Antworten finden auf sich abzeichnende Veränderungen

5. Streuobstvernetzungstreffen von Wetteraukreis, NABU Wetterau und Naturschutzfonds Wetterau im Kreishaus

Vier Frauen und sieben Männer stehen in einem großen Saal vor einer Stellwand.

Erste Kreisbeigeordnete Birgit Weckler (3. von rechts) begrüßt gemeinsam mit Fachbereichsleiter Regionalentwicklung und Umwelt, Christian Sperling (Mitte), die Referentinnen und Referenten des 5. Wetterauer Streuobstvernetzungstreffens.

Gut besucht zeigte sich das 5. Streuobstvernetzungstreffen, das der Wetteraukreis gemeinsam mit dem NABU Wetterau und dem Naturschutzfonds Wetterau im Plenarsaal des Friedberger Kreishauses ausrichtete. Rund 110 Vertreterinnen und Vertreter von Vereinen, Verbänden, Institutionen und Vermarktern hörten in Vorträgen Wissenswertes rund um das Thema „Streuobstwiese“ und hatten im Anschluss Gelegenheit, umfangreich Netzwerkarbeit zu betreiben. 

Über „den vollen Saal“ anlässlich der fünften Auflage des Streuobstvernetzungstreffens freute sich die Erste Kreisbeigeordnete und zuständige Dezernentin, Birgit Weckler. „Das zeigt einmal mehr die Wichtigkeit des Themas. Der Wetteraukreis zählt zu den hessischen Landkreisen mit den größten Streuobstbeständen. Entsprechend prägend ist diese Bewirtschaftungsform auch für die Region und bringt uns viel Anerkennung. Streuobstwiesen bilden zudem einen wichtigen Baustein zum Erhalt der biologischen Vielfalt und tragen zum Schutz gefährdeter Arten bei“, betonte Birgit Weckler. 

Die Erste Kreisbeigeordnete wies jedoch auch darauf hin, dass dieser Lebensraum vor Veränderungen steht: „Aufgrund der sich wandelnden Lebens- und Arbeitsbedingungen der Menschen in der Region haben sich sowohl die Bewirtschaftungsformen wie auch Maßnahmen für Pflege und Erhalt verändert. Die Einflüsse des Klimawandels und das Auftauchen neuer Schaderreger sorgen für zusätzliche Herausforderungen. Das macht neue Maßnahmen und Konzepte zum Erhalt dieser Landschaftsform notwendig. Die fast auf den Tag genau vor vier Jahren mit Vertretern aller Akteure gemeinsam beschlossene Streuobststrategie bildet hier einen wichtigen Entwicklungsschritt. Doch auch die Vermarkter von Streuobstwiesen-Produkten müssen neue Wege gehen, um ihren Absatz in Zukunft sicherstellen zu können.“ 

Verbunden mit einem Hinweis auf das vielfältige Programm des Streuobstvernetzungstreffens betonte die Erste Kreisbeigeordnete als ein wichtiges Ziel der Veranstaltung, ein Forum zu sein, dass sich die Akteure gegenseitig vernetzen, wie es der Veranstaltungstitel ja nahelegt, und die Stände, die ihr Sortiment im Plenarsaal präsentierten, zu besuchen“. So stellten sich die Keltereien Pomolo, „Zum Gerippte“ und „Rote Pumpe“, die Destillerie Schneider, das Streuobstwiesenzentrum Hessen, der Regionalverband FrankfurtRheinMain, die Landesgartenschau Oberhessen 2027, der Naturschutzfonds Wetterau, die Tourismusregion Wetterau, der NABU Wetterau, der Sensenverein Deutschland und der Wetteraukreis vor.

Im Anschluss stieg man zunächst mit einem Impulsvortrag von Tobias Storch vom Landesbetrieb Landwirtschaft Hessen zum Thema „Schaderreger im Streuobst“ in den fachlichen Teil der Veranstaltung ein. Selina Hochstein vom Naturschutzfonds Wetterau warf anschließend einen Blick auf den Zustand und die Maßnahmen in den Streuobst-Hotspots im Wetteraukreis. Dabei handelt es sich um besonders große und überregional bedeutsame Streuobstwiesenbestände in Hessen, von denen fünf im Kreisgebiet liegen.   

Nach einer ersten „Vernetzungspause“, in der sich die Besucher an Infoständen der regionalen Akteure mit Infomaterial und streuobsttypischen Getränken versorgen konnten, stellte Tanja Tahmassebi-Hack ein Konzept für Naturpädagogik am Beispiel des Bad Vilbeler Streuobstwiesen- und Waldkindergartens Kirschberg vor. Ihr folgte Chris Marvin Wolf, der die Arbeiten des Traditionsvereins Hainchen e.V. am Streuobstwiesenpfad in Limeshain präsentierte. Tom Daume warb danach für den Erhalt von Streuobstwiesen durch Nachpflanzungen und die damit verbundene Förderung der Artenvielfalt und Biodiversität. 

Unter der Rubrik „Aus den Betrieben“ stellte schließlich der zertifizierte Landschaftsobstbauer und Sensenlehrer Thomas Großmann die Vorteile der Sensenmahd auf Streuobstwiesen vor. Es folgte die Destillerie Schneider in Büdingen-Aulendiebach, die ihr reichhaltiges Angebot und Sortiment präsentierte. Den Abschluss der Veranstaltung bildete eine weitere Netzwerken-Runde bei Apfelwein und alkoholfreiem Apfel-Secco.

Informationen zur Veranstaltung

Die Ergebnisse und Folien zu den verschiedenen Vorträgen lassen sich im Internet noch einmal in aller Ruhe nachlesen.

Veröffentlicht am: 28. April 2026

 

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