Zusammen stark, mutig und trotz allem lebensfroh
Selbsthilfe-MEILE in Bad Nauheim erneut mit Beteiligungsrekord

Von links: Jürgen Nickel (Fachdienstleiter Gesundheit und Gefahrenabwehr), Anette Obleser von der Selbsthilfe-Kontaktstelle, Landrat Jan Weckler und Prof. Dr. Reinhold Merbs (Fachbereichsleiter Gesundheit und Bevölkerungsschutz) auf der diesjährigen Selbsthilfe-MEILE.
Strahlender Sonnenschein erleichterte die Kontaktaufnahme zu schwierigen Themen: Bei der diesjährigen 16. Selbsthilfe-MEILE, organisiert von der Selbsthilfe-Kontaktstelle des Wetteraukreises, konnten sich zahlreiche Besucherinnen und Besucher unter blauem Himmel über Themen wie Depression, Rheuma, Parkinson, Demenz und Abhängigkeitserkrankungen informieren. Auch Einsamkeit, Trauer, Inklusion und Missbrauch standen im Zentrum der Veranstaltung. Über 80 Gruppen und Beratungsstellen sowie soziale und ehrenamtliche Einrichtungen präsentierten ihre Angebote und Unterstützungsleistungen unter dem Motto „Entscheidend ist der Wille, sich selbst zu helfen“ auf der Bad Nauheimer Kiespromenade.
Landrat Jan Weckler nahm sich viel Zeit und besuchte die Stände der verschiedenen Initiativen und Organisationen: „Es freut mich sehr, dass wir im Wetteraukreis eine so große Bandbreite an Selbsthilfe-Angeboten haben und dabei sogar zehn Stände mehr als im vergangenen Jahr begrüßen dürfen.“ Neben der medizinisch-fachlichen Behandlung bildeten Selbsthilfeangebote einen wichtigen Pfeiler im Umgang mit Krankheiten und den damit verbundenen Auswirkungen auf das alltägliche Leben der Betroffenen und ihrer Angehörigen, betonte Weckler. Er ermutigte dazu, die Angebote wahrzunehmen: „Auf so einer Veranstaltung wie unserer Selbsthilfe-MEILE können die Bürgerinnen und Bürger niedrigschwellig miteinander in Kontakt kommen. Sie können die Themen, an denen sie schwer zu tragen haben, teilen und im persönlichen Gespräch herausfinden, welcher Gruppe sie sich anschließen möchten oder welches Hilfsangebot für sie passend wäre.“
Anette Obleser von der Selbsthilfe-Kontaktstelle, die die Organisation verantwortet, war begeistert über die große Resonanz: „Die große Zahl an Ständen und die vielen zufriedenen Rückmeldungen von Besucherinnen und Besuchern, die ich erhalten habe, zeigen, dass Selbsthilfeangebote sehr gefragt sind. Auch in unserer heutigen Zeit, in der man vieles im Internet suchen und finden kann, ist der persönliche Kontakt und der direkte Austausch mit anderen Betroffenen doch das, was den Menschen am Ende am meisten hilft.“ Sie freue sich, dass sich so viele Wetterauer die Zeit genommen hätten, zu informieren oder sich informieren zu lassen und damit Kontakte zu knüpfen, „die ihnen durch schwierige Zeiten hindurch helfen können.“
Trotz allem Freude und Mut zum Leben
Das man auch das Lachen und die Freude am Leben trotz Krankheit, Gebrechen und Leid nicht aus den Augen verlieren darf, zeigten die Radlerinnen und Radler der „MUT-TOUR“, die gemeinsam mit einer Fußgruppe und Wandergruppe der Salusklinik in Bad Nauheim Halt auf der Kiespromenade machten. Das Aktionsprogramm möchte sich mit seiner Tour quer durch Deutschland, für einen offenen Umgang mit Depressionen stark machen. Auch der Wetterauer Sänger und Liedermacher Martin Schnur, der spontan mit weiteren Musikbegeisterten einige Ständchen zum Besten gab, machte den Anwesenden mit seinem Auftritt deutlich, dass das Leben trotz zahlreicher Probleme durchaus schön sein kann. Landrat Jan Weckler sagte: „Bei all den schweren Themen, mit denen die Menschen hierhergekommen sind, dürfen wir den blauen Himmel und die Sonne über uns durchaus auch als Lichtblicke verstehen: Wer den Mut aufbringt und sich dazu entscheidet, sich selbst zu helfen, hat schon einen großen Schritt getan hin zu einem lebenswerten Leben, trotz aller Herausforderungen.“