Starke Frauen zwischen Krieg, Flucht und Hoffnung im Kreishaus
Landrat Jan Weckler eröffnet Fotoausstellung mit den Porträts 14 geflüchteter Ukrainerinnen

Landrat Jan Weckler eröffnet gemeinsam mit Kuratorin Yuliia Karpinska, einer der porträtierten Frauen, Nataliia Medzhybovska, Initiatorin Myriam Gellner von der Flüchtlingshilfe Bad Vilbel und Fotografin Karina Stepanian (von links) die Ausstellung „Starke Frauen“ im Kreishaus.
Ihr Blick strahlt Zuversicht aus – Zuversicht trotz der dramatischen Lage, in der sich ihr Heimatland seit nunmehr vier Jahren befindet und die sie zur Flucht gezwungen hat. 14 ukrainische Frauen haben sich für ein Ausstellungsprojekt fotografieren und interviewen lassen. Es ist ein Projekt, das dem Grauen dieses Krieges ein persönliches Antlitz verleiht und nicht nur statistische Werte vermittelt, die das Leiden und Sterben in diesem Krieg zu einer abstrakten Angelegenheit machen. Gemeinsam mit Yuliia Karpinska, Kuratorin und selbst Betroffene, eröffnete Landrat Jan Weckler die neue Ausstellung im Friedberger Kreishaus.
Der völkerrechtswidrige Angriffskrieg, den Russland seit nunmehr vier Jahren gegen die Ukraine – und hier in erheblichem Maße auch gegen die Zivilbevölkerung - führt, ist regelmäßiger Bestandteil vieler Nachrichtensendungen. „Über einen solch langen Zeitraum besteht immer die Gefahr, dass Menschen mit Blick auf die Meldungen über dieses enorme Leid abstumpfen, vor allem wenn irgendwann Statistiken die Berichterstattung dominieren“, erklärte Landrat Jan Weckler zur Eröffnung. „Besonders eindrücklich ist daher der von dieser Ausstellung gewählte Ansatz. Gibt er dem Grauen des Krieges im wahrsten Sinne des Wortes ein Gesicht und eine Stimme. Wir dürfen nicht vergessen, welchen Tabubruch der Autokrat Putin mit seinem völkerrechtswidrigen Angriffskrieg begangen hat. Es ist auch ein Angriff auf die von Deutschland, der EU und der Ukraine geteilten Werte, die die Ukrainerinnen und Ukrainer täglich verteidigen“, so Weckler weiter.
Gleichzeitig spreche aus den Porträts der Frauen aber auch eine Hoffnung auf Zukunft für sich selbst und ihr Land. Es sei wichtig, weiter für dieses Thema zu sensibilisieren, daher hoffe und wünsche er der Ausstellung viele Besucherinnen und Besucher. „Und vielleicht bietet unser Ausstellungskonzept ihnen da ja auch gewisse Vorteile. Denn es ermöglicht neben der Ansprache eines interessierten Publikums, das eine Ausstellung gezielt besucht, auch den Kontakt mit Personen, die hier arbeiten oder etwas zu erledigen haben und dann unverhofft mit den Werken konfrontiert sind. Und eine solche Konfrontation kann zu einer intensiven Auseinandersetzung mit dem Thema führen“, sagte der Landrat.
Kuratorin Yuliia Karpinska dankte Landrat und Kreis für die Gelegenheit, die Ausstellung im Kreishaus zu zeigen. „Ziel der Ausstellung ist es, der russischen Propaganda eine Darstellung der realen Situation in der Ukraine entgegenzusetzen und gleichzeitig auch die Stärke der betroffenen ukrainischen Frauen in dieser herausfordernden Situation zu zeigen“, betonte Karpinska.
Die Initiative zur Ausstellung im Kreishaus ging von Myriam Gellner, Vorstandsmitglied der Flüchtlingshilfe Bad Vilbel, aus. Sie engagierte sich bereits bei der Präsentation der Ausstellung im Spätsommer vergangenen Jahres in der Bad Vilbeler Christuskirche.
Für das Projekt haben Yuliia Karpinska und ihr Team Interviews mit 13 Frauen geführt und deren Erlebnisse, Ängste und Hoffnungen während des Angriffs und ihrer Flucht nach Deutschland festgehalten. Kurzdarstellungen dieser Gespräche zeigt die Ausstellung zusammen mit den Porträts der Frauen, aufgenommen von der Fotografin Karina Stepanian. Über QR-Codes an jeder Kurzdarstellung gelangt man zu den ausführlichen Interviews, die zudem in Form eines Buchs in der Ausstellung bereitliegen. Auch ein Gästebuch liegt aus, in das sich Besucherinnen und Besucher eintragen können.
Öffnungszeiten der Ausstellung
Die Ausstellung „Starke Frauen – 14 Ukrainerinnen zwischen Krieg, Flucht und Hoffnung“ ist bis Dienstag, 30. Juni 2026, im Friedberger Kreishaus, Europaplatz, Gebäude B, im Flur 1.1 (Personal) im ersten Stock zu sehen, und zwar zu den folgenden Öffnungszeiten: montags bis mittwochs, 7.30 Uhr bis 16 Uhr, donnerstags, 7.30 Uhr bis 18 Uhr, und freitags, 7.30 Uhr bis 12.30 Uhr. Kuratorin Yuliia Karpinska bietet Interessierten darüber hinaus Termine an, zu denen Sie vor Ort im Kreishaus wäre, um weiterführende Informationen zu den porträtierten Frauen und ihrer Situation zu geben. So wäre sie am 22. April und 21. Mai, jeweils ab 14 Uhr, im Kreishaus sowie auch nach individueller vorheriger Vereinbarung per E-Mail .