Gemeinsam gärtnern, lernen und sich begegnen
Wetteraukreis fördert Projekt des Weltacker Wetterau e.V. mit 4.150 Euro

Kreisbeigeordnete Marion Götz (Mitte) übergibt den Förderbescheid an Weltacker-Vorsitzende Monika Brenninger (links) und Schriftführerin Marlu Müller-Bremm.
Wie viel Ackerfläche steht jedem Menschen auf der Welt eigentlich zur Verfügung? Und was braucht es, damit alle Menschen ausreichend Nahrung erhalten, ohne dabei Klima, Böden und Artenvielfalt zu gefährden? Antworten auf diese Fragen vermittelt der Weltacker Wetterau in Friedberg-Fauerbach auf anschauliche Weise – und schafft zugleich einen Ort für generationsübergreifende Begegnungen. Das Projekt „Gemeinsam gärtnern mit Jung und Alt“ wird nun im Rahmen des Förderprogramms „Generation Nachbarschaft“ des Wetteraukreises mit 4.150 Euro unterstützt.
Auf einer rund 2.000 Quadratmeter großen Fläche baut der Verein Weltacker Wetterau e.V. mehr als 90 verschiedene Kulturpflanzen an. Informationstafeln erläutern deren Bedeutung für die weltweite Ernährung und zeigen, welchen Flächenbedarf die einzelnen Pflanzen haben. Bereits in der Vergangenheit stießen Pflanzaktionen mit Kindern auf große Resonanz.
Mit der Förderung kann der Begegnungsort künftig regelmäßig geöffnet werden: Von Mitte April bis Mitte Oktober finden freitags von 15 bis 18 Uhr gemeinsame Gartenaktionen unter fachlicher Anleitung statt. Kinder, Eltern, Großeltern und weitere Interessierte können dabei säen, pflanzen, pflegen und ernten sowie die Entwicklung der Pflanzen über die gesamte Saison hinweg begleiten. Gleichzeitig bietet das Projekt Raum für Austausch und gemeinschaftliches Engagement.
„Das Projekt verbindet auf vorbildliche Weise Umweltbildung, generationsübergreifendes Lernen und nachbarschaftliches Miteinander“, sagt Kreisbeigeordnete und Sozialdezernentin Marion Götz. „Gerade solche niedrigschwelligen Angebote schaffen Begegnungen zwischen Menschen unterschiedlichen Alters und stärken den Zusammenhalt vor Ort.“
Bewusstsein für Gemeinschaft entwickeln
Besonders wertvoll sei dabei die Möglichkeit, Wissen weiterzugeben: Ältere Menschen können ihre Erfahrungen rund um Gartenbau und Pflanzenpflege an jüngere Generationen vermitteln, während Kinder die Entstehung von Lebensmitteln unmittelbar erleben. „Der Weltacker zeigt eindrucksvoll, wie Bildung, Naturerlebnis und gesellschaftliches Engagement miteinander verknüpft werden können“, so Marion Götz weiter. „Wer gemeinsam gärtnert, lernt nicht nur etwas über nachhaltige Landwirtschaft, sondern entwickelt auch ein stärkeres Bewusstsein für Gemeinschaft und Verantwortung.“
Das Bildungsprojekt verfolgt keinen kommerziellen Ansatz und ist weder ein Selbstversorgungs- noch ein Vermarktungsprojekt. Vielmehr steht die Vermittlung von Wissen über globale Zusammenhänge und nachhaltige Ernährung im Mittelpunkt. Ergänzt wird das Angebot durch Kooperationen mit dem Saisongarten und einem Begegnungsgarten in der Region.