Unterirdische Wetterauer Kultur- und Wirtschaftsgeschichte
Erste Kreisbeigeordnete Birgit Weckler übergibt Förderzusage über 5.000 Euro für Felsenkellersanierung in Dauernheim

Die Erste Kreisbeigeordnete Birgit Weckler (Mitte) über-gibt im Beisein von Ranstadts Bürgermeisterin Cäcilia Reichert-Dietzel, Corina Sauerwein von der Untere Denkmalschutzbehörde des Wetteraukreises und Bernd Fischer, Vorsitzender des Kulturvereins Dauernheim (von links), den Förderbescheid an Kellereigentümer Dr. André Hülsbömer (2. von rechts).
Er könnte ein Vorbild für weitere Sanierungsarbeiten sein und ein nicht zu unterschätzendes Repräsentationsobjekt für die Gemeinde Ranstadt und den Ortsteil Dauernheim während der nächstes Jahr anstehenden Landesgartenschau: der Felsenkeller Nummer 11 am Fuße des Kirchbergs. Jetzt übergab Erste Kreisbeigeordnete Birgit Weckler einen Zuschussbescheid über 5.000 Euro an den Besitzer Dr. André Hülsbömer, um damit die weiteren Instandsetzungsarbeiten zu unterstützen.
Das gesamte Ensemble aus der auf dem Berg gelegenen Wehrkirche samt Kirchhof und der darunter befindlichen Felsenkelleranlage bildet nach Einschätzung des Denkmalschutzes ein wichtiges Zeugnis für die Kultur- und Wirtschaftsgeschichte der Wetterau mit einem hohen Quellenwert. Demnach stehen die etwa 60 Keller, die man in der Hauptsache zwischen dem 16. und 19. Jahrhundert im Fels aus Tuff und Basalt errichtete, in Zusammenhang mit dem in der frühen Neuzeit hier weitverbreiteten Weinanbau. Mit ihrer zentralen Lage bilden sie zudem einen ortsgeschichtlich-architektonischen Schwerpunkt des Dorfs und verleihen ihm seinen besonderen Charakter.
Die Keller sind allerdings teilweise sehr stark geschädigt. Es war mit Einstürzen zu rechnen, weshalb die Gemeinde Ranstadt gezwungen war, den Zugang zu sperren. Das Ziel blieb aber weiterhin, zumindest einen Teil dieser unterirdischen Anlagen wieder nutz- und begehbar zu machen. Die Sicherung und Sanierung der Gewölbe stellen Eigentümer und Kommune allerdings vor große Herausforderungen. Ranstadts Bürgermeisterin Cäcilia Reichert-Dietzel berichtet von herausfordernden Verfahren mit unterschiedlichsten Zuständigkeiten. Nun sei man von Gemeindeseite aber soweit, im kommenden Jahr zehn besonders gefährdete Keller samt Stützmauer zu sanieren.
„Die Dauernheimer Felsenkeller bilden durch ihre Anzahl ein Alleinstellungsmerkmal und damit auch eine Besonderheit mit großem kulturhistorischem Wert. Es ist daher begrüßenswert, wenn engagierte Eigentümer wie Dr. André Hülsbömer hier die Initiative für ihren Erhalt ergreifen. Gerne unterstützt der Wetteraukreis daher dieses vorbildliche Vorgehen mit einem Zuschuss über 5.000 Euro“, erklärt die Erste Kreisbeigeordnete Birgit Weckler bei der Übergabe des entsprechenden Bescheids in Dauernheim.
André Hülsbömer selbst gibt einen Überblick über die bislang erfolgten Arbeiten am Gewölbe. So habe er zunächst die Sanierung der Außenmauern und des Treppenhalses in enger Abstimmung mit der Gemeinde auf eigene Rechnung umgesetzt. „Für die Abstützung braucht es nun aber die Vorgaben eines Statikers, damit hier niemandem etwas auf den Kopf fällt“, erklärt der Keller-Eigentümer. Er dankt auch der Unteren Denkmalschutzbehörde für die „pragmatische und zuverlässige Unterstützung, dem gemeindlichen Bauamt und der Bürgermeisterin für deren enormes Engagement sowie verschiedenen ehrenamtlichen Helfern, etwa vom Dauernheimer Kulturverein, für deren Unterstützung“.
Schön wäre es, wenn Keller Nummer 11 den Gästen der Landesgartenschau im kommenden Jahr einen sicheren und repräsentativen Eindruck der Gesamtanlage verschaffen könnte. Eine entsprechende Nachfrage ist bei Wander- und Radlergruppen, die den Ort aktuell ansteuern, schon vorhanden, erklärt Hülsbömer. Und für diesen Fall plant er bereits den nächsten Schritt: Im Vorgriff auf die Sanierung arbeitet man bereits – gefördert durch den Regionalpark RheinMain – an einem Audio-Guide für die Kelleranlage.