Pflegebedürftige reagieren sehr empfindlich auf Hitze
Der Pflegestützpunkt Wetteraukreis warnt davor, die Risiken von hohen Temperaturen zu unterschätzen

Auch auf der Selbsthilfe-MEILE der Selbsthilfekontaktstelle des Wetteraukreises am 4. Juli hatten die Mitarbeiterinnen des Pflegestützpunkts Wetteraukreis, Nina Clement und Marion Grumbrecht, viele Interessierte zum Thema Hitzeschutz informiert.
600 Menschen sind in Hessen bis Ende Juni bedingt durch Hitze gestorben. Laut dem Robert Koch-Institut sind schon jetzt mehr Tote gezählt worden als im gesamten vergangenen Jahr. Ältere, gesundheitlich geschwächte und pflegebedürftige Menschen sind bei starker Wärme besonders gefährdet. Angesichts der derzeit erneut hohen Temperaturen appelliert der Pflegestützpunkt Wetteraukreis an pflegende Angehörige, die Betroffenen richtig und rechtzeitig zu schützen.
Pflegebedürftige reagieren sehr empfindlich auf Hitze. Kreislaufprobleme, Dehydration und Verwirrtheit können schneller auftreten als viele erwarten. Daher gilt: Jegliche Warnsignale wie Müdigkeit, Schwindel, Fieber, Kopfschmerzen oder Orientierungsverlust müssen sofort beachtet und ernstgenommen werden. Zudem können hohe Temperaturen die Wirkung und die Nebenwirkungen von Medikamenten beeinflussen. Mit dem Hausarzt sollte daher die Medikamenteneinnahme besprochen werden, insbesondere wenn Blutdrucksenker oder entwässernde Medikamente eingenommen werden. Auch sollte die Lagerung der Medikamente bei Hitze überprüft werden.
Weitere wichtige Tipps zum Hitzeschutz für Pflegebedürftige: ausreichend trinken (am besten Wasser oder ungesüßte Getränke), gegebenenfalls einen Trinkplan nutzen. Die Wohnräume müssen möglichst kühl gehalten werden, dafür morgens und abends lüften und tagsüber verdunkeln. Leichte Mahlzeiten werden empfohlen wie etwa Obst und Gemüse. Die Portionen sollten klein sein und nicht belasten. Körperliche Belastung sollte reduziert werden, Spaziergänge nur in den frühen Morgenstunden stattfinden.
Pflegende Angehörige sollten sich über bevorstehende Hitzewellen informieren und häufigere Besuche und Anrufe einplanen, um Anzeichen von Hitzebelastung frühzeitig zu erkennen.
Weitere Informationen zum Thema Hitzeschutz für Pflegebedürftige finden Interessierte beispielsweise online beim Bundesinstitut für Öffentliche Gesundheit. Ebenfalls online bei der Verbraucherzentrale gibt es einen Trinkplan.
Der Pflegestützpunkt Wetteraukreis ist eine kostenfreie und neutrale Beratungsstelle in gemeinsamer Trägerschaft der Pflege- und Krankenkassen sowie des Wetteraukreises. Er informiert über Pflege und Versorgung, Leistungen der Pflegeversicherung, Unterstützungsangebote sowie über Hilfsmittel und Umbaumaßnahmen.
Für Beratungsgespräche und bei weiteren Fragen erreichen Sie den Pflegestützpunkt in Büdingen, Berliner Straße 31, unter 06042 989 3413, -3464 oder -3465 und den Pflegestützpunkt in Friedberg, Pfingstweide 7, unter 06031 83 3411 oder -3412 oder per E-Mail.
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