Wenn Rohdiamanten aus Holz geschliffen werden
Prämierte Gesellinnen- und Gesellenstücke der Tischler-Innung in der Kreishandwerkerschaft des Wetteraukreises sind am Europaplatz zu sehen

Landrat Jan Weckler (2. von rechts) beglückwünscht gemeinsam mit Jury-Vorsitzendem Daniel Brehm (6. von links), dem stellvertretenden Innungs-Obermeister Frank Woisetschläger (3. von links), Kreishandwerkerschafts-Geschäftsführer Matthias Fritzel (links) und Friedbergs Bürgermeister Kjetil Dahlhaus (rechts) die Preisträgerinnen und Preisträger des Wettbewerbs „Die Gute Form“ zu ihren beeindruckenden Gesellinnen- und Gesellen-stücken. Das sind (von links): Jonas Wostruha, Jana Borm, Veronika Walter, Josephine Wex, Jonas Huber und Niklas Becher.
Es ist schon gute Tradition, dass die besten Gesellinnen und Gesellen der Tischler-Innung eines jeweiligen Ausbildungsjahrgangs nach den Sommerprüfungen ihre Abschlussarbeiten im Foyer des Friedberger Kreishauses zeigen. So freute sich Landrat Jan Weckler erneut, Paradebeispiele junger handwerklicher Schaffenskunst unter dem Titel „Die Gute Form“ am Europaplatz zeigen zu können.
Nach der Begrüßung durch den stellvertretenden Innungs-Obermeister Frank Woisetschläger war es am Hausherrn, Landrat Jan Weckler, die zahlreich erschienenen Gäste zu begrüßen. „Ich freue mich, Sie heute hier so zahlreich zu sehen“, sagte Weckler an die frischgebackenen Gesellinnen und Gesellen gewandt, aber auch mit Blick auf die Berufsschullehrkräfte, Vertreterinnen und Vertreter der Ausbildungsbetriebe sowie Familien und Freunde der auszuzeichnenden jungen Handwerkerinnen und Handwerker. „Ihre Unterstützung hat die nun zu ehrenden jungen Leute durch die fordernde Zeit ihrer Ausbildung und der Prüfungen getragen. Besonders den Lehrerinnen und Lehrern wie auch den Ausbildungsbetrieben gilt hier großer Dank. Talent zu haben, mag gut sein. Aber die unterstützende Hand und der gute Ratschlag, wie sich die Arbeit an einem neuen Werkstück noch verbessern lässt, formen aus einem Rohdiamanten letztlich ein Kunstwerk“, würdigte Weckler das Wirken der Ausbilderinnen und Ausbilder.
Und der Erfolg lasse sich bereits jetzt in der Ausstellung sehen. So erhielten nun sechs Werkstücke der 15 angetretenen Auszubildenden eine Auszeichnung. „Diese hohe Quote spricht für große Qualität“, lobte der Landrat. Und mit der Schau im Kreishaus erreiche dieser Qualitätsnachweis ein großes Publikum, da sowohl Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter als auch Gäste die ausgestellten Werke sehen können.
Den Ausführungen des Landrats schloss sich Friedbergs Bürgermeister Kjetil Dahlhaus an. Er verwies auf Friedbergs Bezeichnung als „Stadt der Bildung“, die Wissensvermittlung stets hochhalte. Dazu gehöre auch die Handwerksausbildung, was leider in der allgemeinen Wahrnehmung immer zu wenig Berücksichtigung finde. Aber vielleicht ändere sich das mit dem steigenden Einfluss von KI wieder. Er wünschte für die Zukunft alles Gute. Danach war es am Jury-Vorsitzenden von „Die Gute Form“, Daniel Brehm, den Gästen die Besonderheiten der ausgestellten Gesellinnen- und Gesellenstücke näherzubringen. Im Anschluss nahmen er, Kreishandwerkerschafts-Geschäftsführer Matthias Fritzel und Frank Woisetschläger die Ehrung der jungen Gesellinnen und Gesellen vor, bevor Matthias Fritzel zum abschließenden Austausch bei Snacks und Getränken einlud.
In diesem Jahr gingen die ersten drei Preise von „Die Gute Form“ durchweg an Gesellinnen. So sicherte sich Veronika Walter aus Frankfurt, beschäftigt bei SMRM in Rosbach, den ersten Platz. Ihr folgt Jana Borm (Bad Nauheim) vom Berufsbildungswerk Südhessen in Karben. Auf Platz drei kam Josephine Wex (Michelstadt), ebenfalls vom Berufsbildungswerk Südhessen. Belobigungen gingen zudem an Jonas Huber (Friedrichsdorf) von der Firma Gerd Oberhofer aus Rosbach, Niklas Becher (Rosbach) von der Firma AMP & Brandstifter aus Ober-Mörlen und Jonas Wostruha (Hammersbach) von der Firma Hubl und Hubl GmbH aus Florstadt.
Besichtigungsmöglichkeiten
Die prämierten Gesellinnen- und Gesellenstücke sind in der Ausstellung „Die Gute Form“ noch bis Freitag, 26. Juni, im Foyer des Kreishauses, Gebäude B, zu sehen. Und zwar zu den Öffnungszeiten der Kreisverwaltung - montags bis mittwochs, 7.30 Uhr bis 16 Uhr, donnerstags, 7.30 Uhr bis 18 Uhr, und freitags, 7.30 Uhr bis 12.30 Uhr.