt bildet der Limes, der seit 2005 zum UNESCO-Welterbe gehört. Hinzu kommen zahlreiche Zeugnisse aus dem Mittelalter.

Von den Römern bis ins Mittelalter

Start und Ziel der Tour ist der Parkplatz an der Altenstadthalle. Von dort geht es zunächst in den Ortskern von Altenstadt. Unter der heutigen Bebauung liegen die Reste mehrerer römischer Kastellanlagen. Neben den älteren Grabungen aus dem vergangenen Jahrhundert wird auch über die jüngsten Untersuchungen der Kreisarchäologie in der zugehörigen Zivilsiedlung südlich der B 521 berichtet.

Der nächste Haltepunkt wird über die hier verlaufende Bonifatius-Route im Wald oberhalb des Klosters Engelthal erreicht. Dort steht der Fund eines besonders interessanten Steinbeildepots im Mittelpunkt, das bereits in den 1930er Jahren entdeckt wurde. Anschließend führt die Strecke zum Kloster Engelthal. Bei archäologischen baubegleitenden Untersuchungen im Jahr 2008 konnten zahlreiche spannende Erkenntnisse zur Geschichte des Klosters gewonnen werden. Dabei wurden unter anderem mittelalterliches Fensterglas und eine barocke Klosterlatrine dokumentiert.

Über Höchst und Oberau führt die Tour weiter und quert dabei ein zweites Mal den Limes. An diesem Haltepunkt wird die Bedeutung der römischen Reichsgrenze und ihrer Anlagen erläutert. Über die Waldsiedlung geht es anschließend in Richtung Lindheim. Am westlichen Ortsrand befindet sich ein weiterer Haltepunkt am Hexenturm. Hier wird die mittelalterliche Geschichte Lindheims mit seinen Befestigungsanlagen vorgestellt. Danach führt die Tour in das Neubaugebiet von Lindheim. Vor der Erschließung des Baugebiets konnten dort im Jahr 2014 eine ausgedehnte Siedlung der älteren Eisenzeit sowie ein Teil eines jungsteinzeitlichen Hauses archäologisch dokumentiert werden.

„Gerade solche Touren zeigen, dass Archäologie nicht nur in Museen stattfindet. Die Fundstellen und Bodendenkmäler gehören zu unserer Kulturlandschaft und erzählen uns viel darüber, wie die Menschen hier über Jahrtausende gelebt haben. Dieses Wissen zu vermitteln und für die Öffentlichkeit erlebbar zu machen, ist eine wichtige Aufgabe der Kreisarchäologie“, so Birgit Weckler abschließend.

Mit dem Fahrrad Geschichte entdecken

Wer die Tour gemeinsam mit Erster Kreisbeigeordneter Birgit Weckler, Bürgermeister Dominic Imhof, Hans-Erich Seum vom Verein KULTURplus, Kreisarchäologe Dr. Jörg Lindenthal und weiteren begeisterten Radfahrerinnen und Radfahrern erleben möchte, ist herzlich eingeladen.

Termin: Freitag, 4. September 2026, 14 Uhr

Start und Ziel: Parkplatz Altenstadthalle, Vogelsberger Straße 42, Altenstadt

Strecke: etwa 19 Kilometer

Für die Teilnahme werden ein geeignetes Tourenrad oder Mountainbike, eine kleine Brotzeit und Getränke empfohlen.

Veröffentlicht am: 01. September 2026