Gemeinsames Kochen für mehr Verständnis und Akzeptanz

Wetteraukreis fördert Projekt „Begegnung der Kulturen“ des Internationalen Clubs Bad Nauheim mit 2000 Euro

Fünf Frauen und zwei Männer stehen auf einer Treppe. Im Hintergrund ist an der Wand ein großes Ziffernblatt einer Uhr zu sehen. Zwei der Frauen halten gemeinsam ein Dokument hoch.

Kreisbeigeordnete Marion Götz (2. von rechts) übergibt den Förderbescheid des Wetteraukreises an Vorstandsmitglieder des Internationalen Clubs Bad Nau-heim um dessen Vorsitzende Ursula Leichtweiß (Mitte) und deren Stellvertreter Ali Bulut (rechts).

Oft führt mangelndes Verständnis zwischen Menschen verschiedener Kulturen, Generationen, Nationalitäten oder Religionen zu Konflikten. Deshalb hat sich der Internationale Club Bad Nauheim (ICBN) zum Ziel gesetzt, durch gemeinsame Aktivitäten das gegenseitige Kennenlernen zu fördern. Und da nicht nur Liebe, sondern durchaus auch Verständnis und Akzeptanz durch den Magen gehen können, steht das interkulturelle Kochen beim Projekt „Begegnung der Kulturen“ in Bad Nauheim im Fokus. Der Wetteraukreis unterstützt diese Arbeit nun mit einem Zuschuss von 2000 Euro.   

„Gerade das Entdecken landestypischen Essens und seine gemeinsame Zubereitung, verbunden mit dem Kennenlernen der jeweiligen Kultur, kann eine Brücke zu mehr Verständnis und Akzeptanz sein. Wenn man an einem Tisch zusammenkommt, miteinander isst, Musik, Tanz und Literatur erlebt, dann kann dies nachhaltig Vorurteile ab- und gegenseitiges Verständnis aufbauen. Deshalb unterstützt der Wetteraukreis das Projekt des ICBN gerne mit einem Zuschuss von 2000 Euro über sein Förderprogramm ‚Generation Nachbarschaft – soziale Räume gemeinsam gestalten‘“, betonte Kreisbeigeordnete und Sozialdezernentin Marion Götz bei der Übergabe des Förderbescheids an ICBN-Vorstandsmitglieder um die Vorsitzende Ursula Leichtweiß.

Drei Veranstaltungen hat der Verein im Laufe des Jahres geplant. Los geht es am kommenden Samstag, 5. April, mit dem gemeinsamen Kochen ukrainischer Gerichte. Verbunden mit typischer Musik und Tänzen des osteuropäischen Landes, möchte man miteinander ins Gespräch kommen. Für das dritte Quartal ist im September eine weitere Veranstaltung mit südamerikanischem Schwerpunkt geplant. In diesem Zusammenhang soll auch das Thema fairer Handel eine besondere Rolle spielen. Den Abschluss bildet dann Ende November ein internationales Plätzchenbacken für alle Altersgruppen, bei dem die Teilnehmerinnen und Teilnehmer Rezepte aus verschiedenen Ländern kennenlernen und ausprobieren können. Für teilnehmende Kinder sind zudem Spiele und Bastelangebote für zwischendurch geplant, bevor man die Ergebnisse des Backnachmittags gemeinsam kostet.   

Neben dem gemeinsamen Kochen soll immer auch die Beschäftigung aller Teilnehmerinnen und Teilnehmer mit dem jeweiligen Land, seiner Kultur, seinen Traditionen und Werten einen wichtigen Raum einnehmen. Und um allen Generationen die Teilnahme zu ermöglichen, werden die Veranstaltungen gezielt an Samstag- oder Sonntagnachmittagen stattfinden. Der Verein hofft, auf diese Weise langfristige Kontakte zwischen den verschiedenen Gruppen aufzubauen. Er sieht darin Chancen für eine gegenseitige Sensibilisierung und die Erprobung von Vorgehensweisen gegen Diskriminierung und rassistische Anfeindung. Man ist sich sicher, dass mit diesen Aktionen die Bereitschaft gegenseitiger Unterstützung wachse. Und vielleicht könnten aus diesem Projekt weitere Initiativen auf einer ähnlichen Basis entstehen.

Die Kreisbeigeordnete freute sich bei der Übergabe des Zuwendungsbescheids über das bereits jahrzehntelange Engagement des ICBN für ein gutes Miteinander von Menschen unterschiedlicher Kulturen, Nationalitäten und Religionen. „Beispielhaft für diesen Einsatz möchte ich hier das ‚Internationale Fest – Grenzenlose Vielfalt‘ nennen, das der Internationale Club bereits seit mehr als 40 Jahren gemeinsam mit anderen internationalen Vereinen organisiert“, sagte Marion Götz. Auch die Reihe „Treffpunkt der Kulturen“ habe sich seit Jahren fest im Vereinsprogramm etabliert. Und das Internationale Kochen und Essen bilde ebenfalls einen Programm-Höhepunkt. Darüber hinaus existiert seit 2014 ein neuer „Runder Tisch“ für die Organisation zur Aufnahme und Betreuung Geflüchteter in der Stadt.  

Das Förderprogramm

Mit dem Programm "Generation Nachbarschaft – soziale Räume gemeinsam gestalten" unterstützt der Wetteraukreis Projekte, die das Miteinander stärken und soziale Teilhabe fördern. Besonders gefördert werden Initiativen, die interkulturellen Austausch ermöglichen und generationenübergreifende Begegnungen schaffen. Weitere Informationen im Internet auf der Seite des Wetteraukreises unter Generation Nachbarschaft 

Veröffentlicht am: 03. April 2025