„Ich wüsste nicht, wann es einmal ruhig gewesen wäre“
Nach einundzwanzigeinhalb Jahren geht WEBIT-Betriebsleiter Dieter Krach in den Ruhestand

Einundzwanzigeinhalb Jahre lang lenkte Dieter Krach die Geschicke des Eigenbetriebs Informationstechnologie des Wetteraukreises (WEBIT). Ab dem 1. April schlägt er ein neues Kapitel in seinem Leben auf: den Ruhestand. Landrat Jan Weckler (rechts) dankte ihm herzlich für die geleistete Arbeit und wünschte ihm für den neuen Lebensabschnitt alles Gute.
Dieter Krach wollte beruflich nie eine ruhige Kugel schieben. Ihn muss ein Job auch fordern, das ist ihm wichtig; ein Grund, weshalb es den studierten Informatiker am 1. Oktober 2004 zum Wetteraukreis zog – er suchte eine neue Herausforderung und fand sie. Nun aber wird es für ihn ruhiger, denn der Betriebsleiter der WEBIT, des Eigenbetriebs Informationstechnologie des Wetteraukreises, wird zum 1. April in den Ruhestand gehen. Aber möglicherweise sieht Dieter Krach auch dies als eine neue Herausforderung.
Es gibt wohl kaum ein Arbeitsfeld, das in so kurzer Zeit solch gravierenden Wandlungen unterworfen ist, wie der Bereich EDV und IT. Dieter Krach hat sie in verantwortlicher Position beim Wetteraukreis miterlebt und sagt über diese Zeit: „Ich wüsste nicht, wann es einmal ruhig gewesen wäre.“ Das ist für ihn aber kein Horrorszenario, sondern fast schon eine Wunschvorstellung. „Wenn mich der Job nicht gefordert hätte, dann hätte ich ihn auch nicht so lange gemacht“, stellt Krach klar. Er hatte sich im Herbst 2004 auf die Betriebsleiterstelle beim Wetteraukreis beworben, weil er eine neue Herausforderung suchte. Zu seinem Schwerpunktthema IT sollte auch noch der unternehmerische und betriebswirtschaftliche Aspekt stärker in den Fokus rücken. Da bot sich die Position beim Kreis an und er hatte Erfolg.
Viel ist in dieser Zeit passiert, viel hat sich verändert. Wäre es 2004 noch nicht so tragisch gewesen, wenn die EDV einmal einen oder zwei Tage nicht funktioniert hätte, bedeutete ein solches Szenario heute für die Kreisverwaltung sicherlich einen Gau. Dazu ist es aber nie gekommen, trotz stetig steigender Anforderungen. Während Dieter Krachs Dienstzeit hat sich die WEBIT sowohl in Sachen Umsatz als auch beim Personal vervierfacht. Das Aufgabenvolumen und der Kundenstamm stiegen stark an. Gegenwärtig betreut der Eigenbetrieb neben der Kreisverwaltung auch das Gesundheitszentrum Wetterau und die Kommunen Rockenberg, Hirzenhain und Büdingen. Man kümmert sich so um mehr als 3.000 Clients, über 500 Server und mehrere Rechenzentren. Besonders stolz ist der Betriebsleiter auf den hohen Virtualisierungsgrad des Eigenbetriebs WEBIT.
Drei Landräte hat Dieter Krach in seiner Zeit beim Kreis erlebt. Rolf Gnadl und seine persönliche Referentin, die heutige Kreisbeigeordnete Marion Götz, stellten ihn am 1. Oktober 2004 als Betriebsleiter WEBIT ein. Es folgten Joachim Arnold und aktuell Jan Weckler, seine Aufgabe blieb aber stets gleich: Dafür zu sorgen, dass der Bereich EDV/IT verlässlich läuft, damit die Kreisverwaltung routiniert ihre Aufgaben erfüllen kann. „Ich denke, das ist uns auch gut gelungen. Während meiner Dienstzeit gab es keine große Störung, die die Arbeit der Verwaltung lahmgelegt hat“, bilanziert Krach nicht ohne Stolz. Und verweist gleichzeitig darauf, dass dies auch eine Teamleistung ist. Viele Kolleginnen und Kollegen kennt er seit seinen Anfängen beim Kreis, die Personalfluktuation ist überschaubar. Für Dieter Krach ist dies ein Indiz, dass hier eine gute Mannschaft zusammenarbeitet, was ihn auch dankbar macht.
Den nun anstehenden Übergang in den Ruhestand hat man sorgfältig und langfristig geplant und sauber umgesetzt, wie Krach findet. „Seit vier Monaten ist mein Nachfolger Gerolf Plüch mit an Bord, was die Einarbeitung und Übergabe erheblich erleichterte. Somit habe ich auch keinen guten Rat, den ich ihm mit auf den Weg geben könnte, denn er weiß bereits alles, was notwendig ist“, sagt Dieter Krach mit einem Lächeln.
Worte des Dankes richtet Landrat Jan Weckler an den künftigen Ruheständler: „Eine Kreisverwaltung ist in erster Linie Dienstleisterin der Bürgerinnen und Bürger. Um diese Aufgabe erfüllen zu können, sind heutzutage eine funktionierende EDV und IT unerlässlich. Dieter Krach hat mit seinem Team diese Funktionsfähigkeit stets sichergestellt, das Portfolio ausgebaut und dafür gesorgt, dass der IT-Bereich den Anforderungen der Zeit entspricht. Dafür danken wir ihm in der Kreisverwaltung ausdrücklich und wünschen ihm für den nun anstehenden neuen Lebensabschnitt viel Gesundheit und alles Gute.“
Für Dieter Krach selbst wird der Übergang in den Ruhestand einige Umstellungen mit sich bringen. „Wahrscheinlich werde ich mich an die größeren Ruhephasen erst einmal gewöhnen müssen. Aber ich bleibe nicht gänzlich ohne Job. Außerdem bleibt mir nun mehr Zeit für meine Familie, die in der Vergangenheit für die Arbeit immer auch zurückstecken musste“, erzählt der Vater zweier Kinder und Großvater von bald fünf Enkeln, der täglich aus dem Raum Koblenz nach Friedberg pendelte und im Sommer seinen 64. Geburtstag feiern wird. Aber sicherlich wird Dieter Krach auch diese Herausforderung beherzt annehmen.