Bildungsprojekt gegen Antisemitismus an Schulen im Kreis

Ein Davidstern hängt in einem Raum. Im Hintergrund sind geschnitzte Raumteiler zu sehen.

"Antisemitismus? Nicht in unserem Landkreis!" Ein unter diesem Motto laufendes Bildungsprojekt an Schulen im Kreisgebiet unterstützt der Wetteraukreis finanziell. Foto von cottonbro studio von Pexels

Die Zunahme antisemitischer Vorfälle zeigt deutlich, wie dringend eine fundierte Auseinandersetzung mit dem Thema Antisemitismus ist. Der Wetteraukreis beteiligt sich daher in besonderem Maße an Projekten und Initiativen, die Aufklärung leisten, Sensibilität fördern und aktiv zur Prävention beitragen. Darum unterstützt der Kreis die Durchführung des Bildungsprojektes „Antisemitismus? Nicht in unserem Landkreis!“ an mehreren Schulen in der Region, sodass sich Schülerinnen und Schüler ab der Jahrgangsstufe 5 mit dem Thema auseinandersetzen können.

Das Projekt wird von den Lea-Fleischmann-Bildungsprojekten für Schülerinnen und Schüler weiterführender Schulen angeboten. Die frühere Lehrerin Lea Fleischmann erhielt 2019 das Bundesverdienstkreuz für ihren Einsatz zur Völkerverständigung und für ihre pädagogische Arbeit in Schulen. Im Rahmen des Bildungsprojektes entwickelt sie Unterrichtsprojekte und gibt Anregungen, Schülerinnen und Schüler für das Judentum zu sensibilisieren. Ziel ist es, Wissen über das Judentum zu vermitteln, Begegnung zu ermöglichen und Vorurteile abzubauen. 

Im Kreis läuft das Projekt seit Februar und wird noch bis April 2026 an mehreren Schulen durchgeführt. Beteiligt sind die Berufliche Schule Oberhessen in Nidda und Büdingen, die John-F.-Kennedy-Schule in Bad Vilbel, die Weidigschule in Butzbach, die Kurt-Schumacher-Schule in Karben, das Gymnasium Nidda sowie die Singbergschule in Wölfersheim. Die Gesamtkosten für die Durchführung belaufen sich auf rund 4.000 Euro und werden vom Wetteraukreis übernommen.

Das Bildungsangebot wird in Form eines rund 90-minütigen Online-Vortrags durchgeführt. Das Programm umfasst unter anderem eine Buchlesung, einen kurzen Film sowie eine Fragerunde, in der Schülerinnen und Schüler mit den Referentinnen und Referenten ins Gespräch kommen können. Für jüngere Jahrgänge wird ergänzend ein Quiz angeboten. Die Inhalte werden dabei jeweils an das Alter und das Schulniveau der Teilnehmenden angepasst.

Im Mittelpunkt der Veranstaltung steht die Begegnung mit einer jüdischen Referentin oder einem jüdischen Referenten, welche aus ihrer Lebenswelt berichten und Einblicke in jüdische Traditionen und Alltagskultur geben. Durch diesen persönlichen Zugang sollen Gemeinsamkeiten sichtbar werden und Verständnis für unterschiedliche religiöse und kulturelle Hintergründe gefördert werden. Ein thematischer Schwerpunkt liegt unter anderem auf dem Schabbat als wöchentlichem Feiertag im Judentum, der als Anknüpfungspunkt für Gespräche über Rituale, Werte und Gemeinschaft dient.

Die bereits durchgeführten Veranstaltungen wurden von den teilnehmenden Schülerinnen und Schülern mit großem Interesse verfolgt und boten zahlreiche Anknüpfungspunkte für anschließende Gespräche und Diskussionen. So berichtete beispielsweise die Weidigschule in Butzbach, dass die Veranstaltung in der gymnasialen Oberstufe auf große Aufmerksamkeit gestoßen sei. Die Möglichkeit, direkt mit einem Referenten aus Jerusalem in den Austausch zu treten, sei als besonders eindrücklich wahrgenommen worden. Die offene Gesprächsatmosphäre sowie die Gelegenheit zum Dialog seien intensiv genutzt worden und hätten dazu beigetragen, bereits im Unterricht erarbeitete Inhalte zu vertiefen und neue Perspektiven zu gewinnen.

Weitere Informationen zu den Lea-Fleischmann-Bildungsprojekten sind online abrufbar.

Veröffentlicht am: 16. April 2026