Für drei Tage an den Schalthebeln der politischen Macht in Europa
Jugendliche erhalten bei Projekt des Jugendbildungswerks des Wetteraukreises und des CIVIC Instituts Einblicke in Arbeitsweise der Europäischen Union

In einem Planspiel während der Projekttage übernehmen die Jugendlichen die Rollen verschiedener EU-Staats- und Regierungschefs und -chefinnen und müssen deren Position in einer nachgestellten Sitzung des Europäischen Rats vertreten.
Was macht eigentlich die EU? Wer ist Mitglied und seit wann? Und was ist der Unterschied zwischen dem Europäischen Rat und dem Rat der Europäischen Union? Auf diese und viele weitere Fragen zur EU erhielten interessierte Jugendliche ab 15 Jahren Antworten, die drei Tage lang am Projekt „EU? Aber sicher!“ teilnahmen. Zur Veranstaltung in der Jugendherberge in Bad Homburg hatten das Jugendbildungswerk des Wetteraukreises und das CIVIC Institut eingeladen.
Die Veranstaltung begann mit einem Überblick zur Entstehungsgeschichte der Europäischen Union und einer Vorstellung der verschiedenen Institutionen und ihrer Aufgaben. In einem folgenden EU-Staffellauf konnten Teilnehmerinnen und Teilnehmer dann in Kleingruppen ihr Wissen zu den Mitgliedsstaaten testen und im Rennen gegeneinander antreten.
Am zweiten Tag startete das Herzstück des Projekts: das Planspiel. Dabei übernahmen die Jugendlichen die Rollen von Staatsoberhäuptern oder Regierungschefs und -chefinnen verschiedener Mitgliedsländer und hatten deren Position im Europäischen Rat zu vertreten. Im Fokus der Verhandlungen stand die Sicherheitspolitik der Europäischen Union. Gemeinsam waren Lösungen für aktuelle gesellschaftliche Herausforderungen zu finden und Kompromisse zu erarbeiten.
Die Jugendlichen merkten sehr schnell, dass es gar nicht so einfach ist, die Interessen ihres jeweils zugewiesenen Landes durchzusetzen, da Beschlüsse nur einstimmig zu treffen sind. Es galt daher, überzeugende Argumente für die eigene Position zu finden und diese dann in einem Streitgespräch auch zu verteidigen. Das Ergebnis dieser Verhandlungen bildete eine neue Ausrichtung der europäischen Sicherheitspolitik.
Am letzten Tag stand ein weiteres Planspiel auf dem Programm. Dieses Mal standen globale Zölle und Handelsabkommen im Fokus, dabei übernahmen die Jugendlichen die Rollen weltpolitischer Akteure wie der EU oder Staaten wie den USA, China, Brasilien und Südafrika. Aufgabe war der taktische Handel mit Rohstoffen, Produkten und Maschinen. Je nach Handelspartner werden beim Import dann unterschiedlich hohe Zölle fällig, was den Handel mit bestimmten Partnern attraktiver macht. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer entwickelten so ein Gespür für Zollpolitik und deren Auswirkungen auf den internationalen Handel.
Durch den stark interaktiven Charakter des Projekts erhielten die Jugendlichen sehr schnell einen umfangreichen und nachhaltigen Einblick in die Arbeitsabläufe der Europäischen Union. Die Rückmeldungen fielen entsprechend positiv aus. Am Projekt nahmen Schülerinnen und Schüler aus Friedberger, Büdinger und Bad Vilbeler Schulen teil, die dafür eine Unterrichtsfreistellung bekamen. Eine Wiederholung ist für das kommende Jahr vorgesehen.
Kontaktmöglichkeiten
Informationen über dieses und weitere Angebote des Jugendbildungswerks erhält man bei den Mitarbeiterinnen Lea Noe oder Franziska Wilhelm.