Wetterauer Betriebe können ab sofort „Teilhabe-Champion“ werden

Kreis führt Auszeichnung für Betriebe mit vorbildlicher inklusiver Beschäftigung ein

Vier Frauen halten ein Plakat in die Kamera.

Werben um viele Bewerbungen für die Auszeichnung „Teilhabe-Champion“ im Wetteraukreis (von links): Jenny Truhöl, Kreisbeigeordnete Marion Götz, Anais Hoffmann und Kathrin Saskia Pirr. Im Foto fehlt Samantha Fischer.

Der Wetteraukreis setzt gemeinsam mit regionalen Partnern ein Zeichen für mehr Inklusion auf dem Arbeitsmarkt: Künftig verleiht er einmal jährlich die Auszeichnung „Teilhabe-Champion Wetteraukreis“ an Unternehmen, die sich in besonderer Weise für die Beschäftigung von Menschen mit Behinderung einsetzen. Bewerbungen für die erste Auszeichnungsrunde sind ab sofort möglich.

Die Initiative basiert auf der Auszeichnung „Teilhabe-Champion“, die ursprünglich von den Einheitlichen Ansprechstellen für Arbeitgeber (EAA) im Lahn-Dill-Kreis entwickelt und dort erfolgreich umgesetzt wird. Der Wetteraukreis greift diesen Ansatz, der auf EAA-Mitarbeiterin Monika Mundt zurückgeht, nun auf und entwickelt ihn gemeinsam mit den regionalen  Partnern im Bereich Inklusion der Industrie-und Handelskammer, der Handwerkskammer und der EAA im Kreis weiter. Marion Götz, Kreisbeigeordnete und Sozialdezernentin des Wetteraukreises, erklärt: „Menschen mit Behinderung bringen wertvolle Kompetenzen, Erfahrungen und Perspektiven in Unternehmen ein. Mit der Auszeichnung möchten wir Betriebe sichtbar machen, die Inklusion bereits erfolgreich leben und damit Vorbilder für andere Arbeitgeber sind.“

Hintergrund der Auszeichnung ist der Aktionsplan Inklusion des Wetteraukreises, den der Kreistag im Juli 2025 beschlossen hat. Ziel ist die gleichberechtigte Teilhabe aller Menschen am gesellschaftlichen Leben. Insgesamt umfasst er 42 konkrete Maßnahmen zur Umsetzung der UN-Behindertenrechtskonvention im Wetteraukreis. Die Auszeichnung „Teilhabe-Champion Wetteraukreis“ soll dazu beitragen, inklusive Unternehmen als attraktive Arbeitgeber bekannt zu machen, gute Strategien für inklusive Beschäftigung sichtbar zu machen und das Potenzial von Menschen mit Behinderung auf dem ersten Arbeitsmarkt stärker in den Fokus zu rücken. Beteiligt waren neben Monika Mundt ihr Wetterauer Pendant Kathrin Saskia Pirr sowie die beiden Fachberaterinnen für Inklusion Samantha Fischer (Industrie- und Handelskammer Gießen-Friedberg) und Jenny Truhöl (Handwerkskammer Wiesbaden). Seitens des Wetteraukreises wird die Auszeichnung von der Diversitätsbeauftragten Anais Hoffmann koordiniert.

Unternehmensbesuch und Öffentlichkeitsarbeit

Die Auszeichnung ist niedrigschwellig angelegt und nicht dotiert. Ausgezeichnete Unternehmen erhalten eine Urkunde sowie ein offizielles „Teilhabe-Champion“-Logo, das öffentlichkeitswirksam verwendet werden kann. Die Verleihung wird mit einem Betriebsbesuch der Sozialdezernentin sowie Vertreterinnen und Vertreter der beteiligten Projektpartner sowie Öffentlichkeitsarbeit über die gelungene inklusive Arbeitsgestaltung des Betriebs verbunden. Ob und in welchem Umfang auch über die Beschäftigten berichtet wird, entscheiden diese natürlich selbst.

„Noch immer gibt es viele Unsicherheiten und Vorurteile im Zusammenhang mit der Beschäftigung von Menschen mit Behinderung. Gleichzeitig wissen viele Unternehmen nicht, welche Beratungs- und Fördermöglichkeiten ihnen zur Verfügung stehen. Genau hier setzen wir mit der Auszeichnung an: Sie schafft Aufmerksamkeit für gelungene Beispiele und macht Mut, neue Wege zu gehen“, so Marion Götz. „Ich lade alle Wetterauer Unternehmen, die Inklusion bereits erfolgreich leben, herzlich ein, sich zu bewerben. Mein Dank gilt zugleich allen Beteiligten, die ihre Expertise eingebracht und gemeinsam dazu beigetragen haben, dieses wichtige Projekt im Wetteraukreis zu realisieren.“

Ab sofort bewerben

Bewerben können sich Unternehmen des allgemeinen Arbeitsmarktes mit Sitz im Wetteraukreis. Voraussetzungen sind die Beschäftigung von mindestens einem Menschen mit Schwerbehinderung oder einem gleichgestellten Menschen mit Behinderung. Außerdem müssen Teilhabe und eine inklusive Unternehmenskultur sowie deren Umsetzung erkennbar sein. Infos und Bewerbung sind ab sofort online möglich. 

Ansprechpartner/in

Name Telefon Raum
Anaïs Hoffmann 06031 83-3034 325 E-Mail
Veröffentlicht am: 21. Mai 2026