Gut vorbereitet für den Fall, der hoffentlich nicht eintritt

Landrat Jan Weckler besichtigt mit Vertreterinnen und Vertretern der Kreis- und städtischer Gremien fertiggestellten Katastrophenschutzstützpunkt in Büdingen

Mehrere Personen stehen in einer großen Halle, ein Mann spricht zu ihnen. Im Hintergrund sind Einsatzkräfte der Feuerwehr zu sehen.

Landrat Jan Weckler begrüßt die Vertreterinnen und Vertreter von Kreis- und städtischen Gremien im fertig-gestellten Katastrophenschutzstützpunkt und gibt Ein-blick in dessen Entstehungsgeschichte.

Ein Feuerwehrmann erläutert mehreren Personen die Funktionsweise von Feuerwehrausrüstung. Diese ist im Hintergrund zu sehen.

Nicklas Rodriguez-Lopez (rechts) erläutert den Gremienvertreterinnen und Vertretern die Funktionsweise und Einsatzmöglichkeiten der Sandsackfüllmaschine.

Auf dem Bild ist ein Metallturm zu sehen, an dem Feuerwehrleute das Abseilen üben.

Einsatzkräfte der Freiwilligen Feuerwehr Büdingen demonstrieren am neugebauten Übungsturm die Selbstrettung aus dem oberen Stockwerk eines Gebäudes.

Bestmöglich auf verschiedenste Szenarien von Krisen und Katastrophen vorbereitet sein – das hat sich der Wetteraukreis zum Ziel gesetzt. Einen wichtigen Baustein in diesem Konzept stellt der Katastrophenschutzstützpunkt des Kreises in Büdingen dar. Bei einem Besichtigungstermin mit Landrat Jan Weckler informieren sich Vertreterinnen und Vertreter von Kreistag, Kreisausschuss und der Stadt Büdingen über die Kapazitäten der fertiggestellten Anlage.

„Die Welt um uns herum ist unsicherer geworden. Kriege bedrohen unsere Sicherheit. Aber auch Naturkatastrophen wie Überschwemmungen und Brände oder der Ausfall wichtiger Infrastruktur können massive Auswirkungen auf das tägliche Leben haben. Der Wetteraukreises bereitet sich auf diese Herausforderungen vor und stärkt seinen Katastrophen- und Zivilschutz. Ein Baustein in diesen Planungen ist unser Katastrophenschutzstützpunkt in Büdingen, dessen Umgestaltung von einem ursprünglichen Baumarktareal nun abgeschlossen ist“, sagte Landrat Jan Weckler anlässlich einer Besichtigung der Anlage durch Mitglieder der Gremien von Wetteraukreis und Stadt Büdingen.

Nach den einleitenden Worten des Landrats stellten Jürgen Nickel, Fachdienstleiter Gesundheit und Gefahrenabwehr, der stellvertretende Kreisbrandinspektor Sebastian Luft und Kreisbrandmeister Nicklas Rodriguez-Lopez die Ausstattung des Stützpunkts vor. „Nach Vorgabe des Landes Hessen können wir hier einen verpflichtenden Betreuungsplatz 500 betreiben. Das bedeutet, kurzfristig sind wir hier in der Lage, beispielweise aufgrund einer Evakuierungsmaßnahme, 500 Personen unterzubringen und zu versorgen. In den ebenfalls eingerichteten Arbeitsplätzen und Schulungsräumen können wir zudem kurzfristig eine Befehlsstelle einrichten für den Fall, dass das eigentliche Katastrophenschutzzentrum in der Friedberger Steinkaute nicht nutzbar wäre oder räumliche Gegebenheiten dies notwendig machen“, erklärte Nickel. Der Landrat ergänzte, dass diese dezentrale Struktur der historischen Entwicklung des Landkreises als Flächenkreis geschuldet sei. „Andere Landkreise haben zentrale Strukturen. Unser Vorgehen bietet im Notfall aber die Möglichkeit, auf einen anderen Standort auszuweichen, wenn die Zentrale nicht nutzbar ist, sozusagen eine Art Backup“, fasste Jan Weckler zusammen. 

Jürgen Nickel gab darüber hinaus Einblicke in Art und Umfang der vor Ort gelagerten Pandemie-Reserven von Desinfektionsmitteln über FFP2-Masken bis hin zur Schutzausrüstung. Um zu vermeiden, dass Ausrüstung mit Verfallsdatum ungenutzt verfällt und entsorgt wird, werden entsprechende eingelagerte Bestände - wie etwa die Masken – in enger Abstimmung mit dem Gesundheitszentrum Wetterau (GZW) bereits lange vor dem Ablaufdatum verbraucht und die entnommenen Bestände anschließend mit neuem Material aufgefüllt.

Im Anschluss stellte Nicklas Rodriguez-Lopez die in Büdingen vorgehaltene Katastrophenschutzausstattung des Kreises vor. „Wir lagern hier Ausrüstung, die als Anschaffung für einzelne Wehren – auch kostenmäßig – zu aufwendig wäre und stellen diese dann bei Bedarf zur Verfügung. Das reicht von einem Abroll-Container mit einer Sandsackfüllmaschine, die bis zu 2.600 Sandsäcke in der Stunde füllen kann, über einen Container mit Ausrüstung für einen Evakuierungs- und Betreuungsfall bis hin zu Sprinklersystemen zur Waldbrandbekämpfung“, führte Rodriguez-Lopez aus.   

Den Besuch der Gremienvertreterinnen und -vertreter rundeten praktische Vorführungen von Einsatzkräften der Feuerwehren Büdingen und Ortenberg ab. Während die Büdinger am neuen Übungsturm die Selbstrettung aus den oberen Stockwerken eines Gebäudes demonstrierten, bauten die Ortenberger Dekontaminationsschleusen für Fahrzeuge und Einsatzkräfte auf und erklärten deren Funktionsweise.

5,1 Millionen Euro für Erwerb und Sanierung

Die Ursprünge des Katastrophenschutzstützpunkts in Büdingen gehen auf einen Kreistagsbeschluss vom 7. Dezember 2022 zurück. Demnach kaufte der Kreis das ehemalige Baumarktgelände samt zugehörigem Gebäude zum Preis von etwa 2,8 Millionen Euro zuzüglich Kaufnebenkosten am 1. Februar 2023 an. Es erfolgte eine sukzessive Sanierung und Umgestaltung für eine Nutzung insbesondere für den Bereich des Zivil- und Katastrophenschutzes. Dazu gehörte auch die Errichtung eines Feuerwehrübungsturms. Die Gesamtkosten für die Sanierungs- und Herrichtungsarbeiten belaufen sich auf rund 2,3 Millionen Euro. Vom Hessischen Innenministerium gab es für den Bau des Übungsturms einen Zuschuss in Höhe von 106.000 Euro. Der Abschluss dieser Arbeiten erfolgte mit der Fertigstellung des letzten Bauabschnitts am Feuerwehrübungsturm im April dieses Jahres. 

Veröffentlicht am: 17. Juni 2026