Besser vernetzt gegen häusliche Gewalt
Fachtag im Wetteraukreis setzt Impulse für Hochrisikomanagement

Erste Kreisbeigeordnete Birgit Weckler und Torsten Krückemeier, Polizeipräsident des Polizeipräsidiums Mittelhessen, eröffneten den Fachtag im Plenarsaal des Kreishauses.
Wie lassen sich Gewalttaten im Kontext häuslicher Gewalt frühzeitig verhindern? Dies war Thema eines Fachtags des Runden Tisches gegen häusliche Gewalt im Wetteraukreis. Rund 60 Fachkräfte aus Polizei, Justiz, Jugendhilfe und Beratungsstellen kamen zusammen, um ihr Wissen zu Risikofaktoren zu vertiefen und die Zusammenarbeit zu stärken.
Erste Kreisbeigeordnete Birgit Weckler betonte bei der Begrüßung: „Wirksamer Schutz gelingt nur, wenn Fachkräfte Hochrisikofälle frühzeitig erkennen und eng zusammenarbeiten. Das ist die gemeinsame Verantwortung aller beteiligten Akteurinnen und Akteure und deshalb tauschen wir uns auch heute hier untereinander eng aus. Auch Polizeipräsident Torsten Krückemeier betonte in seinem Grußwort, dass für den Schutz von Frauen und Kindern insbesondere verlässliche Netzwerke zentrale Voraussetzungen seien.
Fachliche Impulse lieferten unter anderem Ruth Eismann, Opferschutzbeauftragte im Polizeipräsidium Mittelhessen, sowie Sophia Berlin vom Interventionszentrum gegen häusliche Gewalt Südpfalz. Vorgestellt wurden das polizeiliche Vorgehen in Hochrisikofällen sowie ein etabliertes Hochrisikomanagement-Konzept aus Rheinland-Pfalz. In Workshops analysierten die Teilnehmenden anhand konkreter Fallbeispiele die bestehenden Strukturen im Wetteraukreis und identifizierten Entwicklungsbedarfe.
Im Fokus standen die frühzeitige Identifikation von Hochrisikofällen, die Unterstützung betroffener Frauen und Kinder sowie Angebote für gewaltausübende Personen. Deutlich wurde: die frühzeitige und koordinierte Zusammenarbeit ist entscheidend, um schwere Gewalttaten zu verhindern. Ebenso ist es wichtig, dass Kinder als Mitbetroffene spezifische Hilfsangebote erhalten können.
Im ersten Schritt sind das Angebot von Schulungen zur Anwendung standardisierter Instrumente der Risikobewertung vorgesehen. Außerdem ist es ein wichtiges Ziel, verbindliche Kooperationsstrukturen zwischen den beteiligten Institutionen gilt es zudem, zu stärken.