Gemeinsam handeln, um Fritz und Franzi bestmöglich zu helfen
Fachtagung in Florstadt sensibilisiert für die Bedeutung von Vernetzung bei der Präventionsarbeit im Bereich Kinder- und Jugendhilfe

Kreisbeigeordnete und Jugenddezernentin Marion Götz (6. von rechts) und die Leiterin des Jugendamts, Jutta Messerschmidt (4. von rechts), mit BSG-Leiter Andreas Stolz (3. von links), weiteren Lehrkräften sowie dem jungen Organisationsteam der Fachtagung „Hilfe für Fritz und Franzi“ in Florstadt, bestehend aus Studierenden der Beruflichen Schulen am Gradierwerk in Bad Nau-heim.
Belastende Situationen in Familie, Schule, Freundes- und Bekanntenkreis können die Entwicklung von Kindern und Jugendlichen nachhaltig negativ beeinflussen. Um Anzeichen und Warnsignale rechtzeitig zu erkennen und gegenzusteuern sowie eine Vernetzung zuständiger Stellen im Wetteraukreis zu festigen und auszubauen, veranstalten die Beruflichen Schulen am Gradierwerk (BSG) in Bad Nauheim mit dem Fachdienst Jugendhilfe des Wetteraukreises und regionalen Einrichtungen der Kinder-, Jugend- und Familienhilfe Fachtagungen. Die 29. Auflage dieser „Hilfe für Fritz und Franzi“ genannten Tagungen fand nun in Florstadt statt und wird von den Organisatorinnen und Organisatoren als Erfolg gewertet.
Ein Ziel der Tagung ist es, Studierende der Fachschule für Sozialwesen an den BSG für das vorhandene Hilfsangebot in diesem Bereich zu sensibilisieren. Damit sie in ihrer späteren Tätigkeit als Erzieherinnen und Erzieher schnell die Warnsignale erkennen und passende Hilfsangebote aktivieren können, präsentieren sie als Teil der Tagung den Einsatz besagter Angebote am Beispiel fiktiver Fälle – eben Fritz und Franzi. Insgesamt 13 Studierenden-Gruppen stellten so das Angebot von Einrichtungen wie den Familienhebammen und dem Netzwerk Frühe Hilfen Wetterau über den Allgemeinen Sozialen Dienst und die Mädchenwohngruppe bis hin zur Jugendgerichtshilfe des Wetteraukreises im Rahmen einer Präsentation vor. Multimedial und abwechslungsreich – in Form von Theaterstücken, Hörspielen, Arbeitsproben aber auch Videotechniken – erfolgten die Ausarbeitungen der verschiedenen Präsentationen. In diesem Jahr stand die fiktive Person Franzi im Fokus der Betrachtung.
Sowohl die Studierenden-Jahrgänge als auch die vertretenen Netzwerkpartner lauschten interessiert den unterschiedlichen Vorträgen. Und bei jedem Beitrag erlebte man einen „Aha“-Effekt, wenn es um die Angebote, deren Vernetzung oder mögliche Herausforderungen in diesem Zusammenhang ging.
Als Erfolg wertet die Kreisbeigeordnete und Jugenddezernentin Marion Götz die Veranstaltung: „Die Studierenden haben mit ihren sehr überzeugenden und kreativen Präsentationen bewiesen, dass sie die Bedeutung der Themenfelder Prävention und Netzwerken in der sozialpädagogischen Arbeit verinnerlicht und sich dafür sensibilisiert haben. Nur wenn dieses Wissen und die entsprechenden Kontakte in Fleisch und Blut der täglichen Arbeit übergegangen sind, kann das Netzwerk seine volle Effektivität entfalten. Mit Blick auf das heute hier Gesehene bin ich zuversichtlich, dass wir uns auf einem guten Weg befinden.“
Einen zweiten wichtigen Punkt neben den Präsentationen bildet auch der Austausch zwischen Studierenden und Netzwerkpartnern. Dazu dienten in den Pausen die Marktstände der vertretenen Einrichtungen, an denen diese zudem mit Flyern und Informationsmaterialien diesen Austausch noch ergänzten. Damit möchte man auch eine weitere Vernetzung der präventiven Arbeit der unterschiedlichen Institutionen zum Wohl betroffener Kinder und Jugendlicher erreichen.
Die fiktiven Personen Fritz und Franzi, deren Entwicklung in eine fatale Richtung anhand realitätsnaher Details konstruiert wurde, bilden Anschauungsobjekte, um die Ansatzpunkte verschiedener Institutionen der Kinder- und Jugendhilfe darzustellen. Gleichzeitig zeigen sie aber auch Herausforderungen und Probleme der verschiedenen Akteure im Umgang mit den fiktiven Protagonisten auf. Sie stellen somit ein passendes Demonstrationsbeispiel dar, in welcher Weise und an welchen Stellen eine Vernetzung wichtig und nötig ist.