Wenn Fäule und Trockenheit Naturdenkmälern zusetzen
Fällung der Lißberger „Klippstein-Linde“ / Sicherungsarbeiten für „Eiche an der Kuhweide“

Die „Eiche auf der Kuhweide“ bei Unter-Widdersheim ist im jüngsten Sturm auseinandergebrochen. Jetzt sollen Sicherungsarbeiten den Fortbestand des Naturdenkmals gewährleisten.
Sie sind beide Naturdenkmale, die mit ihren eindrucksvollen Proportionen die Orte prägen, an denen sie stehen – die „Klippstein-Linde“ in Lißberg und die „Eiche an der Kuhweide“ in der Horloffaue bei Unter-Widdersheim. Holzfäule und Pilzbefall sowie Trockenheit und ein Sturm führten nun aber dazu, dass einer der Bäume gefällt und der andere für den weiteren Erhalt entsprechend gesichert werden muss, wie die Untere Naturschutzbehörde des Wetteraukreises nun mitteilt.
Mit ihrem Standort zwischen Instrumentenmuseum, Kirche und Auffahrt zur Burg sowie ihrer beeindruckenden Erscheinung stellt die „Klippstein-Linde“ ein prägendes Element des Lißberger Burgbergs dar. Doch leider muss der imposante Baum nun gefällt werden, denn er ist unrettbar geschädigt, erklärt die Untere Naturschutzbehörde des Wetteraukreises. Der 155 Jahre alte Baum, den man 1986 zum Naturdenkmal erklärte, kränkelte schon seit einiger Zeit, was ihm auch anzusehen war. Als Ursache vermuten die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter Spätfolgen aus Wurzelschäden, die vor mehr als 50 Jahren bei der Neugestaltung des Platzes entstanden sein könnten, auf dem der Baum steht. Aber schon eingehende Untersuchungen in den 80er Jahren hätten ergeben, dass der Stamm hohl sei. Zur „Sanierung“ und Stabilisierung habe man damals bereits Gewindestäbe eingebaut.
Als nun kürzlich ein starker Ast wenige Tage nach der routinemäßigen Kontrolle durch die Behörde abbrach, nahm dies die Untere Naturschutzbehörde zum Anlass, einen Gutachter mit einer Untersuchung zu beauftragen. Das Ergebnis liegt nun vor und lässt als einzige Möglichkeit nur noch eine Fällung zu.
„Wir bedauern diesen Schritt, er ist aufgrund des Zustands, in dem sich der Baum befindet, aber leider nicht zu vermeiden“, teilt die Erste Kreisbeigeordnete und zuständige Dezernentin Birgit Weckler mit. „Auch wenn man es dem Baum von außen kaum ansieht, so haben eine im Innern mittlerweile stark vorangeschrittene Holzfäulnis und Pilzbefall den Stamm stark angegriffen und gefährden die Statik. Aus diesem Grund ist der Baum leider nicht mehr zu retten“, bedauert Birgit Weckler den Verlust dieses stattlichen und weithin sichtbaren Naturdenkmals.
Sturm zerbricht weiteres Naturdenkmal
Ein weiteres Naturdenkmal, die „Eiche an der Kuhweide“ in der Horloffaue bei Unter-Widdersheim versucht die Untere Naturschutzbehörde noch zu retten. Der besonders alte Baum mit seinem landschaftsprägenden Erscheinungsbild und dem besonderen Kronenwuchs wurde durch das schwere Unwetter zerbrochen, das kürzlich Mittelhessen heimsuchte. Zwar sei auch der Stamm der Eiche, die man im Jahr 2008 zum Naturdenkmal erklärte, bereits seit langer Zeit hohl gewesen, dies habe die Standsicherheit bislang aber nicht gefährdet. Allerdings sorgte die Trockenheit in diesem Sommer dafür, dass der Weidgraben austrocknete, an dem die Eiche steht. Durch den folgenden Wassermangel, könnte das Holz des Baumes an Elastizität verloren haben, was es angreifbarer für den Sturm machte.
„Um den verbliebenen Baumrest noch zu erhalten, lässt die Untere Naturschutzbehörde die Krone nun einkürzen, um wieder eine gleichmäßige Statik zu gewährleisten. Wir hoffen, das Naturdenkmal so erhalten zu können“, erklärt die Erste Kreisbeigeordnete die geplanten Maßnahmen.
