Wenn ein Bilderbuch-Kater zensiert wird

Neue Ausstellung im Kreishaus beleuchtet Zensur in Bibliotheken weltweit

Ein Mann steht vor großen Plakaten und hält einen Bilderrahmen in den Händen.

Landrat Jan Weckler eröffnet die Ausstellung des Hessischen Bibliotheksverbands und plädiert dafür, auch hierzulande wachsam zu sein, wenn einzelne Akteure Bücher aus Bibliotheken verbannen wollen.

Was haben die Bilderbuchreihe „Petterson und Findus“, das Tagebuch der Anne Frank und der Roman „Drachenläufer“ des afghanisch-amerikanischen Schriftstellers Khaled Hosseini gemeinsam? Sie sind aus Bibliotheken in Russland beziehungsweise den USA entfernt worden. Sie sind auf einer Zensur-Liste gelandet, weil ihre Inhalte aus unterschiedlichen Gründen als „schädlich“ gebrandmarkt wurden. Die Wanderausstellung „Freie Medien – Freie Menschen“ des Hessischen Landesverbandes im Deutschen Bibliotheksverband beleuchtet Zensur in Bibliotheken weltweit. Sie ist ab sofort für vier Wochen im Kreishaus in Friedberg zu sehen. 

Landrat Jan Weckler, der zugleich Vorsitzender des Hessischen Bibliotheksverbandes ist, erklärte bei der Eröffnung: „Bibliotheken sind Orte der Demokratie: Sie bringen Menschen zusammen, ermöglichen Bildung und machen Wissen für jedermann zugänglich. Genau deshalb geraten sie weltweit immer wieder ins Visier von erschreckenden Zensurversuchen.“ Wer kontrolliere, was gelesen werde, kontrolliere, was gedacht und wie gehandelt werde, sagte Weckler: „Diese drastischen Eingriffe in die Medienfreiheit beschneiden Perspektiven und verhindern Debatten, die eine Gesellschaft stärken.“ Auch in Deutschland habe es schon Versuche von einzelnen Interessensgruppen gegeben, bestimmte Inhalt aus Bibliotheken zu verbannen. Daher sei es zwingend notwendig, auch Bibliotheken hierzulande zu schützen: „Wir müssen uns immer wieder bewusst machen, was für einen Schatz unsere Bibliotheken beherbergen und wie wichtig es ist, dass wir in ihren Regalen die ganze Bandbreite an Meinungen finden. Nur so können wir fundierte Kenntnisse erlangen und eigene Sichtweisen herausbilden, die letztlich für das Wesen unserer Demokratie absolut grundlegend sind“, so Landrat Jan Weckler. 

Ausstellung bis zum 30. Juli 2026 zu sehen

Die Ausstellung ist bis zum 30. Juli im Foyer im Friedberger Kreishaus, Gebäude B, Europaplatz, zu sehen. Öffnungszeiten: montags bis mittwochs, 7.30 bis 16 Uhr, donnerstags bis 18 Uhr und freitags bis 12.30 Uhr.

Veröffentlicht am: 30. Juni 2026