Ein Lehrbiotop als offener Ort für alle Generationen
Traditionsverein Hainchen e. V. erhält Fördermittel in Höhe von 4.000 Euro aus dem Programm „Generation Nachbarschaft“

Der 1. Vorsitzende des Traditionsvereins Hainchen e.V. Chris Marvin Wolf (rechts) und Vereinsmitglied Thomas Zinn nehmen den Bescheid von Sozialdezernentin Marion Götz entgegen.
Mit dem Förderprogramm „Generation Nachbarschaft“ unterstützt der Wetteraukreis Projekte, die das Miteinander in den Nachbarschaften stärken und generationenübergreifendes Engagement fördern. In Limeshain hat Kreisbeigeordnete und Sozialdezernentin Marion Götz nun dem Traditionsverein Hainchen e. V. einen Förderbescheid in Höhe von 4.000 Euro für den Aufbau eines Lehrbiotops auf einer Streuobstwiese überreicht.
Das Projekt zeige beispielhaft, wie Ehrenamt, Naturschutz und Generationenarbeit Hand in Hand gehen können, betonte Marion Götz bei der Übergabe des Förderbescheids: „Hier entsteht ein Ort, an dem Wissen weitergegeben, Nachbarschaft gelebt und Verantwortung für die Natur übernommen wird – genau das ist der Gedanke des Förderprogramms.“
Auf einer bislang verwilderten Streuobstwiese soll in den kommenden Jahren ein offenes Lehrbiotop entstehen. Geplant sind die Entbuschung der Fläche, die Pflege alter Bestandsbäume sowie gezielte Neupflanzungen traditioneller Obstsorten. Gleichzeitig sollen Bewuchs-Inseln und Totholz als wertvolle Lebensräume erhalten bleiben. Inhaltlich widmet sich das Projekt Themen wie der Vielfalt von Streuobst, Wasser, Beweidung und nachhaltiger Landschaftspflege.
Ein zentraler Bestandteil des Projekts ist das gemeinschaftliche Engagement aller Altersgruppen. Neben gemeinsamen Pflegeeinsätzen, Ernten und Kursangeboten – etwa zu Baumschnitt oder Veredelung – sollen auch die örtliche Grundschule und Kindergärten eingebunden werden. Ziel ist es, Kindern und Jugendlichen den Wert von Streuobstwiesen frühzeitig und praktisch näherzubringen.
Raum für Begegnung und Erholung
Eine weitere Besonderheit des Projekts: Die Fläche soll bewusst kein abgeschlossenes Vereinsgelände sein, sondern allen Interessierten als offener Ort der Begegnung, der Erholung und des Lernens zur Verfügung stehen. Zudem liegt die Wiese an einer von der Gemeinde geplanten Streuobstwiesen-Lehrroute und eignet sich damit ideal für Umweltbildung im Freien. Ein Teil der Fläche hat darüber hinaus historische Bedeutung, da sich dort einst der jüdische Friedhof von Hainchen befand.
„Der Traditionsverein Hainchen e. V. zeigt mit diesem Projekt eindrucksvoll, wie Ehrenamt Tradition bewahren und zugleich neue Impulse setzen kann“, so Marion Götz abschließend. „Solche Initiativen stärken nicht nur den ländlichen Raum und unsere Natur- und Kulturlandschaft, sondern auch nachhaltig den Zusammenhalt in den Nachbarschaften.“