Kunst, die das Miteinander und die Demokratie fördern will
Landrat Jan Weckler eröffnet im Kreishaus Retrospektive auf das Community-Art-Projekt „come together“ des Friedberger Vereins „Kunst braucht Raum!“

Zum Abschluss des Community-Art-Projekts „come together“ des Friedberger Vereins „Kunst braucht Raum!“ ziehen dessen Mitglieder in einer Werksschau und Fotoreportage Bilanz. Die Ausstellung zum Projekt eröffnete Landrat Jan Weckler (links) mit der Vorsitzenden Su Kyoung Yu, ihrem Stellvertreter Ulrich Meyer (2. von rechts) und Vorstandsmitglied Christoph Gruss im Kreishaus.
Kunst kann verbinden, denn für die Sprache der Kunst benötigt man nicht zwingend Worte. Vieles geschieht auf der Ebene der Emotion. Bewusst verbindend wirkten und wirken allerdings die Werke im Zusammenhang mit der Ausstellung „come together – projektabschluß – dokumentation“, die nun im Foyer des Gebäudes B des Wetterauer Kreishauses zu sehen ist. Mit seinem Community-Art-Projekt „come together“ wollte der junge Friedberger Verein „Kunst braucht Raum!“ Menschen gezielt zusammenbringen, in den künstlerischen Schaffensprozess einbinden und so ein Zeichen für Zusammenhalt, Freiheit und Demokratie setzen.
„Ich möchte Ihnen für diese tolle Ausstellung danken, die mit ihrem Thema in unseren gegenwärtig so bewegten Zeiten zum richtigen Zeitpunkt kommt“, erklärte dann auch Landrat Jan Weckler bei der Eröffnung. „In Zeiten, in denen die Schlagzeilen von Themen der Entfremdung und der Gefährdung der Demokratie beherrscht werden, ist es gut, wenn es Projekte gibt, die dem aktiv entgegenwirken“, sagte der Landrat weiter. Er unterstrich zudem, dass man mit dem Konzept „Kunst im Kreishaus“ auch ganz bewusst künstlerisches Wirken und seine Botschaften für ein Publikum öffnen möchte, das möglicherweise nicht primär zu den regelmäßigen Gästen von Kunstausstellungen zählt: „Menschen, die mit einem Anliegen zum Kreis kommen und dann mit den Kunstwerken konfrontiert sind, lassen sich im Idealfall spontan auf sie und ihre Botschaft ein. Damit erreichen Sie als Künstlerinnen und Künstler ein Publikum, das Sie unter anderen Umständen möglicherweise nicht ansprechen würden.“
Su Kyoung Yu, Initiatorin und Vorsitzende des organisierenden Vereins „Kunst braucht Raum!“, und ihr Stellvertreter Uli Meyer freuten sich über die Möglichkeit, erstmals die verschiedenen Teile Ihres Projekts gemeinsam zeigen zu können. Community Art sei in Deutschland noch nicht weit verbreitet. Umso erfreuter sei man, das Projekt mit Unterstützung des Kreises nun umgesetzt zu haben und das Ergebnis im Kreishaus zeigen zu können.
„come together“ gliederte sich in zwei Hauptmodule: In einem ersten Teil unter dem Titel „Zum Fliegen braucht man zwei Flügel“ malten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer auf Paravents drei Flügelpaare mit persönlichen Gedanken, Werten und Wünschen, die sie auf Federn gestalteten. Dieser Teil stand unter der Leitung von Su Kyoung Yu. Teil zwei unter dem Titel „In eadem es navi – Wir sitzen in einem Boot“ befasste sich mit dem Bau eines Bootes auf dem Vorplatz der Stadtkirche. Diese Installation, die den Zusammenhalt thematisiert, bleibt dauerhaft an Ort und Stelle. Das Modul leitete Uli Meyer. Das Boot wird mittlerweile, wie Yu und Meyer mitteilten, regelmäßig als Treffpunkt, zu Unterrichtszwecken oder auch von Touristen genutzt.
In Ergänzung der beiden Hauptmodule des Kunstprojekts fanden mehrere interaktive Aktionen statt. Diese reichten von einer Bemalung und Beschriftung des vor der Stadtkirche installierten Boot-Kunstwerks sowie dem Anfertigen kleiner Miniaturboote aus Papier durch Vereinsmitglieder über einen Abend mit dem Auftritt junger Poetinnen und Poeten oder einer Filmvorführung bis hin zu einer Dokumentation des Projekts.
Der Begriff Community Art umfasst mehrere Ebenen. Einerseits soll er Interessierte von der reinen Beobachterposition abholen und sie zu Handelnden im künstlerischen Prozess machen. Dies wiederum führt zu Dialog und gemeinschaftlichem Aktivwerden, was das soziale Miteinander fördert. In diesem Zusammenhang wird bei Community Art auch dem kreativen Prozess mehr Bedeutung beigemessen als dem letztlichen Ergebnis. Diese Förderung von Austausch und Miteinander führte auch zu einer Unterstützung des Projekts „come together“ mit 10.000 Euro aus dem kreiseigenen Förderprogramm „Generation Nachbarschaft.
Öffnungszeiten der Ausstellung
Die Ausstellung „come together – projektabschluß – dokumentation“ ist bis Dienstag, 31. März 2026, im Friedberger Kreishaus, Europaplatz, Gebäude B, im Foyer zu sehen, und zwar zu den folgenden Öffnungszeiten: montags bis mittwochs, 7.30 Uhr bis 16 Uhr, donnerstags, 7.30 Uhr bis 18 Uhr, und freitags, 7.30 Uhr bis 12.30 Uhr.