Ratschläge bieten zu Wegen, die aus der Sucht führen
Neue Ausgabe der Selbsthilfezeitung für die Wetterau rückt Abhängigkeitskrankheiten in den Fokus

Gemeinsam mit dem Fachbereichsleiter Gesundheit und Bevölkerungsschutz, Prof. Dr. Reinhold Merbs (links), und Anette Obleser von der Selbsthilfe-Kontaktstelle stellt Landrat Jan Weckler die neue Ausgabe der Selbsthilfezeitung vor.
Egal, ob Alkohol, Nikotin, Medikamente, illegale Substanzen oder Verhaltenssüchte wie Glücksspiel und Internetnutzung – Abhängigkeitserkrankungen gehören zu den großen Herausforderungen gesundheitlicher wie auch gesellschaftlicher Art. Deshalb stellt die aktuelle Ausgabe der Selbsthilfezeitung für die Wetterau dieses Thema samt der verfügbaren Selbsthilfe-Angebote in den Fokus.
„Die Gefahren einer Sucht sind weder altersabhängig noch kümmern sie sich um die Zugehörigkeit zu einer sozialen Schicht oder den eingeschlagenen Lebensweg. Sie können jeden und jede treffen und Leben zerstören – nicht nur das der Betroffenen. Deshalb ist es wichtig, über diese Erkrankungsform und entsprechende Hilfs- sowie Unterstützungsangebote zu informieren, beispielsweise die zahlreichen Selbsthilfegruppen zu diesem Themengebiet. Eine umfangreiche Zusammenstellung hierzu bietet die 52. Ausgabe der Selbsthilfezeitung für die Wetterau“, sagt Landrat Jan Weckler bei der Vorstellung der neuen Ausgabe der Zeitung.
In den verschiedenen Beiträgen sprechen Betroffene offen über ihre Erfahrungen mit ihrer Suchterkrankung. Mitglieder verschiedener Selbsthilfegruppen stellen diese und ihr Angebot vor. Darüber hinaus findet man Porträts des Caritas-Beratungszentrums in Friedberg sowie des Zentrums für Jugendberatung und Suchthilfe für den Wetteraukreis. Und Interessierte erhalten Informationen über die Salus-Kliniken in Bad Nauheim und Friedberg, die Suchtbehandlungen anbieten, sowie über die Entgiftungsstation des Gesundheitszentrums Wetterau. Eine Liste der Selbsthilfegruppen im Wetteraukreis mit dem Schwerpunkt Abhängigkeitserkrankungen rundet den Themenschwerpunkt ab.
„Eine Suchterkrankung ist trotz vielfältiger Aufklärung immer noch stark mit Gefühlen von Scham, mit Vorurteilen und gesellschaftlicher Ausgrenzung verbunden. Dem möchten wir, auch mit diesem umfangreichen Inforationsangebot, entgegenwirken“, betont Anette Obleser von der Selbsthilfe-Kontaktstelle des Kreises.
Am Ende der Zeitung findet man darüber hinaus wieder Veranstaltungshinweise für Mitglieder von Selbsthilfegruppen und Informationen zu Neugründungen von Gruppen im Kreisgebiet.
Selbsthilfegruppen sind mehr als Treffen Betroffener. Vielmehr bieten sie Räume der Offenheit, in denen Menschen ohne Angst vor Bewertung über ihre Erfahrungen sprechen können, aber gleichzeitig auch Zuspruch und Unterstützung von Personen erhalten, die diese Situation aus persönlicher Erfahrung kennen. Dieses Erleben gegenseitigen Verständnisses kann das Gefühl geben, nicht allein zu sein. Wer anderen zuhört, erkennt auch eigene Muster, Hoffnungen und Rückschläge und kann diese Erfahrungen dann gewinnbringend für den eigenen Kampf gegen die Abhängigkeit einsetzen.
Bezugsmöglichkeiten der Selbsthilfezeitung
Die Selbsthilfezeitung für die Wetterau bekommt man in den Foyers der Kreishäuser in Friedberg (Gebäude A und B) sowie Büdingen, in allen Städte- und Gemeindeverwaltungen, ärztlichen, psychologischen und physiotherapeutische Praxen, in den Kliniken und Krankenhäusern, in Apotheken, bei den Selbsthilfegruppen sowie den Beratungsstellen im Wetteraukreis und bei den Förderern der OVAG sowie in den Filialen der Sparkasse Oberhessen, allerdings nur so lange der Vorrat reicht. Die digitale Version ist im Internet auf der Seite des Wetteraukreises abrufbar. Besucherinnen und Besucher der Selbsthilfe-MEILE erhalten sie am 4. Juli 2026 zwischen 10 Uhr und 15 Uhr am Stand der Selbsthilfe-Kontaktstelle des Wetteraukreises in der Bad Nauheimer Parkstraße.