Kooperation zum Erhalt einer traditionsreichen Kulturlandschaft

Naturschutzfonds Wetterau zieht positive Bilanz seiner Pflegemaßnahmen im Streuobst-Hotspot Bad Vilbel / Zusammenarbeit mit lokalen Partnern

Ein rot-schwarz-gefiederter Singvogel sitzt auf einem Ast und hält ein Insekt im Schnabel.

Der Gartenrotschwanz ist ein typischer Vertreter der Kulturlandschaft Streuobstwiese. Der Naturschutzfonds Wetterau arbeitet am Erhalt dieser besonderen und für die Region typischen Landschaft, um auch dem Gartenrotschwanz hier weiter eine Zukunft zu eröffnen. Foto: Karl-Hermann Heinz

Einen bedeutenden Schritt für den Erhalt einer einzigartigen Kulturlandschaft machte der Landschaftspflegeverband des Wetteraukreises, Naturschutzfonds Wetterau e.V., gemeinsam mit lokalen Partnern bei der Umsetzung von Pflegemaßnahmen im Streuobst-Hotspot Bad Vilbel. Mit einem Gesamtbudget von 25.000 Euro leisten diese einen nachhaltigen Beitrag zum Erhalt der regionalen Biodiversität.

„Streuobstwiesen bilden einen unverzichtbaren Teil unserer Kulturlandschaft und bieten Lebensraum für zahlreiche bedrohte Arten. Mit den erfolgten Pflegemaßnahmen im Streuobst-Hotspot Bad Vilbel bewahren wir nicht nur unser kulturelles Erbe, sondern schaffen auch die Grundlage für eine gesunde und nachhaltige Zukunft“, betont Landrat Jan Weckler als Vorsitzender des Naturschutzfonds Wetterau. Die Umsetzung des Projekts ist einer Förderung des Landes Hessen zu verdanken: „Im Rahmen der Streuobstwiesenstrategie stellte das Hessische Heimatministerium für Pflege und Erhalt der Streuobstwiesen in den Gebieten ‚Weinberg‘, ‚Gickelstein‘ und ‚Lichte Haide‘ 25.000 Euro bereit“, teilt der Landrat mit.

Im Rahmen des Projekts führte man auf Teilflächen des Streuobst-Hotspots umfassende Pflegemaßnahmen aus – so etwa Baumschnitt, Entbuschung und Beseitigung von Brombeeren und anderem unerwünschtem Bewuchs. Das fördert die Vitalität der Bäume, sichert die Offenhaltung der Landschaft und ist für die langfristige Pflege und Nutzung der Streuobstwiesen von entscheidender Bedeutung.

Zusätzlich installierte der Landschaftspflegeverband gemeinsam mit örtlichen Vereinen, dem Verein für Vogelschutz und Landschaftspflege sowie dem Streuobstzentrum Kirschberghütte, Nisthilfen für zwei charakteristische Vogelarten der Streuobstwiesen: dem Gartenrotschwanz und dem Steinkauz. Ersterer ist ein kleiner Zugvogel, der offene, strukturreiche Landschaften mit alten Bäumen liebt, die ihm als Brutstätten dienen. Sein Bestand ist in den vergangenen Jahren aufgrund des Verlusts von Lebensräumen stark zurückgegangen. Der Steinkauz, eine kleine Eulenart, ist ebenfalls auf alte Obstbäume angewiesen, die ihm sichere Nistplätze bieten. Mit den Nisthilfen fördert man nicht nur den Lebensraum beider Vogelarten, sondern leistet auch einen wichtigen Beitrag zur Artenvielfalt. „Die Nisthilfen unterstützen die Rückkehr zweier typischer Bewohner von Streuobstwiesen. Diese wiederum ist ein klares Zeichen für den Erfolg unserer Bemühungen“, sagt Jan Weckler.

Das Projekt im Streuobst-Hotspot Bad Vilbel steht exemplarisch für die erfolgreiche Zusammenarbeit verschiedener Akteure und Flächeneigentümer. Die Bereitstellung von Flächen und das Engagement der Beteiligten leistet einen wichtigen Beitrag zum langfristigen Erhalt dieser wertvollen Lebensräume. „Das Beispiel Bad Vilbel zeigt, wie sich durch gezielte Pflege und enge Kooperation Naturschutz in einer Kulturlandschaft mit landwirtschaftlicher Nutzung erfolgreich umsetzen lässt. Wir danken allen Flächeneigentümern und Dienstleistern für ihr Engagement und ihre Unterstützung“, schließt der Landrat.

Angebot Streuobstberatung

Die Streuobstberatung ist Teil des Projekts „Vorbereitung, Begleitung und Evaluation von Maßnahmen des Naturschutzes und der Landschaftspflege durch den Naturschutzfonds Wetterau e.V.“. Sie erhält eine Förderung des Landes Hessen als Teil der Richtlinie zur Förderung von Landschaftspflegeverbänden. Die Förderung trägt insbesondere zur Umsetzung der Ziele der Hessischen Biodiversitätsstrategie bei. Weitere Informationen hierzu sowie zum Naturschutzfonds und seiner Arbeit gibt es auf dessen Internetseite .

Veröffentlicht am: 29. Januar 2026