HALM

Aus HALM wird HALM 2

Mit der neuen Förderperiode der Gemeinsamen Agrarpolitik (GAP) ab 01.01.2023 ändern sich die rechtlichen Rahmenbedingungen für das Hessische Programm für Agrarumwelt- und Landschaftspflegemaßnahmen (HALM). Durch die Änderungen in der GAP – insbesondere die künftig erweiterten Anforderungen an den guten landwirtschaftlichen und ökologischen Zustand von Flächen (GLÖZ-Standards) und die Neueinführung der sogenannten Ökoregelungen – kann HALM in der bislang bekannten Form nicht mehr angeboten werden.

Das HALM-Angebot wurde daher an die neuen rechtlichen Rahmenbedingungen angepasst und wird nun ab dem 01.01.2023 als sogenanntes HALM 2 angeboten.

Infolge der geänderten rechtlichen Rahmenbedingungen werden alle laufenden HALM-Verpflichtungen zum 31.12.2022 aufgehoben (ausgenommen davon sind HALM A und HALM H2-Verpflichtungen).

Aktuelle Teilnehmer/innen am HALM wurden hierzu bereits schriftlich informiert. Sofern Sie mit dem Gemeinsamen Antrag 2022 die Auszahlung für eine HALM-Verpflichtung beantragt haben, wird diese in 2023 letztmalig ausgezahlt.

Möchten Sie (weiter) am neuen HALM 2 teilnehmen?

Die Teilnahme am neuen HALM 2 ab 01.01.2023 kann ab sofort bis einschließlich 04. Oktober 2022 (Ausschlussfrist) online über das Agrarportal Hessen beantragt werden. Eine Antragstellung in Papierform ist leider nicht mehr möglich.

Weiter unten finden Sie eine Kurzanleitung zur Antragstellung über das Agrarportal.

Sollten Sie Fragen oder Beratungsbedarf zur Online-Antragstellung haben, wenden Sie sich gerne an uns.

Generell empfehlen wir Ihnen, die Antragstellung möglichst frühzeitig durchzuführen, da insbesondere bei Beantragung von Naturschutzfachlichen Sonderleistungen auf Grünland (sog. NSL, Förderverfahren H1) eine fachliche Prüfung durch uns als Bewilligungsstelle erfolgt. Im ungünstigsten Fall kann es passieren, dass Ihr Antrag abgelehnt werden muss, wenn die beantragten Förderverfahren aus naturschutzfachlicher Sicht ungeeignet sind (z.B. wenn sie den Erhaltungszielen eines FFH-Lebensraumtyps in einem FFH-Gebiet zuwiderlaufen).

Um Sie bei der Planung und Beantragung von Naturschutzfachlichen Sonderleistungen (NSL) zu unterstützen, bieten wir Ihnen gerne einen Beratungstermin an (siehe die Liste der Ansprechpartner/innen weiter unten).

Wenn Sie eine HALM 2-Verpflichtung bis zum 04. Oktober 2022 beantragen, beginnt die Verpflichtung im Genehmigungsfall zum 01. Januar 2023 und läuft für 5 Jahre. Die Auszahlung beantragen Sie dann jährlich mit dem Gemeinsamen Antrag, erstmalig 2023.

Welche Förderverfahren werden im HALM 2 angeboten?

Mit den HALM 2-Fördermaßnahmen soll ein Beitrag zur Erfüllung der Ziele in den Bereichen Biologische Vielfalt, Wasser-, Boden- und Klimaschutz sowie bei der Erhaltung der Kulturlandschaft geleistet werden. Die teilnehmenden Landwirte und Landwirtinnen erhalten einen finanziellen Ausgleich für zusätzliche Kosten oder Ertragsverzicht in Folge einer besonders umweltgerechten Landbewirtschaftung. HALM 2 wird vom Land Hessen unter Beteiligung der EU und des Bundes finanziert. Bewilligungsstelle ist der Fachdienst Landwirtschaft des Wetteraukreises.

