Ohne Worte ganz Ohr

Kreisförderprogramm „Generation Nachbarschaft“ unterstützt Theateraufführung für Gehörlose

Vier Meneschen stehen vor einer Wand und halten ein Zertifikat hoch.

Haben große lautlose Pläne: (von links) Gerhard Schulz, 1. Vorsitzender des Vereins Menschen in der Nähe e.V., Katrin Dean, staatlich geprüfte Dolmetscherin für deutsche Gebärdensprache und Jürgen Michel, 2. Vorsitzender MidN und verantwortlich für die Theatergruppe, freuen sich über die Unterstützung vom Wetteraukreis, die Kreisbeigeordnete Marion Götz überreichte.

Schätzungen zufolge sind rund 20 Prozent der in Deutschland lebenden Menschen ab 14 Jahren hörbeeinträchtigt. Etwa 80.000 können gar nichts hören. Um ihnen die Möglichkeit zur Teilhabe an Kulturveranstaltungen zu geben, will der Bad Nauheimer Verein „MidN-Menschen in der Nähe e.V.“ die Vorstellungen seiner Theatergruppe „TiS“ (Theater in Steinfurth) von Gebärdendolmetschern begleiten lassen. Das Kreisförderprogramm „Generation Nachbarschaft“ unterstützt das Ensemble und seine inklusive Idee mit 1.000 Euro. Kreisbeigeordnete Marion Götz hat den Förderbescheid übergeben.   

„Es ist wichtig, dass jeder Mensch Zugang zur Kultur hat. Kultur verbindet. Sie schafft gemeinsame Erlebnisse, Verständnis füreinander und öffnet Perspektiven. Wir freuen uns, dass wir die Theatergruppe ,TiS‘ bei ihrem Vorhaben unterstützen können, und damit ein weiteres starkes inklusives Projekt für alle Generationen im Wetteraukreis etabliert werden kann“, sagte sie. Kunst und Kultur steigerten das emotionale Wohlbefinden, böten Erholung, Trost oder Inspiration und trügen damit maßgeblich zu einer lebenswerten Gesellschaft bei, so Götz weiter: „Dieses Projekt zeigt, dass Inklusion auch in kleineren, lokalen Strukturen möglich ist.“

Durch Zusammenarbeit mit Behindertenverbänden, Schulen, Werkstätten oder Selbsthilfegruppen will die Theatergruppe auf ihr Angebot aufmerksam machen. Angeschaffte technische Hilfsmittel sollen von anderen Ensembles ausgeliehen werden können. Die Initiatoren wünschen sich weitere Nachahmer im kulturellen Bereich. Die ersten inklusiven Aufführungen finden an den ersten beiden November-Wochenenden statt. Je nach Nachfrage werden eine oder zwei Aufführungen mit einem Dolmetscher versehen. Weitere integrative Maßnahmen sind in Planung: eine Live Audiodeskription mit einem geschulten Sprecher für blinde Menschen sowie barrierefreie Programmhefte in Braille.

Veröffentlicht am: 15. Mai 2026