Neue Plakatausstellung: Die Partei hat immer Recht!?
Landrat Jan Weckler eröffnet im Kreishaus die neue Plakatsaustellung der Bundesstiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur

Landrat Jan Weckler möchte, dass die SED-Vergehen nicht in Vergessenheit geraten: „Sie zu kennen und zu erinnern ist heute wichtiger den je.“
Heute klingt es wie ein schlechter Witz, aber damals war es mehr als Ernst: 1950 ertönte in Ostberlin zum ersten Mal das „Lied der Partei“, eine Lobeshymne auf den Kommunismus. Begeistert besangen die Genossen in der DDR die vier Jahre zuvor gegründete SED und räumten ihr uneingeschränkte Deutungshoheit auf allen Gebieten ein: „Die Partei, die hat immer Recht.“ Die neue Jahresausstellung der Bundesstiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur zeigt, wie tief die Sozialistische Einheitspartei Deutschlands in das Leben der Menschen im Arbeiter- und Bauernstaat eingriff. Landrat Jan Weckler hat die Plakatausstellung im Kreishaus eröffnet. Sie ist ab sofort für zwölf Monate dort zu sehen.
Nicht nur Politik, Wirtschaft und Justiz standen unter der Knute der allgegenwärtigen Einheitspartei. Vor allem der private Alltag der DDR-Bürger war geprägt von ihren perfiden Herrschaftsinstrumenten: ideologische Schulung, Kontrolle, Repression und das ständige Einfordern von Loyalität, das bereits bei den Jüngsten ansetzte. Die Ausstellung macht sichtbar, wie die SED ihr Machtmonopol mit Hilfe von Polizei, Justiz und Staatssicherheit absicherte und so ein System sozialer Abhängigkeiten und Gewöhnung schuf. Gleichzeitig zeigt sie, in welchem Spannungsverhältnis die Menschen in der Diktatur lebten: zerrissen zwischen dem staatlichen Kontrollanspruch und dem eigenen Wunsch nach Freiheit.
Landrat Jan Weckler sagte bei der Eröffnung: „Nicht selten wird die DDR inzwischen verklärt. Viele Menschen haben diesen Teil der deutschen Geschichte weit weggeschoben, obwohl er zeitlich am nächsten liegt. Dabei dürfen wir besonders in der jetzigen Zeit nicht müde werden, daran zu erinnern, was es bedeutet, wenn es keine Demokratie gibt. Die DDR war eine Diktatur – ein Unrechtsstaat, in dem eine einzige Partei das Sagen hatte und Menschen, die sich nicht unterordnen wollten, bis zum Tode erniedrigen konnte.“
Ausstellung bis 31.03.2027
Die Ausstellung ist bis nächstes Jahr März im Flur im ersten Stock des Gebäudes B des Friedberger Kreishauses, Europaplatz, zu sehen. Öffnungszeiten: montags bis mittwochs, 7.30 bis 16 Uhr, donnerstags bis 18 Uhr und freitags bis 12.30 Uhr.