Im neuen HALM 2 werden folgende Förderverfahren angeboten:

Die Einführung oder Beibehaltung eines Ökologischen Landbaus basiert auf der EU-Ökoverordnung Nr. 834/2007. Gefördert werden unter anderem der Verzicht auf chemisch-synthetische Pflanzenschutz- und Düngemittel, besondere Anforderungen an die Tierhaltung, der besonders sorgfältige Umgang mit den natürlichen Ressourcen und die Förderung einer vielfältigen Flora und Fauna.

Besonders nachhaltige Verfahren im Ackerbau verbessern die Bodenfruchtbarkeit, schützen vor Erosion, bieten Wildtieren Nahrung und Schutz und tragen zur Vielfalt der Tier- und Pflanzenwelt bei. Hierunter werden mit HALM 2 noch folgende Verfahren zur Integration naturbetonter Strukturelemente der Feldflur angeboten:

  • Mehrjährige Blühstreifen / -flächen
  • Erosionsschutzstreifen
  • Ackerwildkrautflächen
  • Gewässerschutzstreifen

Besonders nachhaltige Verfahren auf Dauergrünland tragen einerseits durch eine extensive Nutzung auf Einzelflächen zur Erhaltung und Förderung schützenswerten Grünlands bei. Ein weiteres Augenmerk liegt auf dem Schutz von Bodenbrütern.

  • Grünlandextensivierung
  • Bodenbrüterschutz

Zu den besonders nachhaltigen Verfahren bei Dauerkulturen zählt im Wetteraukreis nach wie vor die Erhaltung von Streuobstwiesen, die einen wichtigen Lebensraum für viele Tier- und Pflanzenarten darstellen. Folgende Maßnahmen zur Erhaltung von Streuobstbeständen können Sie auch in HALM 2 weiterhin beantragen:

  • Erhaltungsschnitt
  • Nachpflanzung

Arten- und Biotopschutz in Agrarökosystemen
Gefördert werden hiermit Maßnahmen zur Erhaltung und Entwicklung naturschutzfachlich wertvoller Biotope, z.B. von besonderen FFH-Lebensraumtypen (FFH-LRT), wie seltene Pfeifengraswiesen oder Kalk-Trockenrasen, aber auch die Umsetzung spezieller Artenhilfsmaßnahmen, z.B. für Rebhuhn oder Feldhamster.

  • Naturschutzfachliche Sonderleistungen auf Grünland (NSL, nur in Verbindung mit Dauergrünland-Verfahren oder Ökologischem Landbau beantragbar)
  • Arten- und Biotopschutz im Offenland (ein- oder mehrjährige Verpflichtung)

Zusammenarbeit (HALM A)
Mit der Förderung der Zusammenarbeit von Landwirten mit weiteren Akteuren vor Ort kann die Wirksamkeit von Agrarumweltmaßnahmen gesteigert werden.

  • Erarbeitung von Konzepten
  • Umsetzung und Begleitung von Konzepten

Folgende Förderverfahren werden ab 2023 nicht mehr angeboten, da es Überschneidungen mit der 1. Säule (GLÖZ, Ökoregelungen) gibt:

  • Vielfältige Kulturen im Ackerbau
  • Beibehaltung von Zwischenfrüchten über den Winter
  • Einjährige Blühstreifen / -flächen
  • Ackerrandstreifen

Tabelle 1: Jährliche Fördersätze der HALM 2-Förderverfahren (Achtung: die aufgeführten Beträge stehen unter Vorbehalt von Änderungen, da die HALM 2-Richtlinie noch nicht veröffentlicht wurde)

Kürzel

HALM 2-Förderverfahren

Fördersatz

B.1

Ökologischer Landbau

Einführer:

350 € je ha Ackerfläche

220 € je ha Dauergrünland

(170 € je ha DGL bei Kombination mit Ökoregelung 4)

550 € je ha Gemüse

1.325 € je ha Dauer- und Baumschulkulturen

 

Beibehalter:

