Historisches Fachwerkhaus in Nidda erstrahlt im neuen Glanz
Wetteraukreis fördert denkmalgerechte Sanierung mit 5.000 Euro

Bürgermeister Thorsten Eberhard, Erste Kreisbeigeordnete Birgit Weckler, Hans-Werner Gierhardt, Leon Gierhardt und Andreas Drescher von Drescher & Gierhardt GbR vor dem sanierten Gebäude.
Ein Stück Niddas Altstadt erstrahlt in neuem Glanz: Die Drescher & Gierhardt GbR hat das Fachwerkgebäude in der Schloßgasse 8 umfassend und denkmalgerecht saniert. Der Wetteraukreis unterstützt die Maßnahme mit einer Förderung in Höhe von 5.000 Euro. Erste Kreisbeigeordnete Birgit Weckler hat das Gebäude gemeinsam mit Bürgermeister Thorsten Eberhard besichtigt und den Denkmalschutzbescheid an die Eigentümer übergeben.
Das dreigeschossige Fachwerkgebäude mit massivem Erdgeschoss ist gemäß Hessischen Denkmalschutzgesetzes Bestandteil der Gesamtanlage von Nidda. Die im Kern mittelalterliche Stadt wird insbesondere durch historische Ackerbürgerhäuser und Hofreiten aus dem 16. bis 19. Jahrhundert geprägt.
Vor der Sanierung war das Gebäude im Straßenbild eher unscheinbar. Das Obergeschoss war verputzt, während das Erdgeschoss zur Schloßgasse hin mit Riemchen verkleidet war. Dies beeinträchtigte das historische Erscheinungsbild des Gebäudes und seiner Umgebung.
Im Zuge der Sanierung wurde die Verkleidung entfernt und das darunterliegende Fachwerk des Obergeschosses vollständig freigelegt. Auch die Schaufenster wurden zurückgebaut beziehungsweise mit einer Gliederung versehen, die sich am historischen Straßenbild orientiert. Die neuen Fenster erhielten insgesamt eine zeittypische Gliederung.
„Die Sanierung zeigt eindrucksvoll, wie Denkmalschutz und eine zeitgemäße Nutzung miteinander verbunden werden können“, sagt Erste Kreisbeigeordnete Birgit Weckler. „Besonders erfreulich ist, dass bei der Umsetzung auch regionale Handwerksbetriebe eingebunden wurden. Damit bleibt ein Teil der Wertschöpfung vor Ort und zugleich wird traditionelles Handwerk unterstützt.“
Auch bei der Auswahl der Materialien wurde Wert auf Authentizität und Nachhaltigkeit gelegt. Für die Dachdeckung kamen neben Bestandsziegeln auch sogenannte Altziegel zum Einsatz. Die Wiederverwendung vorhandener und historischer Materialien entspricht nicht nur dem Gedanken der Nachhaltigkeit, sondern trägt auch dazu bei, den Charakter des historischen Gebäudes authentisch zu bewahren.
Die Nutzung des Gebäudes wurde zugleich zeitgemäß weiterentwickelt: Das Erdgeschoss, in dem ursprünglich ein Bäckerladen untergebracht war, wurde zu einer Poststelle umgenutzt. In den beiden Obergeschossen befinden sich zwei Wohnungen.
Das Gebäude hat durch die behutsame Wiederherstellung seines historischen Erscheinungsbildes deutlich an Qualität gewonnen und fügt sich heute wieder ganz selbstverständlich in das Stadtbild ein. Zugleich wir das Gebäude sinnvoll genutzt und ist so eine Bereicherung für die Niddas Altstadt“, begründet die Erste Kreisbeigeordnete die Förderung abschließend.