Musterstimmzettel für die Kommunalwahl

Am 15.03.2026 findet die Wahl des Kreistages des Wetteraukreises statt. 
Damit sich die Wählerinnen und Wähler zur Vorbereitung ihrer Wahlentscheidung bereits vor dem Wahltag mit dem amtlichen Stimmzettel befassen können, wird hier der Musterstimmzettel (nicht barrierefrei) für diese Wahl veröffentlicht.

Mit lokalem Engagement den Handel fairer machen

Eine Gruppe von Menschen steht zusammen und präsentiert verschiedene Logos und Broschüren zum Thema Fair-Trade

Erste Kreisbeigeordnete Birgit Weckler (Mitte) mit den Teilnehmerinnen und Teilnehmern der Informationsveranstaltung zum Fairtrade-Towns.

936 Städte, Gemeinden und Landkreise tragen in Deutschland den Titel Fairtrade-Town. Bislang können sich die Stadt Bad Nauheim und der Wetteraukreis selbst mit dieser Auszeichnung von Fairtrade Deutschland schmücken. Aber auch weitere Städte und Gemeinden im Kreis wollen sich für einen gerechteren Handel einsetzen und streben ebenfalls die Auszeichnung an. Um sie beim Einstieg zu unterstützen, lud der Wetteraukreis anlässlich des fairen Februars kürzlich zu einer Informationsveranstaltung zur Kampagne Fairtrade-Towns nach Friedberg ein. 

Erste Kreisbeigeordnete Birgit Weckler unterstrich in ihrer Begrüßung, dass sich Kommunen wirksam für den fairen Handel einsetzen können: „Die öffentliche Hand gibt pro Jahr über 500 Milliarden Euro für Produkte und Dienstleistungen aus und hat damit entscheidenden Einfluss darauf, wie Produkte hergestellt und Dienstleistungen ausgeführt werden. Zudem können Kommunen aufgrund ihrer Nähe zu den Menschen vor Ort weiteres lokales Engagement anregen und zusammenführen, indem sie mit gutem Vorbild vorangehen und für den fairen Handel aktiv werden.“

Einen passenden Rahmen für kommunales Fair-Handels-Engagement bietet die Kampagne Fairtrade-Towns, die von Kerstin Buda-Friedrich vorgestellt wurde. Für die Auszeichnung als Fairtrade-Town müssten Kommunen nachweislich fünf Kriterien erfüllen. Einmal erreicht, sei die Auszeichnung für die Kommune ein echtes Aushängeschild, welches allerdings alle zwei Jahre erneut verdient werden muss. 

Grundlage der Bewerbung als Fairtrade-Town ist der „Ratsbeschluss“. Mit diesem hält die Kommune fest, dass sie alle Kriterien der Kampagne erfüllen will und es künftig bei Rats- und Gremiensitzungen sowie im Büro der Verwaltungsspitze Kaffee und mindestens ein weiteres Produkt aus fairem Handel zur Auswahl geben soll. Darüber hinaus ist eine tatkräftige Steuerungsgruppe zu gründen, die Aktivitäten zum fairen Handel plant und umsetzt. Mit Öffentlichkeitsarbeit soll nicht nur auf die einzelnen Aktionen, sondern auch auf zentrale Anliegen des fairen Handels aufmerksam gemacht werden: Gerechtere Handelsbeziehung mit Ländern im Globalen Süden und bessere Lebens- und Arbeitsbedingungen der Produzentinnen und Produzenten in den Anbauländern. 

Entscheidendes Puzzleteil in der Bewerbung als Fairtrade-Towns ist die Unterstützung durch lokale Einzelhandels- und Gastronomiebetriebe sowie Glaubensgemeinden, Schulen und Vereine. Mindestens zwei fair gehandelte Produkte müssen diese in ihrem regulären Geschäftsbetrieb beziehungsweise bei Aktionen zum fairen Handel anbieten, um ihre Unterstützung erklären zu können. 

Sabine Becker-Gräfe, Mitglied der Fairtrade-Steuerungsgruppe der Stadt Bad Nauheim stellt in ihrem Impulsvortrag einige Aktivitäten der Stadt vor, die seit 2014 den Titel Fairtrade-Town trägt: Ausstellungen, Veranstaltungen, Stadtmarketingprodukte aus fairem Handel sowie ein faires Kochbuch in Zusammenarbeit mit lokalen Kooperationspartnern. Dr. Helmut Francke, Co-Vorsitzender des Weltladen-Trägervereins Bad Nauheim – fair wandeln, bot den Teilnehmenden Einblick in die Tätigkeiten des Weltladens, der seit 2013 nicht nur Verkaufsort für fair gehandelte Waren, sondern Veranstaltungs- und Kommunikationsort ist und Bildungsarbeit an Kitas und Schulen betreibt. Abschließend stellte Jonas Bielke, Klimaschutzkoordinator beim Wetteraukreis, neben umgesetzten und geplanten Aktivitäten der Steuerungsgruppe des Kreises die vielfältigen Unterstützungsangebote teils überregionaler Fair-Handels-Akteure vor. 

Weiter in Kontakt bleiben, den Austausch fortsetzen und zu Themen des fairen Handels zusammenarbeiten wollen auch die Teilnehmenden der Veranstaltung. Deshalb soll es für Fair-Handels-Akteure im Wetteraukreis künftig weitere Austauschformate geben.

Veröffentlicht am: 04. März 2026