300 € je ha Ackerfläche

200 € je ha Dauergrünland (150 € je ha DGL bei Kombination mit Ökoregelung 4)

500 € je ha Gemüse

1.000 € je ha Dauer- und Baumschulkulturen

 

C.3.2

Mehrjährige Blühstreifen/ -flächen

600 € je ha Blühstreifen/ -flächen

C.3.3

Erosionsschutzstreifen

700 € je ha Erosionsschutzstreifen

C.3.5

Ackerwildkrautflächen

500 € je ha Ackerwildkrautfläche

C.3.6

Gewässerschutzstreifen

400 € je ha Gewässerschutzstreifen

D.1

Grünlandextensivierung

150 € je ha Dauergrünland

D.2

Bodenbrüterschutz

150 € je ha Dauergrünland

E.2.1

Erhaltungsschnitt bei Streuobstbeständen

6 € je im Verpflichtungszeitraum gepflegten Baum

E.2.2

Nachpflanzung bei Streuobstbeständen

55 € je Baum im Pflanzjahr und 6 € je Baum in den folgenden Verpflichtungsjahren

H.1

Naturschutzfachliche Sonderleistungen auf Grünland

Mind. 60 € je ha Dauergrünland; bei Kombination mehrerer NSL-Bausteine höchstens 270 € je ha Dauergrünland

Mit der Teilnahme an einem HALM-Förderverfahren gehen Sie in der Regel eine fünfjährige Verpflichtung ein. Die Auswahl der beantragten Flächen erfolgt unter anderem über verschiedene fachliche Kulissen, die im HALM-Viewer einsehbar sind. Bei knappen Haushaltsmitteln kommen weitere Auswahlkriterien hinzu.

Rechtliche Grundlagen

Die aktuelle Übersicht der HALM 2-Maßnahmen (Entwurfsfassung HALM 2, Juli 2022) finden Sie hier.
Die allgemeinen Pflichten, Details zu den einzelnen Förderverfahren sowie Verfahrensvorschriften zur Antragstellung sind in der HALM 2-Richtlinie (Entwurfsstand vom 28.07.2022) geregelt.

Besonderes

Bei der Erhaltung der Vielfalt der genetischen Ressourcen in der Landwirtschaft wird die Zucht und Haltung seltener und gefährdeter einheimischer Nutztierrassen in Hessen im Rahmen von Erhaltungszuchtprogrammen gefördert. Ansprechpartner ist das Regierungspräsidium Gießen, Abt. 5, Dezernat 51.1 Landwirtschaft und Marktstruktur in Wetzlar; Telefon 0641 303-5116, E-Mail 

Ansprechpartner/innen

A Förderung der Zusammenarbeit, E.2 Streuobst und H.2 Biotop- und Artenschutz im Offenland (Feldhamster, Sichere Schaf- und Ziegenbeweidung, 2.-3. Weidegang u. Kugelhornmoos)

NameTelefonFaxRaumE-Mail
Daniela Dehnert06031 83-420606031 83-91420616E-Mail

B.1 Ökologischer Landbau, D.2 Bodenbrüterschutz und C.3.2 Mehrjährige Blühflächen/-streifen

NameTelefonFaxRaumE-Mail
Tatjana Bär06031 83-420206031 83-91420217E-Mail

C.3.3 Erosionsschutzstreifen, C.3.5 Ackerwildkrautflächen und C.3.6 Gewässerschutzstreifen

NameTelefonFaxRaumE-Mail
Katja Raffelsiefen06031 83-421406031 83-91421418E-Mail

D.1 Grünlandextensivierung, H.1 Naturschutzfachliche Sonderleistungen auf Grünland und H.2 Arten- und Biotopschutz im Offenland (Rebhuhn, Turteltaube etc.)

NameTelefonFaxRaumE-Mail
Ute Heinzerling06031 83-421106031 83-91421103E-Mail

Zuständig

Fachstelle Agrarförderung und Agrarumwelt  beim Fachdienst Landwirtschaft